Zuversicht und Schaffenslust

Neujahrsempfang des Bürgermeisters im Kloster Bredelar setzt positive Akzente

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Jubelnd nahm die Dorfgemeinschaft Canstein den Bürgerpreis entgegen. Blumen erhielten Alena Berger und Frederike Hogrebe (li.) als „Botschafterinnen der Stadt.

Bredelar. Eines der ersten gesellschaftlichen Highlights im neuen Jahr war der Neujahrsempfang der Stadt Marsberg, bei dem nicht nur prominente Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kirche und Kultur gern gesehene Gäste sind, sondern alle Marsberger Bürger – besonders jene, die sich ehrenamtlich um die Gemeinschaft besonders verdient machen, wie zum Beispiel die Cansteiner, die an diesem Abend als sehr aktive Dorfgemeinschaft mit dem Bürgerpreis der Stadt Marsberg geehrt wurden.

Zuvor jedoch hielt, wie es bei einem Neujahrsempfang guter Brauch ist, Bürgermeister Klaus Hülsenbeck seine Ansprache. Er begann mit einem Gedicht von Norbert van Tiggelen, in dem jeder nur erdenkliche Neujahrswunsch aufgezählt wird, wie Glück, Glauben, Liebe und Frieden – vor allem jedoch Stärke, Mut, Zuversicht und Lebenslust. „Besonders die Schaffenslust, wie im letzten Absatz des Gedichtes von Norbert van Tiggelen beschrieben, sollte bei niemandem sowohl im privaten, geschäftlichen und auch ehrenamtlichen Bereich verloren gehen“, schloss sich der Bürgermeister diesen Wünschen an. Er ging in der Folge auf die „zahlreichen Ehrenamtler“ ein, welche „ auf hohem Niveau“ ihre Ämter für die Allgemeinheit ausübten. „Das ist gelebtes Miteinander, das ist Lebensqualität“, so Hülsenbeck. Der Bürgermeister dankte besonders der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr in Marsberg, „für den effizienten, hochprofessionellen Einsatz bei allen brandheißen und sonstigen Einsätzen, nicht zuletzt beim heutigen Neujahrsempfang“. 

Erfreut zeigte sich der Bürgermeister auch darüber, dass, neben der Heddinghausener Ortsbürgermeisterin Rabea Padberg, mit Sandra Koch (Canstein) und Sandra Pohlmeyer (Niedermarsberg) noch zwei weitere Damen hinzugekommen seien. Auch die Ortschronisten und Ortsheimatpfleger fanden lobende Erwähnung. Stellvertretend für alle Schützen, waren erstmals alle Königspaare der Stadt und die Vereinsvorsitzenden eigens eingeladen. „Besonders stolz“ zeigte sich Hülsenbeck, dass Alena Berger, beim WP-Wettbewerb „Königin des Jahres 2018“ zur zweiten Siegerin gewählt worden war. „Giershagen und Marsberg sind dadurch in Südwestfalen und weit darüber hinaus ein Stück bekannter geworden“, so der Bürgermeister.

Schuldenlast nur 100 Euro pro Einwohner

Auch die erfolgreiche Leichtathletin und mehrfache Deutsche Meisterin Frederike Hogrebe aus Padberg habe Marsbergs Licht in die Welt getragen. Bei Beiden, Alena Berger und Frederike Hogrebe, bedankte sich der Bürgermeister mit einem Blumenstrauß. Besondere Erwähnung fanden auch die Fahrer des Bürgerbusses, unter denen nun erstmalig auch eine Frau sei.

In der Folge ging der Bürgermeister auf die Erfolge des abgelaufenen Jahres ein und blickte auf die Herausforderungen der Zukunft. Als Highlights bezeichnete er, unter anderem, die Eröffnung der Bürgerwiese, die Öffnung der neuen Diemelbrücke, Ikek, die Verleihung des Julius Drescher Preises für die Bürgerwiese, das Jubiläum der Niedermarsberger Schützen, die Gedenkveranstaltung anlässlich der Pogromnacht und die Ordensverleihung an Klaus Dropmann durch das russische Außenministerium. Erwähnt wurde natürlich auch die positive Entwicklung der Finanzen: Aufgearbeitete Haushaltsabschlüsse, positive Salden in den Haushaltsentwürfen und eine reduzierte Schuldenlast von umgerechnet 100 Euro pro Einwohner zum Ende des Jahres. In den kommenden Jahren müsse zwar weiterhin gespart, aber ebenso sinnvoll investiert werden.

Erfolgreich abgeschlossen wurden im vorigen Jahr auch die archäologischen Grabungen im nördlichen Teil des Gewerbegebiets Westheim II. „Jetzt kann endlich der Vertrag mit dem Großinvestor geschlossen werden“, freute sich der Bürgermeister und ergänzte, dass weitere Investoren kurz vor der Vertragsunterschrift stünden. Um auch danach „weiter handlungsfähig“ zu sein, werde jetzt auch die Südfläche archäologisch aufgearbeitet.

Bürgermeister Klaus Hülsenbeck blickt zuversichtlich in die Zukunft.

