„Ort der Nächstenliebe“

Neues Pfarrheim in Essentho heißt nach feierlicher Einweihung Antoniushaus

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Das neue Antoniushaus, benannt nach dem Namen des Schutzpatrons von Essentho, wurde jetzt feierlich eingeweiht.

Essentho. „Ich taufe dieses Gebäude auf dem Namen Antoniushaus, nach dem Namen des Schutzpatrons von Essentho.“ – Es war ein feierlicher, aber auch ein fröhlicher Moment, als Propst Meinolf Kemper dies während des Festhochamts für die Einweihung des neuen Pfarrzentrums in Essentho verkündete.

„Wir leben in einer Zeit, in der man sich, aus demographischen Gründen, eher von Kirchen trennen und Gebäude abreißen muss“, hatte der Propst die Gemeindemitglieder zuvor begrüßt. Umso bemerkenswerter ist es daher, wenn eine Gemeinde sich an das Wagnis eines Neubaus macht.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung war, dass ein barrierefreier Umbau des alten Pfarrhauses zu einem Gemeindezentrum nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand möglich gewesen wäre – und dass neben dem alten, backsteinernen Pfarrhaus (das im Übrigen inzwischen verkauft werden konnte) ein Grundstück frei war. Nun ist ein modernes, ebenerdiges und lichtdurchflutetes neues Pfarrheim entstanden, mit Büroräumen, Küche, Veranstaltungssaal und einem Raum für die Jugendlichen, den diese, im Rahmen der 72-Stunden-Aktion an diesem Wochenende, selbst gestalten und einrichten werden.

„Ein Pfarrzentrum ist kein Pfarrheim; das ist eigentlich die Kirche“, mahnte der Propst und meinte damit, dass der spirituelle Mittelpunkt einer Gemeinde immer der Sakralbau sein muss. Aber viele Dinge lassen sich in einem Kirchengebäude nicht angemessen umsetzen. Zudem liegt das neue Pfarrheim auch in unmittelbarer Nachbarschaft.

Offen für alle Konfessionen

„Viele von Ihnen haben Stunden, Tage, Monate – teilweise Nächte – hineingesteckt, damit wir wieder ein Pfarrheim haben, wo wir zusammen sein können“, bedankte sich Vikar Christian Fleiter bei der Gemeinde. Der erleichterte Satz: „Wir haben es geschafft“, sei aber kein Grund auszuruhen, sondern solle eher ein Ansporn sein: „Das Gebäude ist zwar eine wichtige Hilfe, aber es ist nur ein Mittel um Jesus Christus zu verkünden und es braucht die Menschen darin, um den Glauben zu stärken. Wir müssen jetzt erst richtig loslegen, den lebendigen Glauben zu stiften“, so der Vikar. Er habe die Kommunionkinder gefragt, wie man zeigen könne, dass man „ein Fan von Jesus“ ist. Die Antwort erscheint vordergründig einfach: „Als Christ lieben.“ So soll auch das neue Pfarrheim ein Ort sein, „wo wir einander lieben“. Die Umsetzung, die Praktizierung des Akts der Nächstenliebe, sei aber immer wieder eine große Herausforderung. „Wir können hier auf Erden nicht vollkommen sein – aber wir können uns bemühen; das ist schon ein Anfang“, so Fleiter. Dann müsse man auch das Pfarrheim in fünf Jahren vielleicht nicht wieder abreißen, sondern müsse aufstocken, weil immer mehr Menschen kommen, wagte Kemper einen hoffnungsvollen Ausblick – und verband ihn mit der ausdrücklichen Einladung an alle Konfessionen, das Haus zu nutzen.

Nach der Segnung des Gebäudes blickte Eberhard Banneyer vom Kirchenvorstand auf die rund drei Jahre Plan- und Bauzeit zurück und dankte allen, die, persönlich oder mit finanzieller Zuwendung, das Vorhaben vorangebracht haben. „Es soll ein Gebäude für die Jugend, das Mittelalter, die Senioren und die ganz Alten sein, wo man Freud und Leid miteinander teilt“, schloss Banneyer. „Es fügt sich harmonisch in die Umgebung ein, ist barrierefrei und mehr als lichtdurchflutet, es ist, als stünde es schon seit eh und je an dieser Stelle“, lobte Bürgermeister Klaus Hülsenbeck den Bau. Für die Jugend hatte er einen kleinen Beitrag von der Stadt für die Ausstattung ihres Raumes dabei. „Das neue Antoniushaus wird das Gemeindeleben weiter bereichern“, zeigte sich Hülsenbeck abschließend überzeugt.

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