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Neues Konzept gegen Brände: Das sieht es vor

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Neues Konzept Brände Marsberg Feuerwehren
Die Marsberger Feuerwehren probten jetzt das Löschen eines Waldbrandes. © Privat

Dass Waldbrände eine große Herausforderung für die Feuerwehr darstellen, das wurde 2020 und 2021 auch im Stadtgebiet Marsberg deutlich. Auch in benachbarten Städten und Gemeinden kam es seit 2019 vermehrt zu größeren Waldbränden. Drei große Waldbrände forderten die Einsatzkräfte heraus, sowohl personell als auch materiell.

Marsberg – Selbst bei Bränden auf relativ kleiner Fläche ist ein großer Bedarf an Einsatzkräften, Geräten und Fahrzeugen nötig.

Oft handelt es sich um Einsatzstellen in schwer zugänglichen Gebieten, in denen wenig Löschwasser zur Verfügung steht. Nicht selten ist der eigentliche Brandherd nur schwer aufzufinden, da beim Absetzen eines Notrufes meist nur eine Rauchentwicklung aus einem Waldgebiet gemeldet wird und eine exakte Ortsangabe dem Anrufer nicht möglich ist, informiert die Feuerwehr der Stadt Marsberg.

Ausreichende und vorgeplante Anzahl an Einheiten

Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre hat ein Arbeitskreis der Feuerwehr Marsberg ein Konzept entwickelt, das bei künftigen Waldbrandeinsätzen zur Anwendung kommen soll. Es sieht vor, dass rechtzeitig eine ausreichende und vorgeplante Anzahl an Einheiten alarmiert werden, die im Falle eines Waldbrandes festgelegte Aufgaben zu erfüllen haben.

Dieses Konzept wurde kürzlich in zwei Waldbrandübungen durch die Feuerwehr Marsberg erstmals umgesetzt, um es für die konkrete Einsatzpraxis zu erproben. Die erste Übung fand in Obermarsberg statt, angenommen wurde ein Brand unterhalb des Priesterbergs oberhalb der Skihütte. Später erfolgte die zweite Übung in Essentho, oberhalb der Eggehütte wurde die Einsatzstelle festgelegt.

Große Menge an Löschwasser

Das Konzept sieht vor, dass bei der Meldung auch eines kleineren Waldbrandes neben den Einheiten vor Ort auch die Tanklöschfahrzeuge aus Marsberg und Essentho, die Drohnengruppe der Feuerwehr Marsberg und der ELW des Löschzugs Marsberg mit alarmiert werden. So ist eine große Menge an Löschwasser schon in der frühen Phase eines solchen Einsatzes zur Verfügung gestellt. Mit einer Drohne kann zeitnah aus der Luft die genaue Lage der Einsatzstelle und ihre Ausdehnung festgestellt werden.

Sollte sich nach der ersten Lageerkundung zeigen, dass die Gefahr der Brandausbreitung besteht, werden weitere Einheiten alarmiert, die jetzt für festgelegte Aufgaben zuständig sind: Die Führungsunterstützung rückt aus, um die Einsatzleitung bei der Lagebeurteilung und Planung der Einsatzmaßnahmen zu unterstützen.

Räumliche Planung der Einsatzstelle enorm wichtig

Vor allem die räumliche Planung der Einsatzstelle ist bei Waldbränden enorm wichtig, da die Anfahrtswege oft nur eingeschränkt nutzbar sind und man nicht von jedem beliebigen Punkt aus die Maßnahmen umsetzen kann.

Für den Aufbau eines zehn Kubikmeter fassenden Faltbehälters für Löschwasser sind der Gerätewagen Logistik des Löschzugs Marsberg und die Löschgruppe aus Obermarsberg oder Oesdorf zuständig, je nach Einsatzort. Dabei organisieren die genannten Löschgruppen den Aufbau und Betrieb des Faltbehälters selbständig.

Fahrzeuge mit großem Löschwasserbehälter eingeplant

Für die Bereitstellung von Löschwasser in einem Pendelverkehr sind Fahrzeuge mit großem Löschwasserbehälter eingeplant, unter anderem die Löschgruppe Heddinghausen und der Löschzug Marsberg. Diese Fahrzeuge werden eingesetzt, um die Faltbehälter im Pendelverkehr mit Löschwasser zu befüllen. Von dort aus wird das Löschwasser zur Einsatzstelle gefördert; für eine eventuelle Wasserförderung über lange Wegstrecke stünde wiederum der Gerätewagen Logistik mit Schlauchmaterial bereit.

Da eine solche Einsatzplanung eine große Anzahl an Fahrzeugen und Einsatzkräften verlangt, ist die Löschgruppe Giershagen für die Einrichtung und Führung eines Bereitstellungsraums vorgesehen. Dieser dient als zentraler Anfahrpunkt für alle anrückenden Einsatzfahrzeuge. Von dort aus werden sie dann in den Einsatz geschickt, wenn sie benötigt werden und ihr konkreter Einsatzort feststeht. So soll dem Problem vorgebeugt werden, dass gerade in der hektischen Frühphase eines solchen Einsatzes zu viele Fahrzeuge in den Einsatzbereich geraten und diese dann nur sehr schwer zu führen sind. Über einen Bereitstellungsraum können die benötigen Einheiten koordiniert zu ihren genauen Einsatzorten oder -abschnitten abrücken.

Die Löschgruppe Meerhof übernimmt in diesem Fall die Aufgabe, für eine erste Versorgung der Einsatzkräfte zu sorgen, zum Beispiel mit Kaltgetränken.

Anregungen für die konkrete Einsatzpraxis gewonnen

Dieses Konzept, beginnend mit der Alarmierung und der Übernahme der vorgeplanten Aufgaben, wurde kürzlich von der Feuerwehr Marsberg geübt und ausgewertet. Aus den Übungsverläufen konnten zahlreiche Anregungen für die konkrete Einsatzpraxis gewonnen werden. Ebenso wurde deutlich, dass auch weiterhin Nachbesserungen nötig sind.

Insgesamt konnte die Übungsleitung bilanzieren, dass mit der Umsetzung der vorgeplanten Maßnahmen die Feuerwehr der Stadt Marsberg gut vorbereitet ist für die Herausforderungen, die durch einen größeren Waldbrand auf die Einsatzkräfte zukommen.

Bestehendes Konzept wird weiter entwickelt

Über 100 Feuerwehrfrauen und -männer aus dem gesamten Stadtgebiet nahmen an diesen Übung teil, die von Cyrill Stute (Leiter des Arbeitskreises Waldbrand) und Andreas Wiegelmann (Leiter der Führungsunterstützung) vorbereitet wurden. Die Erkenntnisse dieser Übungen werden von dem genannten Arbeitskreis Waldbrand aufgegriffen werden, um das bestehende Konzept weiter zu entwickeln.

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