“So, wie sich unsere Stadt jetzt insgesamt nach vorn ausrichtet, muss auch die Verwaltung schlagkräftig für die Zukunft aufgestellt werden“, wandte sich Hülsenbeck dem Kommenden zu. Kindergärten und Schulen würden besonders in den Fokus gerückt - siehe Programm „Gute Schule“ - deshalb werde der Bereich Schule, Sport und Kultur, der bedingt durch den Stärkungspakt dem Ordnungsamt angegliedert wurde, wieder als eigenes Amt geführt. Einen „deutlich höheren Stellenwert“ werde man auch dem Thema Digitalisierung einräumen. „Lassen sie uns nicht in Angst vor dem Unbekannten erstarren, sondern auf Innovationshunger setzen“, appellierte der Bürgermeister. Das betreffe auch die Wirtschaft.

An die Vereine gerichtet, kündigte der Bürgermeister an, dass man sich bemühen werde, auf die Kostenbeteiligungen zukünftig wieder zu verzichten; „wenn möglich, schon ab 2019“. Weitere Schwerpunktaufgaben der kommenden Jahre seien die Umsetzung des Ikek-Programms, der Anbau an das Rathaus zur Unterbringung des Sozialamts, das Thema Regionale 2025, der neue Brandschutzbedarfsplan, das Innenstadt-Verkehrskonzept sowie das neue Heimatprogramm des Landes NRW. Der Heimatpreis wurde inzwischen von der Bezirksregierung bewilligt. Zu den übrigen Aspekten des Landesprogramms (Heimatwerkstatt, Heimatfond und Heimatzeugnis) werde es in den nächsten Wochen weitere Informationen geben.

Bürgerpreis geht an Canstein

„Über allem steht das Oberziel, unsere Stadt noch lebenswerter und attraktiver zu machen“, so Hülsenbeck. Er sprach zwar die Problemfelder Innenstadt und Verkehrsentwicklung an, zeigte sich aber zuversichtlich: „Ich glaube auch, dass wenn die Urbanisierung so weitergeht, es in den Großstädten immer enger wird und die Miet- bzw. Immobilienpreise dort weiter steigen, sich der Trend irgendwann umkehrt und sich die Menschen wieder nach Natur und ländlichem Raum sehnen. Und genau hier hilft uns das Internet bzw. die Digitalisierung weiter. Weit weg von der Firma kann man am Home-Computer arbeiten.“ Der Bürgermeister schloss seine Ansprache mit einem Appell, bei der Europawahl im Mai wählen zu gehen, denn der europäische Gedanke sei „ein hohes Gut“.

Den Aufruf zum Wählen unterstrich Landrat Dr. Karl Schneider in seinem Grußwort ebenfalls: „Europa bedeutet Wohlstand“, betonte er. Gleichzeitig mahnte er an, dass Europa ein „Kontinent der Freiheit“ werden muss – und „nicht der Vorschriften“.

Nach dem Besuch der Sternsinger gab es ein Podiumsgespräch zwischen Andreas Melliwa und dem Prokuristen der Westfalen-Weser-Netz Michael Wippermann. Leider zogen die meisten Gäste private Unterhaltungen vor, dabei legte der Energiefachmann interessante Ansichten zur Entwicklung des Verkehrs und der Antriebstechnologien dar: Die Zukunft gehöre der E-Mobilität, aber nicht dem Individualverkehr und bereits in 15 Jahren würde die Welt ganz anders aussehen, prognostizierte er. „Die Veränderungen werden viel schneller passieren, als wir das denken“, so seine Überzeugung.

Der nächste große Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Bürgerpreises der Stadt Marsberg an die Dorfgemeinschaft Canstein. „Das Ehrenamt ist eine mitentscheidende Voraussetzung dafür, die Gesamtentwicklung einer Stadt positiv zu beeinflussen“, führte Hülsenbeck in die Verleihung ein. Wichtig sei aber eine „wertschätzende Anerkennung“, wie sie durch den Bürgerpreis geschehe. Die Cansteiner hätten in der Dorfgemeinschaft „einen großen Einfallsreichtum“ bewiesen, begründete der Bürgermeister die Wahl. Er nannte die Arbeit der Vereine sowie vieler Einzelpersonen. „Sie zeigen Engagement für ihr Dorf, ihre Straße und ihre Nachbarschaft, aber auch für andere Menschen in der Stadt, in der Region und weit darüber hinaus“, so Hülsenbeck. 

Im Jahresverlauf organisiert jeder der Vereine jeweils eine ganz spezielle öffentliche Veranstaltung, wie das Maifest, das „Musikfestival der Kontraste“, oder die „Highland Games“. Alle Events würden nicht nur von den Cansteinern sondern auch von Besuchern aus dem weiteren Umland gern und rege angenommen, erläuterte Hülsenbeck. Ganz unter dem Motto „Von uns - für Euch“ stehend, hätten sie das Ziel, „Menschen durch Kultur, Spaß und Freude zusammenzuführen“.

Neujahrsempfang der Stadt Marsberg

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