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Rat Marsberg beschließt: Naturpark Eggegebirge/Teutoburger Wald soll weiter wachsen

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Von: Kristin Sens

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Der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge soll im Raum Marsberg erweitert werden. Archivfoto: Kristin Sens
Der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge soll im Raum Marsberg erweitert werden. © Archivfoto: Kristin Sens

Marsberg. Der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge soll in südwestlicher Richtung auf Marsberger Stadtgebiet ausgedehnt werden.Das beschlossen jetzt einstimmig die Ratsmitglieder, nach eingehender Vorberatung im Planungs-, Bau und Umweltausschuss.

Auch der Ortsbeirat von Westheim hatte sich zuvor mit dem Thema befasst und für die Erweiterung gestimmt. Die bisher im Stadtgebiet Marsberg ausgewiesene Naturparkfläche beschränkt sich im Wesentlichen auf Flächen um Meerhof und nördlich von Westheim und beträgt circa 20,5 Quadratkilometer. Die Erweiterung um nochmals 15 Quadratkilometer tangiert die Gemarkungen Meerhof, Oesdorf, Westheim, Niedermarsberg und Essentho. Umgrenzt wird die Fläche von der Kreisstraße 69 zwischen Meerhof und Essentho im Norden, der L549 zwischen Essentho und Niedermarsberg im Westen und der B7 zwischen Niedermarsberg und Westheim sowie der hessischen Landesgrenze.im Süden.

Positive Aspekte der Erweiterung sind, dass die Greifvogelauffangstation in Essentho, die bereits eine wichtige Rolle bei der Umweltbildung spielt, und die Egge-Diemel-Grundschule in Westheim, die bereits anerkannte Naturparkschule ist, dann auch territorial zum Naturpark gehören.

Außerdem verspricht man sich eine touristische Aufwertung und ein stärkeres Augenmerk für den Europäischen Fernwanderweg, den Hermannshöhenweg, oder die Via Regia.

Die Grenzerweiterung ist auch aus förderrechtlicher Sicht sinnvoll: So können hier zukünftig Föderprojekte mit bis zu 70 Prozent gefördert werden.

Die wesentlichen Aufgaben eines Naturparks sind die Unterstützung der Regionalentwicklung, der Umweltbildung und der Förderung landschaftsbezogener Erholungsorte im Rahmen der Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus. Dabei wird eng mit Partnern zusammengearbeitet, die Lebensmittel oder andere Produkte produzieren und dabei die natürlichen Ressourcen nutzen und auch schützen.

Mit der Ausweisung eines Naturparks werden aber keine neuen räumlichen Nutzungsregeln aufgestellt, wie man sie aus Landschafts- oder Naturschutzgebieten kennt. Sie bedeutet auch keine Einschränkung bei der städtebaulichen Entwicklung.

Nach dem positiven kommunalen Ratsbeschluss muss als nächstes der Kreistag über die Erweiterung beraten. Anschließend stellt der Zweckverband des Naturparks einen entsprechenden Antrag bei der Bezirksregierung Detmold. Diese verfasst eine Stellungnahme für das Landesministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, welches letztendlich die Genehmigung erteilt.

Der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge wurde 1965 gegründet. Mit 2736 Quadratkilometern ist er flächenmäßig der zweitgrößte in Nordrhein-Westfalen und der sechstgrößte in Deutschland. Der gesamte Naturpark erstreckt sich über fünf Kreise und eine kreisfreie Stadt - Marsberg ist die einzige Kommune außerhalb des Regierungsbezirks Detmold.

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