Sehenswerte Orte verbinden

In Nieder- und Obermarsberg entsteht ein kulturhistorischer Themenweg

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Geschafft: Detlev Steinhoff, Heiner Duppelfeld, Friedhelm Bracht und Gerd Rosenkranz (v.l.) vom Förderverein Historisches Obermarsberg halten stolz die erste Tafel in den Händen. Sie ist dem Tagebau Grube Mina gewidmet. 

Marsberg. Ein kulturhistorischer, landschaftsgeschichtlicher und bergbaulicher Themenweg entsteht derzeit in Ober- und Niedermarsberg. Er wird zwölf Stationen beinhalten und gemeinsam durch den Förderverein Historisches Obermarsberg und dem Geopark Grenzwelten realisiert.

„Unser Plan ist, alle sehenswerten Dinge in Ober- und Niedermarsberg mit Informationstafeln zu versehen und dabei einen Rundweg zu entwickeln“, erklärte Geoparkführer und Hobby-Geologe Gerd Rosenkranz.

Dazu zählen kulturhistorisch relevante Stätten ebenso wie bergbaugeschichtlich oder geologisch interessante Orte. Zudem wird der Themenweg mit einer einheitlichen Beschilderung versehen, die sich an den Tafeln orientiert, wie sie der Geopark Grenzwelten verwendet und wie sie auch bei den Themenwegen Bergbauspuren in Giershagen und Bredelar zu sehen sind.

Ausgangspunkt des Themenwegs ist das Heimatmuseum der Stadt Marsberg. Am Schandpfahl sollen Aspekte der Rechtsgeschichte der Stadt dargestellt, anhand der Stiftskirche die Machtansprüche Karl des Großen illustriert werden und der Buttenturm als Zeugnis der Wehrhaftigkeit dienen. Drakenhöhle und Hagenkurve eignen sich zur Darstellung geogeschichtlicher Besonderheiten, am Kilianstollen und dem Tagebau Mina geht es um die Bergbaugeschichte. Weitere Stationen sind u.a. der jüdische Friedhof, der Kalvarienberg und die Nikolaikirche. Die Länge des Themenweges beträgt, inklusive der Abstecher zum Kilianstollen sowie zum Kalvarienberg, rund sechs Kilometer. „Da die Stationen nicht aufeinander aufbauen, können sie auch einzeln angelaufen oder angefahren werden“, erklärte Rosenkranz.

QR-Codes verweisen auf ausführlichere Informationen

Gemeinsam mit Museumsleiter Heiner Duppelfeld und Hermann Runte entwirft er die Texte und Illustrationen für die Informationstafeln. QR-Codes verweisen auf ausführlichere Informationen. Heimische Handwerksbetriebe – die Druckerei Mühlenbein und die Schlosserei Westemeyer – drucken die Schilder und bauen die Rahmen und Halterungen dafür. Der Bauhof der Stadt Marsberg hat die Stelen abgeholt und wird auch das Aufstellen übernehmen. Da der gesamte Themenweg auf bestehenden öffentlichen Wegen absolviert werden kann und die Stationen auf öffentlichem Grund errichtet werden (mit Ausnahme der Stiftskirche), liegt die Verkehrssicherungspflicht bei der Stadt.

Das Projekt geht auf die Initiative von Geoparkführer Gerd Rosenkranz zurück. Dieser hatte bereits vor rund drei Jahren mit Förderverein und Heimatbund ein geologisch- und montanhistorisches Rundwege-Konzept in Marsberg entwickelt, war aber bei der Umsetzung an rechtlichen und versicherungstechnischen Fragen sowie an der Finanzierung gescheitert. Der Förderverein beschloss daraufhin, auf eigene Faust ein oder zwei Stationen zu bauen. Nun hat der zufällige Fund von preisgünstigen Sichtbetonstelen eine neue Chance eröffnet.

Vortrag: Geologische Besonderheiten

Insgesamt rechnen die Initiatoren mit Kosten von rund 8.000 Euro – ein Bruchteil dessen, was ursprünglich veranschlagt war. Der Geopark Grenzwelten unterstützt das Projekt mit 1.500 Euro, der Naturpark Diemelsee will 250 Euro dazugeben. Die Volksbank hat ebenfalls 250 Euro gespendet – der Förderverein deckt weitere 1.000 Euro der Kosten. Der Rest soll über Spenden eingeworben werden. Die erste Station ist bereits in Arbeit und wird in Kürze errichtet.

Gerd Rosenkranz hält am kommenden Freitag, 22. Februar, um 19 Uhr im Heimatmuseum einen Vortrag, in dem es um die geologischen Besonderheiten der Region geht. Er wird erzählen, wie die Landschaft im Großraum Marsberg im Laufe von 400 Millionen Jahren entstanden ist und wie sie sich dabei immer wieder verändert hat. Der Erlös – vorgesehen ist ein Kostenbeitrag von drei Euro – soll dem Themenweg zugute kommen.

Der Vortrag wird am Mittwoch, 27, Februar, um 11.20 Uhr in der Aula der Hauptschule für Schüler wiederholt. Interessierte sind hierzu willkommen.

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