Förderverein Kloster Bredelar berichtet über Erwerb des Selzer-Teils

Neue Eigentumsform entwickelt

Josef Hennebrüder von der IDG stellte das Konzept für „Wohnen und Nutzungsvielfalt im Kloster“ vor.

Entscheidende Fortschritte sind dem Förderverein Kloster Bredelar im vergangenen Jahr gelungen. Das berichtete der Erste Vorsitzende Franz-Josef Bohle auf der Jahreshauptversammlung in Bredelar.

Im Vordergrund stand vor allem der Erwerb des Eckgrundstücks, dem sogenannten Selzer-Teil. Ein Vertreter der mit der Projektentwicklung betrauten IDG wies dabei vor allem auf die neue Eigentumsform und die „einzigartige Kombination von öffentlicher und privater Nutzung“ hin.

Ohne den Erwerb des Grundstücks im Südflügel – dem fehlenden Mosaikstein im Gebäudekomplex – wären alle Überlegungen für das generationenübergreifende Projekt „Leben und Wohnen im Kloster“ immer noch Utopie. Zurzeit wird das stark verkommene Gebäude mit tatkräftiger Unterstützung durch viele Mitglieder entrümpelt und instand gesetzt. Parallel dazu läuft die Planung.

Josef Hennebrüder von der Düsseldorfer Immobilien-Dientsleistungs-Aktiengesellschaft IDG wird das Projekt professionell entwickeln. Bei der Versammlung stellte er sein Konzept vor. „Die Marktanalyse hat gezeigt, welches Entwicklungspotential in dem Vorhaben steckt“, berichtete er. In Arbeitskreisen und Bürgerversammlungen wurde festgelegt, welche Angebote das Projekt Wohnen und Nutzungsvielfalt, wie der neue Arbeitstitel lautet, im Kloster haben soll. Neben den privaten Wohnungen will man im öffentlichen Bereich eine Gastronomie und Beherbergung mit einem Angebot an Ferienwohnungen unterbringen. Kunst und Handwerk wird eine Plattform geboten. Dazu kommen einige Servicedienstleistungen.

Das ganze Unterfangen soll als Genossenschaft organisiert werden, der sichersten Rechtsform überhaupt, wie Hennebrüder erklärte. „Wir haben eine neue Eigentumsform entwickelt – etwas zwischen Mieten und Kaufen. Die Kombination von öffentlicher und privater Nutzung ist zudem einzigartig.“

Ein „glaubwürdiges Alleinstellungsmerkmal“ hält er neben einem wirtschaftlich tragfähigen Konzept für die wichtigste Voraussetzung für das Gelingen des Projekts. Die Genossenschaft, so erläuterte er, sei eine geschlossene Gesellschaft, getragen zum einen von den Nutzern und zum anderen von fördernden und investierenden Mitgliedern. Wer eine Wohnung kauft, kann sie selbst nutzen oder untervermieten und erwirbt ein lebenslanges, vererbbares Recht daran. Wer Anteile an der Gesellschaft, oder zum Beispiel eine Ferienwohnung erwirbt und diese vermietet, für den ist es eine Geldanlageform. Die Anteilseigner haften dabei nicht unternehmerisch. Diese unterschiedlichsten Beteiligungsformen machen das Projekt so attraktiv, ist Hennebrüder überzeugt.

Zusammen mit dem Architekten Eckhard Lohmann hat man sich auch schon Gedanken zur Gestaltung der Anlage gemacht. Ein „repräsentativer Eingang“ soll der einstigen Bedeutung des Klosters Rechnung tragen. Wichtig sind zudem barrierefreie Zugänge. Am 13. Mai findet der nächste Workshop statt, bei dem die Inhalte des Projekts ausgefüllt werden sollen. „Dann,“ so Bohle, „tritt das Vorhaben in eine ganz heiße Phase“. Im nächsten Jahr könnten bereits die ersten Bauarbeiten im Ostflügel beginnen. Dann soll auch schon das erste Kunstprojekt realisiert werden, ein Deutsch-Niederländischer Skulpturenpark. Bereits für 2015 ist der Beginn einer Biennale geplant, die deutsche und niederländische Bildhauerkunst präsentiert. „Das wird national und international ein ganz großes Ding“, ist Bohle überzeugt.

Welche Vorhaben der Förderverein sonst noch verfolgt, lesen Sie in unserer nächsten Ausgabe. (Von Kristin Sens, marsberg@sauerlandkurier.de)

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