Training für die Zukunft

Marsberger Sekundarschüler nehmen an Bewerbungsplanspiel „Ready-Steady-Go“ teil

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Die Neuntklässlerinnen Lara Kröger, Merle Fobbe und Mia Gruß (v.l.) ließen sich von ihrem Klassenlehrer Simon Müller Tipps geben, welchen Arbeitgeber sie als nächstes aufsuchen könnten.

Marsberg. Solch einen Andrang hatten die Organisatoren des Bewerbungsplanspiels „Ready-Steady-Go“ noch nicht erlebt: Rund 100 Schüler der neunten Klassen drängelten sich im großen Saal des Bürgerhauses: Zum ersten Mal kooperierten die Veranstalter – die heimische Ortsgruppe der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) – mit der Sekundarschule Marsberg, da Haupt- und Realschule bekanntermaßen auslaufen.

„Bewaffnet“ mit ihren Bewerbungsunterlagen, suchten die Schüler sich einen der rund 20 Arbeitgeber aus, mit dem sie ein simuliertes Bewerbungsgespräch für einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz – oder sogar eine feste Anstellung führen wollten.

Darunter waren traditionelle Handwerksbetriebe (Bäcker, Maler, Dachdecker, Tischler), Industriebetriebe wie die Wepa oder Ritzenhoff, Versicherungen, Einrichtungen und Unternehmen aus dem Gesundheitssektor und der Altenpflege, Autohäuser und Maschinenbaubetriebe, Kindergärten und die Verwaltung der Stadt Marsberg.

Dazu kamen noch Beratungsstellen von Schulen, Ämtern oder Verbänden, wie das Berufskolleg Olsberg, die Handwerkskammer Südwestfalen, der Sozialdienst Katholischer Frauen, des Jugendbegegnungszentrums Marsberg, der Betriebsrat der Firma Oventrop, die Agentur für Arbeit, sowie natürlich die IG BCE selbst. Von ihren Interviews und Gesprächen zurückgekehrt, berichteten die Schüler ihren Lehrern, laut Lehrerin Annette Schneider oft mit „freudestrahlenden Gesichtern“, wie es gelaufen sei. Eine Schülerin bekam sogar einen realen Praktikumsplatz.

Rollenspiel mit echten Arbeitgebern

Beraten von den Pädagogen, suchten sie sich sodann einen weiteren potenziellen Arbeitgeber aus, bei dem sie vorstellig wurden. Natürlich gab es auch einige, bei denen es nicht so gut funktionierte, die zu unsicher oder nicht gut vorbereitet waren. Umso hilfreicher ist für die Schüler dieses Rollenspiel mit echten Arbeitgebern. Hier können sie „mit Netz und doppeltem Boden“ trainieren und wertvolle Tipps erhalten.

Die 15-Jährige Lara Kröger hat schon eine Vorstellung davon, in welche Richtung es gehen soll: Sie möchte einen sozialen, kommunikativen Beruf. In den Bewerbungsgesprächen, sei es beim Physiotherapeuten oder der Versicherung, hätte sie die Anstellung bekommen, erzählt sie stolz.

„Mich präsentieren ist meine Stärke“, sagt sie selbstbewusst. Sie hat selbst schon viel unternommen: Neben dem obligatorischen Schulpraktikum hat sie auch bereits ein freiwilliges Praktikum in der Altenpflege absolviert. Das Bewerbungsplanspiel findet sie dennoch hilfreich: „Es gibt einem eine größere Sicherheit, beim Bewerbungsgespräch und auch, ob die Bewerbungsunterlagen gut sind.“

Was sie beruflich einmal machen wollen, wissen Benedikt Vonnahme und Jonas Raue schon genau: Beide wollen Landmaschinentechniker werden. Sie haben sich beim Arbeitsamt nach möglichen Arbeitgebern in der Region erkundigt.

Bei der Handwerkskammer haben sie sich aber auch darüber informiert, „welche Berufe es sonst noch so gibt“, so Jonas. Auch Gerrit Konrad möchte in den technischen Bereich: Er hat sich beim Berufskolleg und bei der Agentur für Arbeit für den Beruf des Informationstechnischen Assistenten erkundigt. Am Planspiel schätzt er, dass „man relativ gut üben kann, wie man sprechen soll“ und dass „jemand sich die Bewerbungsunterlagen anguckt“.

„Das ging oft nicht sehr in die Tiefe“

Jörg Schünemann vom Berufskolleg Olsberg hat recht unterschiedliche Erfahrungen mit den Schülern gemacht: „Manche bekamen kaum den Mund auf und manche waren schon sehr fit.“ Einige hätten auch interessante Lebensläufe gehabt, von denen er glaubt, dass man daraus eine Menge Kapital schlagen kann. „Was fehlte, war das Wissen über die Berufe. Das ging oft nicht sehr in die Tiefe“, merkte Schünemann an. Insgesamt, so sein Fazit, seien die Schüler vom Sozialverhalten und Auftreten her aber „top“ gewesen.

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