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Mit Hightech in die Vergangenheit: Beim Dorfrundgang können Gäste Padberg auch virtuell erleben

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Von: Kristin Sens

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Reinhard Becker und Reinhard Götte am Ehrenmal.
Reinhard Becker und Reinhard Götte am Ehrenmal. © Sens, Kristin

Als „Herren des Rings“ bezeichnen sich die geschichtsbewussten Padberger – aber korrumpieren lassen sie sich nicht von „dem einen“ im Gegenteil: Was sie auf die Beine stellen, dient immer der Allgemeinheit – der eigenen Bevölkerung wie Gästen gleichermaßen.

Padberg – Obendrein sind sie, trotz aller Wertschätzung für Traditionen, auf der Höhe der Zeit. Nun haben sie mit ihrem Dorfrundgang „Die Herren des Ringes 2.0“ ein echtes „Meisterstück“ abgeliefert. Am Sonntag wurde das neue Angebot eingeweiht.

Neun Stationen lassen sich in gut 30 Minuten erkunden, entweder ganz klassisch mit einem persönlichen Guide bei einer öffentlichen Führung oder individuell mithilfe eines Flyers sowie Infotafeln und QR-Codes an den einzelnen Stationen – oder gänzlich virtuell auf der Homepage des Padberger Fördervereins www.ring-padberg.de/dorfrundgang.

Los geht’s unmittelbar auf dem neu gestalteten „Marktplatz-Dorfplatz“, der erst vor zwei Jahren eingeweiht wurde. Um ihn herum gruppieren sich als weitere Stationen Synagoge, Pumpenstein, Bildstock und Ehrenmal. Dann geht es bergauf, zur neuen und zur alten Kirche sowie zur Christine-Koch-Schule, bevor der Rundgang am Wegekreuz als höchstem Punkt endet, wo man eine schöne Aussicht über den ganzen Ort mit seinen markanten Kirchen hat. Es ist geplant, die Tour zu einem späteren Zeitpunkt zu erweitern.

An jeder Station kann man die Informationen auf Tafeln selbst lesen oder sich Audiofassungen über das Smartphone anhören. Eingelesen wurden die Texte von niemand geringerem als Markus Hiegemann, der als bekannter Radiomoderator nicht nur die nötige Professionalität als Sprecher mitbringt, sondern aufgrund seines persönlichen Engagements sich mit der Heimatgeschichte bestens auskennt.

O-Töne wie Fahrradgeklingel – Padberg ist eine Station auf dem beliebten Diemelradweg – Glockengeläut oder auch das Geplätscher am Brunnen sorgen für ein authentisches Feeling. Dazu kommen mundartliche Gedichte, Gesangseinlagen, Zitate und Interview-Auszüge, welche das Angebot zu einer ebenso informativen wie kurzweiligen Angelegenheit machen.

Begonnen haben die Planungen zur Aufwertung des Dorfmittelpunkts bereits vor rund 20 Jahren anlässlich der Vorbereitungen zur 975-Jahr-Feier, blickte Reinhard Becker, Vorsitzender des Fördervereins Ring Padberg, zurück. Die nötigen Mittel aufzutreiben, war aber schwierig. Dann kam das interkommunale Entwicklungsprogramm IKEK, welches sich zugleich als Fluch und als Segen erwies, wie Becker einräumte. Denn durch den Prozess verzögerte sich die Umsetzung weiter. Andererseits gab er Raum für neue Ideen, wie den Dorfrundgang.

Der 2021 eingeweihte Dorfplatz mit der „Raubritter-Tafelrunde“ werde gut angenommen, sowohl von den Einheimischen, wie von Touristen, „genau, wie wir uns das vorgestellt haben“, freute sich der Vorsitzende. Die Padberger können sich sicher sein, dass der Dorfrundgang ein ebenso positives Echo erfahren wird – nicht zuletzt dank der drei verschiedenen Möglichkeiten, ihn zu erleben. Finanziert wurde das Projekt mit Hilfe von Leader-Mitteln.

Reinhard Götte und Reinhard Becker vom Förderverein Ring Padberg demonstrierten, wie die Nutzung der Audiodateien vor Ort – hier an der Station Synagoge – funktioniert.
Reinhard Götte und Reinhard Becker vom Förderverein Ring Padberg demonstrierten, wie die Nutzung der Audiodateien vor Ort – hier an der Station Synagoge – funktioniert. © Kristin Sens

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