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Marcel Eliasch ist der neue Kantor der Propsteigemeinde in Marsberg

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Von: Kristin Sens

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Propst Meinolf Kemper (li.) und Ulrich Eilebrecht (re.) freuen sich, dass sie mit Marcel Eliasch wieder so einen kompetenten und hochmotivierten jungen Kantor für Marsberg gewonnen haben. Foto: Kristin Sens
Propst Meinolf Kemper (li.) und Ulrich Eilebrecht (re.) freuen sich, dass sie mit Marcel Eliasch wieder so einen kompetenten und hochmotivierten jungen Kantor für Marsberg gewonnen haben. © Kristin Sens

Marsberg. „Er bringt viel jugendlichen Schwung und Freude mit – und trotz seiner erst 21 Jahre viel Kompetenz“, stellte Propst Meinolf Kemper den neuen Kantor des Pastoralverbunds Marsberg vor. Marcel Eliasch ist offiziell seit dem 15. November im Amt. Er wirkt in Marsberg als Organist und leitet das Vokalensemble der Kantorei.

„Anders als bei Masithi, dem anderen Marsberger Kirchenchor, wo viel Gospel gesungen wird, liegt hier der Schwerpunkt eher auf der Kirchenmusik im klassischen Sinne“, erläuterte der Propst. Zurzeit sei man dabei, diese, ursprünglich aus einem Projektchor hervorgegangene, gemischte Chorgemeinschaft als zweiten Kirchenchor für den gesamten Pastoralverbund aufzubauen. „Unser neuer Kantor atmet hier also gleich die Luft des großen pastoralen Raumes“, führte Kemper aus.

Seine rund 20 Chormitglieder hat Eliasch anscheinend schnell für sich eingenommen: „Wir kommen alle mit viel Freude zu den Proben“, berichtete Ulrich Eilebrecht von der Kantorei. Die Proben seien anspruchsvoll, aber fröhlich – und diese Stimmung übertrage sich sofort auf die Musik. „Hier merkt man seine langjährige Erfahrung“, so Eilebrecht weiter.

Langjährig? Da mag man bei einem 21-Jährigen zunächst stutzen, aber für Eliasch trifft es wirklich zu: Bereits mit neun Jahren wurde er Mitglied im Paderborner Domchor – zunächst im Knabenchor, später bei den „Herren“.

„Ich komme aus einem oberschlesischen Elternhaus, bei dem der Kirchgang zur festen Tradition gehörte“, erklärte der neue Kantor seine frühe Faszination für Kirchenmusik. Bereits mit drei, vier Jahren habe er sich an ersten Chorälen versucht, wenig später Klavier spielen gelernt. Inzwischen studiert der in Paderborn lebende junge Organist an der Musikhochschule in Detmold Kirchenmusik – offiziell im vierten Semester. Davor liegen um die acht Semester, die Eliasch als Jungstudent bereits absolviert hat.

Uraufführung an Karfreitag

Aufmerksam geworden sind die Marsberger auf den jungen Musiker, als er im vorigen Jahr, anlässlich der deutsch-französischen Jubiläumsfeierlichkeiten, die deutsche und französische – sowie eine Marsberger Hymne spielte. „Das war ein grandioses Erlebnis, in der Aussagekraft und in der Ausführung sehr beeindruckend“, schwärmte Eilebrecht. Musikalisches Talent allein reicht aber nicht. „Man muss die Kirchenbesucher auch mitnehmen können“, betonte er. Das weiß auch Eliasch: „Kirchenmusik ist ein hochinteressantes Pflaster – so zu spielen, dass es anregt und die Kirchgänger bewegt.“

Ein besonderen Eindruck von der Virtuosität des jungen Musikers kann man sich bei der Karfreitagsliturgie verschaffen, die vom Vokalensemble der Kantorei musikalisch mitgestaltet wird. Hierbei wird unter anderem – neben zwei Bach-Chorälen - auch eine eigene Komposition von Eliasch erstmals aufgeführt werden: „Vexilla Regis“ (übersetzt: „Des Königs Banner“).

Eliasch tritt die Nachfolge von Cedric Trappmann an, der ebenfalls als junger Student aus Detmold nach Marsberg gekommen war, nach zwei Jahren aber, im Rahmen des europäischen Austauschprogramms Erasmus, für einige Semester nach Mailand gegangen ist.

Interimsweise übte der Münsteraner Organist Alexander Toepper dieses Amt in Marsberg aus. Eilebrecht sagte, dass sie alle für Marsberg ein großer Gewinn gewesen seien. „Was bei allen dreien zudem vorhanden war, ist ein religiöses Fundament“, ergänzte der Propst. Ohne diese persönliche Einstellung könne man Kirchenmusik nicht so überzeugend zum Ausdruck bringen. Schließlich, so betonte er, sei Musik eine Sprache Gottes.

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