Hauptschule Marsberg wird als „Starkmacher Schule“ zertifiziert

„Macht auch die Gesellschaft stark“

Stolz nahmen die Schüler die Plakette entgegen. Viel Anerkennung gab es von Johannes Schröder und Jan Stoop von der Schulleitung, von Manuel Kenter, Katharina Messmann und Lisa Sieckmeyer vom Starkmacher-Team, sowie von Hubert Aßhauer vom Schulamt der Stadt. Foto: Kristin Sens

„Das Projekt endete nicht mit der Aufführung, sondern es wird weiter fortgeführt, auch über den heutigen Tag hinaus“, erklärte der Leiter der Hauptschule Johannes Schröder bei der Verleihung des Zertifikats „Starkmacher Schule“ an die Gemeinschaftshauptschule in Marsberg. „In der gesamten Region sind wir die einzige Schule, die nun diesen Titel tragen darf – das ist schon etwas Besonderes“, freute er sich.

Die Hauptschule beschäftigt sich seit ungefähr einem Jahr mit dem Projekt (Der SauerlandKurier berichtete mehrfach). Einige Lehrer absolvierten das Heidelberger Kompetenztraining, um als Katalysatoren ihr Wissen an die Schüler weiterzugeben. Dann wurde eine Woche intensiv mit allen Schülern – beteiligt waren auch einige Schüler der LWL-Schule – ein Musical auf die Beine gestellt, dessen Aufführung im Mai der glanzvolle Höhepunkt war, der die ganze Schule durcheinander wirbelte. Schon der Umbau der benachbarten Sporthalle, mit der Herstellung eines verdunkelten Raumes, hatte Schule und Helfer vor große Herausforderungen gestellt. Tänze und Lieder wurden einstudiert, Theaterkulissen bemalt, eine eigene Zeitung herausgebracht und das Catering organisiert. Wie erfolgreich die Arbeit mit den Jugendlichen letztendlich war, bewiesen diese eindrucksvoll am Montag, als einzelne Auszüge des Musicals noch einmal aufgeführt wurden. Katharina Messmann und Lisa Sieckmeyer vom Starkmacher-Team, welche der Schule feierlich die Plakette überreichten, waren begeistert, dass die Schüler die Szenen noch so gut drauf hatten. Sie versicherten, dass sie an der Hauptschule sehr gut angenommen worden seien: „Die Chemie stimmte sofort und wir haben uns von Anfang an zu Hause gefühlt“, sagte Messmann.

„Schülern Raum zu geben, sich zu entwickeln, mache eine Schule zur Starkmacher-Schule“, erklärte Sieckmeyer die Intention des Projektes. „Macht auch die Gesellschaft, in der ihr lebt, stark“, appellierte sie an die Schüler. „Euch stark zu machen, auf eure Stärken aufzubauen und eure Schwächen abzubauen – das ist unsere Zielsetzung“, bestätigte der Schröder. Seine Anerkennung galt den Initiatoren des Starkmacher-Projekts, den Lehrern, vor allem aber dem zu diesem Zeitpunkt kommissarisch verantwortlichen stellvertretenden Schulleiter Jan Stoop. Dieser gab das Lob an die Schüler weiter: „Ich habe während der Proben manche Schüler nicht wiedererkannt.“ Federführend beteiligt war zudem Gemeindereferent Manuel Kenter, der seit längerem im pädagogischen Team von „Starkmacher Schule“ mitarbeitet und der den Kontakt zur Schule vermittelte. Die Parole für die Zeit danach lautet nun: „Ich mache weiter.“ Das gilt für alle Schüler, sowie für die Lehrer, denn von den Erfahrungen des Projektes sollen auch die nächsten Klassen noch profitieren, versicherte der Schulleiter. Angedacht ist zudem, das Bewerbungsplanspiel „Ready, Steady Go“, welches die Gewerkschaft IGBCE seit einigen Jahren regelmäßig organisiert, in die berufsvorbereitende Arbeit der Hauptschule zu integrieren.

Neben den Projektentwicklern Starkmacher Schule, GenRosso, dem Sozialdienst der Kommende, dem Diözesan Caritasverband und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, war die Propsteigemeinde als Projektpartner involviert. Gefördert wurde es mit Bundesmitteln des Programms Xenos und der Stiftung Benevolens der Kommende, sowie vor Ort durch den Lions Club und die Rotarier unterstützt. Bundesweit wurde das Projekt seit 2007 an über 60 Schulen durchgeführt. (Von Kristin Sens, marsberg@sauerlandkurier.de)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare