Mit E-Bike zur „Rittertafel

Padberger informieren sich: Wie soll der neue Dorfplatz aussehen?

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Wie soll er aussehen, der neue Dorfplatz? Darüber konnten sich die Padberger in einer gut besuchten Veranstaltung informieren.

Padberg - Größer, rund und pflegeleicht soll der neue Dorfplatz in Padberg werden. Vor allem aber soll er mehr Aufenthaltsqualität gewinnen. Das ist das Ergebnis eines jahrelangen Prozesses, in dem sich der Ort mit dem Erscheinungsbild seines neuen „Wohnzimmers“ beschäftigte. Nachdem nun der Förderbescheid eingegangen ist, wurden in einer Infoveranstaltung der aktuelle Entwurf vorgestellt und nochmals einige Gestaltungsdetails besprochen.

„Der Platz wird durch die Verlegung der Straße größer und ist besser abgegrenzt“, fasste Ortsbürgermeister Horst Becker die Umgestaltung zusammen. „Bestehende Strukturen sollen dabei erhalten bleiben“, betonte Karl Scheili vom Ingenieurbüro Stadt + Natur. Das betrifft vor allem den Brunnen, der sogar bei der Neugestaltung in den Fokus rückt. Auch der Baum daneben kann wahrscheinlich bleiben. Der Pumpenstein und das Antoniushäuschen werden, entgegen früherer Planungen, nur um ein kurzes Stück nach hinten verschoben, um Raum für die neue Straßenführung zu geben. Anstatt die Freifläche, wie momentan der Fall, zu zerschneiden, soll die Fahrspur dann den Platz einrahmen. 

Was die Ausstattung des Platzes betrifft, ist noch einiges offen. Fest steht, dass Bänke, teils mit einer Pergola überschattet und teils mit einem Dach versehen, sich um den Brunnen gruppieren, dass ein Hochbeet angelegt und eine „Rittertafel“ aufgestellt wird. Zudem wird eine Lademöglichkeit für E-Bikes geschaffen. Gepflastert wird der Platz mit Naturstein, verlegt in Kreisform oder Segmentbögen. Auf dem befahrbaren Bereich soll ein Betonpflaster mit dem klingenden Namen Cheops Muschelkalk verlegt werden. 

Landschaftsarchitekt Karl Scheili stellte den aktuellen Planungsstand zur Neugestaltung des Padberger Dorfplatzes vor.

Strittig war die Gestaltung der Gehwege jenseits der Fahrspur sowie auf der anderen Seite der Christine-Koch-Straße. Während Scheili hier ebenfalls Betonpflaster empfahl, weil es günstiger als Naturstein sei, favorisierten vor allem die Anlieger geteerte Gehwege. Eine Zuhörerin äußerte Bedenken, dass eine Pflasterung für Rollatoren oder Kinder auf Inlinern zu holprig sei. Der Landschaftsarchitekt erklärte jedoch, dass eine Asphaltierung nicht im Sinne der Förderung ist und das vorgeschlagene Betonpflaster überall problemlos verlegt werde. 

Für die Dorfplatzumgestaltung werden Gesamtkosten von circa 260.000 Euro veranschlagt. Das Land fördert davon bis zu 65 Prozent (164.000 Euro). Der kommunale Eigenanteil soll teils in Eigenleistung erbracht werden. 

Der Padberger Ortsbeirat hatte sich 2005 erstmals mit dem Thema Dorfplatz befasst. Das auf Dorferneuerungsprojekte spezialisierte Kasseler Unternehmen für Freiraum- und Landschaftsplanung ist 2017 mit der Ausgestaltung beauftragt worden. Beim voriges Jahr in allen Marsberger Ortsteilen erarbeiteten integralen kommunalen Entwicklungskonzept (Ikek) stand für Padberg das Thema Dorfplatz im Fokus. 

Vereinzelt wurde Unzufriedenheit mit dem Entwurf und Kritik daran geäußert, dass man nicht in die Planung einbezogen worden sei. Reinhard Becker, Vorsitzender des Fördervereins Ring Padberg, verwahrte sich gegen derartige Vorhaltungen. Zwar sei die Planung von Ortsbeirat und Mitgliedern des Fördervereins entscheidend vorangetrieben worden, jedoch immer unter öffentlicher Beteiligung und Offenlegung der Ergebnisse. Alle, auch die Jugendlichen, hätten dabei Gelegenheit gehabt und genutzt, sich einzubringen. „Wir planen das schon seit 14 Jahren. Einige der heute hier anwesenden Jugendlichen waren damals nicht einmal geboren, aber sie beteiligen sich trotzdem. Es ist eine Dorfgemeinschaftsleistung und es kann nicht sein, dass das Projekt jetzt wieder grundsätzlich in Frage gestellt wird“, erhielt er Rückendeckung aus dem Kreis der Zuhörer. 

Baubeginn im nächsten Frühjahr

Noch in diesem Jahr werden erste Materialkäufe getätigt und die Ausschreibung in die Wege geleitet. Baubeginn soll, witterungsabhängig, im späten Frühjahr sein.

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