Kolping lässt es „krachen“

Obermarsberg startet mit Prunksitzung in den Karneval

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Wenn auf der Eresburg die närrischen Esel los sind, lassen sie schon mal alle Hüllen fallen - zu dumm, dass das „Klavier“ davor steht.

Obermarsberg. Auf der Eresburg weiß man, wie ordentlich gefeiert wird - da können die Münchner mit ihrem Oktoberfest „einpacken“ - dieser Meinung waren die Karnevalisten in Obermarsberg und verpassten ihrer Großen Prunksitzung das entsprechende Motto: „Zünftig lassen wir Esel es krachen, über die Wies’n können wir nur lachen!“

Entsprechend bayerisch-volkstümlich angehaucht gestaltete sich das Programm: Nach dem „Almauftrieb“ mit einem Elferrat in „Krachledernen“, dem Esel und dem Dreigestirn, bestehend aus Prinz Michael (Frewert), Bauer Reinhard (Andree) und Jungfrau Josef (Andree), ging die „Gaudi“ richtig los, mit der Kleinen Garde, die ihre Tanzbeine bis zur Nasenspitze schwang.

„Uli und Kalle“ (Michael Wiegelmann und Peter Runte) moderierten eine Lokalausgabe der „Heute Show“. Unter anderem berichteten sie von einem „Lustschlösschen“ in Bredelar, das auf die Idee gekommen sei, als Sichtschutz einen Lattenzaun zu errichten und obendrein nun „Treue“-Punkte an seine Kunden vergebe.

Auch zu der geänderten Verkehrsführung in Marsbergs Innenstadt wussten sie Neues zu berichten: So sollen alle Fahrzeuge mit geraden Nummernschildern zukünftig die Hauptstraße von Süd nach Nord und alle mit einem ungeraden Kennzeichen in der umgekehrten Richtung von Nord nach Süd befahren.

Das Dieselfahrverbot, das jetzt auch Marsberg drohe, stelle die Feuerwehr vor Herausforderungen - im Bild festgehalten waren die Kameraden, die ihr Fahrzeug nun schieben müssen. Das Dauerbrenner-Thema Berliner Flughafen bekam auch sein Fett weg, mit dem Vorschlag, ihn zukünftig in den Geschichtsunterricht zu integrieren.

Wenn der „Bauer“ die „Jungfrau“ küsst...

Apropos Luftverkehr: Die Marsberger sind da schneller: So wird es am Höing einen eigenen Flughafen geben - allerdings nur im Winter, wenn die Weihnachtsbeleuchtung einer bekannten Obermarsberger Familie als Positionslichter dienen kann. Auch immer ein dankbares Kabarett-Thema ist Trump. Bei „Guiness World Records“ wird nun eine eigene „Trump-Edition“ aufgelegt.

An Karneval ist alles erlaubt, was sonst verboten ist: Zwei junge, maskuline „Maßkrüge“ (Jonas und Benedikt) ließen ihre Hüllen fallen und schwangen, unter Keyboard-Begleitung, sexy die Hüften - dummerweise blockierte der schwarze Kasten des Tasteninstruments gerade auf der gefragten Augenhöhe die Sicht. Flankiert von den Gardetanz-Einlagen der „feschen Madels“ und der „nicht mehr ganz so feschen Madels“, plauderte „Wachtmeister Dimpfelmoser“ (Klaus Rosenkranz) aus seinem Alltag, wobei sowohl der SV Eresburg als auch die Unterstädter ihr Fett weg bekamen. Auch die Waldecker Nachbarn wurden mit Spott bedacht. „Almdudler“ Jonas Bracht wartete mit Flachwitzen am laufenden Band auf und die Showtanzgruppe entführte das Publikum mit Abba in die Achtziger.

Das darstellerische Talent des Dreigestirns wurde von „Kalle und Uli“ bei einem Scharade-Spiel auf die Probe gestellt: Begriffe wie „Sprungbrett“, „Froschkönig“ oder „Zungenkuss“ darzustellen, waren für den jeweiligen Pantomimen wie für das Rateteam eine echte Herausforderung.

Edi Emmerich ließ stimmgewaltig mit dem Absingen aller nur gängigen Party-Schlager das Stimmungsbarometer in die Höhe schnellen, bei den letzten Songs im Duett mit Diana Emmerich.

„Das Maß war voll“, die „Bude“ nun bereit für das Männerballett - Highlight eines jeden Büttenabends. In farbenfrohen, hautengen Ganzköperanzügen blieben sie zwar „inkognito“, konnten aber bei den teils akrobatischen Einlagen ihre „Muskeln spielen lassen“.

Vor dem „Almabtrieb“ versammelten sich alle Eresburger Akteure auf der Bühne um ihre gelungenen Auftritte zu feiern und dann hieß es Parkett und Bühne frei zum ausgelassenen Karnevalstrubel.

Große Prunksitzung der Kolpingsfamilie Obermarsberg

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