1. SauerlandKurier
  2. HSK
  3. Marsberg

Podiumsdiskussion: Bürgermeisterkandidaten der Stadt Marsberg stellen sich Fragen der Bürger

Erstellt:

Von: Kristin Sens

Kommentare

„Sturm auf’s Rathaus“: Am 13. September entscheidet sich, wer „Hausherr“ wird und wer in den Stadtrat einzieht.
„Sturm auf’s Rathaus“: Am 13. September entscheidet sich, wer „Hausherr“ wird und wer in den Stadtrat einzieht. © Kristin Sens

Marsberg – In einer Podiumsdiskussion stellten sich Repräsentanten aller in Marsberg vertretenen Parteien auf den Diemelwiesen den Fragen der Bürger, damit diese sich vor den Kommunalwahlen am 13. September einen Eindruck von den Kandidaten verschaffen konnten. Eingeladen hatte die SPD, die Moderation übernahm Andreas Melliwa.

Um die 70 Bürger fanden sich zur Diskussionsrunde ein. Nicht auf dem Podium, aber unter Pavillons standen neben den beiden Bürgermeisterkandidaten Thomas Schröder (CDU) und Rüdiger Nentwig (parteilos) die Fraktionssprecher Franz-Josef Weiffen (MBG), Christian Böttcher (Bündnis 90/Die Grünen), Eberhard Banneyer (CDU) und der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Ralf Walfort den Marsbergern Rede und Antwort. Der Vertreter der Linken hatte kurzfristig abgesagt. 

Bewertung der politischen Arbeit

Zunächst bat der Moderator die beiden Bürgermeisterkandidaten um eine Bewertung der aktuellen politischen Arbeit in Marsberg. Beide gaben sich zurückhaltend, da sie derzeit nicht im Stadtrat vertreten seien. Sie würdigten die gelungene Haushaltskonsolidierung sowie die vorliegenden Abschlüsse und den Einsatz zahlreicher Fördermittel (Schröder). Nentwig merkte lediglich an, dass man sich ein bisschen viel mit sich selbst beschäftigt habe: „Aber wir wissen nicht, wofür wir stehen und womit wir uns die nächsten Jahre beschäftigen wollen.“ 

Damit schuf er eine passende Überleitung auf Melliwas nächste Frage, wie Marsberg in fünf Jahren aussehen solle. Nentwig will einen Leitfaden und ein Leitbild entwickeln, welches „von der breiten Bevölkerung“ getragen werde. Zunächst gelte es, die Marsberger selbst davon zu überzeugen, „dass hier nicht alles schlecht ist“. Dann müsse man diese Haltung nach außen tragen. Zum Thema Digitalisierung sagte er: „Es reicht nicht, die Dinge anzuschieben; es sind noch immense Hausaufgaben zu machen.“ Wichtig war ihm auch das Thema Gesundheit. Hier sei man derzeit „breit aufgestellt“, dies zu erhalten bedürfe aber einiger Anstrengungen. Zudem seien die Schulstandorte zu sichern. Ein besonderes Anliegen sei der Klimaschutz. 

Schröder will Bürokratie abbauen. Zudem visualisierte er genügend Gewerbeflächen und Baugebiete. Die Polizei soll eine neue Wache haben, der Gesundheitsstandort „gut aufgestellt“ sein und die gesellschaftliche Teilhabe von Senioren und Behinderten gefördert werden. Weitere Themen waren die energetische Sanierung von öffentlichen Gebäuden, E-Bike-Ladestellen sowie der Ausbau des Radwegenetzes. Zudem will er die Land- und Forstwirtschaft unterstützen und Kultur und Gastronomie besser vernetzen. „Alle machen für sich eine sehr gute Arbeit, aber ich stelle mir eine Besichtigungstour vor, die von verschiedenen Sehenswürdigkeiten zum Beispiel in Obermarsberg nach Niedermarsberg führt und vielleicht mit einem gastronomischen Erlebnis endet.“ Seine größte Vision ist, am Hallenbad ein Außenbecken zu schaffen. 

Weiffen monierte, dass zwar viele Vorhaben im Rat angestoßen wurden, aber zu wenig und zu langsam umgesetzt werde. Auch die Kommunikation mit den Bürgern müsse besser werden. Für mehr Bürgerbeteiligung – vor allem der Jugend – machte sich auch Böttcher stark. Zudem müsse man am Thema Klimaschutz „dran bleiben“. Banneyer verwies auf das Jahr 2022, wenn die Kommune wieder frei wirtschaften könne, Walfort mahnte Vorsicht an, um das hart Erarbeitete nicht zu verspielen. 

Kandidaten liefern sich Schlagabtausch

Die spannendste Frage richtete ein Zuhörer fast zum Schluss der knapp zweistündigen Veranstaltung an die beiden Bürgermeisterkandidaten: „Was unterscheidet Sie eigentlich?“ Erstmals an diesem Abend gab es so etwas wie einen Schlagabtausch. Nentwig verwies auf sein umfangreiches Wahlprogramm, dass sich deutlich von dem seines Konkurrenten unterscheide. 

Konkret will er Stadtmarketing stärken und die Öffentlichkeit stärker an Vorhaben beteiligen. Man müsse „neue Wege gehen“ – so entwarf er die Vision eines kommunal getragenen Medizinischen Versorgungszentrums. Insgesamt sei sein Konzept mehr auf die Zukunft, auch über die Wahlperiode hinaus, ausgerichtet. Schröder warf seine politische Erfahrung in die Waagschale und sprach von einer „anderen, praktischeren Herangehensweise“. 

Walfort resümierte schließlich und zu guter Letzt mit dem Slogan: „Marsberg kann mehr – wer packt es an?“

Auch interessant

Kommentare