LWL-Klinik feiert 200-jähriges Bestehen mit Tag der offenen Tür

Ein Mikrokosmos Marsbergs

„Was macht das Pferd im LWL?“ Dieser Frage gingen die Besucher auf dem Rücken der Therapiepferde nach. Foto: Sens

Weit geöffnet hatte die LWL-Klinik Marsberg am vorigen Sonntag ihre Türen, um Besuchern das ganze Spektrum ihrer Arbeit zu präsentieren. Unterhaltung und Spaß durften natürlich auch nicht zu kurz kommen.

Schon des Öfteren hat sich die Klinik der Öffentlichkeit vorstellt – dieses Jahr stand der Tag der offenen Tür unter einem besonderen Stern: 200 Jahre gibt es die LWL in Marsberg. 1814 durch die Säkularisation aus einem Kloster entstanden, ist sie eine der ältesten psychiatrischen Kliniken in Westfalen. „Die ganze LWL ist ein Mikrokosmos Marsbergs – und die LWL-Klinik Marsberg ist ein Abbild der gesamten psychiatrischen Arbeit des Landesverbandes Westfalen Lippe“, erklärte der Stellvertretende Krankenhausdezernent Thomas Profazi bei seiner Begrüßung. „200 Jahre LWL in Marsberg heißt auch 200 Jahre Partnerschaft mit der Stadt Marsberg“, so der Dezernent.

Bürgermeister Klaus Hülsenbeck bestätigte: „Mit den LWL-Einrichtungen hat sich auch die Stadt weiterentwickelt. Heute ist sie mit rund 1.700 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in Marsberg.“ Für viele junge Marsberger böte sie zudem mit ihren 78 Ausbildungsplätzen und Praktikumsangeboten eine gute berufliche Perspektive, fuhr der Bürgermeister fort. Die LWL sei zudem ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Stadt, durch Bauaufträge und die Kaufkraft von Mitarbeitern und Patienten. Kooperationen verankern die LWL zudem sozial und gesellschaftlich, wie das Beispiel der Patenschaft für den Barfußpfad des Naturerlebniswaldes in Meerhof zeigt. „Die vielfältigen Aktivitäten helfen zudem, Berührungsängste zwischen Patienten und Bürgern der Stadt abzubauen“, folgerte Hülsenbeck.

Alte Fachliteratur als Fundgrube

Die Verbundenheit zwischen Stadt und Klinik kam auch auf dem Festgelände zum Ausdruck, wo sich Klinikmitarbeiter, Patienten und Angehörige mit den Einwohnern der Stadt mischten. Die einen froh, einmal Wert und Einfallsreichtum ihrer Arbeit demonstrieren zu können, die anderen stolz, ihr Zuhause zu zeigen, jene interessiert, sich einen möglichen Altersruhesitz anzusehen – und die nächsten, um einen erlebnisreichen Nachmittag zu verbringen.

Besonders für Kinder war ein abwechslungsreiches Mitmachangebot vorhanden: Wanderstöcke konnte man schnitzen, Kaleidoskope basteln, sich am Riesen-Tischkicker beweisen, auf die Outdoor-Dartscheibe schießen. Bei vielen dieser Angebote, so auch beim Reiten auf den Therapiepferden, gab es einen eindeutigen Bezug zum pädagogischen und therapeutischen Arbeit der Klinik. Die Demonstration einer Fettexplosion beeindruckte alle in ihrer Wucht.

Für die Erwachsenen boten sich viele Stationsbesichtigungen mit einzelnen Angeboten und Vorträgen an. Auf großes Interesse stießen auch die Ausstellung in der Klinikkirche, die liturgische Geräte sowie historische Fotos präsentierte sowie die Ausstellung der Klinikbibliothek mit bis zu 200 Jahre alten psychiatrischen Fachbüchern – nicht nur für Fachleute eine Fundgrube.

Am Freitag sprach Diplom-Bibliothekar Wilm Steinmetz, der seit vielen Jahren nicht nur in Marsberg, sondern auch in vielen anderen Kliniken die Fachbibliotheken betreut, im Festsaal der Klinik über ausgewählte Dokumente der Jahre 1814 bis 1914.

Am heutigen Sonntag, 17 Uhr, referiert der Kunsthistoriker Dr. Bodo Vormweg in der Klinikkirche über neugotische Kirchen in Marsberg. Der Eintritt ist frei. Höhepunkt des Jubiläumsjahres, das von einer Vielzahl an Fachvorträgen begleitet wurde, wird der Festakt zum 200-jährigen Jubiläum am 14. November sein.

Weitere Impressionen vom Tag der offenen Tür in den LWL-Kliniken Marsberg gibt es online unter www.sauerlandkurier.de (Galerien). (Von Kristin Sens, marsberg@sauerlandkurier.de)

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