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Preis für Ehrenamtliche im Bereich Psychiatrie geht nach Marsberg

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Den Psychiatriepreis erhielt der Verein Arbeit und Beschäftigung für psychisch Behinderte Marsberg. Hier zu sehen ist der Vorstand des Vereins (v.l.): Zweiter Vorsitzender Björn Obersdorf, Geschäftsführer Markus Ramspott, Schriftführer Christian Krohn, erster Vorsitzender Ulrich Gerlach und Kassiererin Susann Schirmann.
Den Psychiatriepreis erhielt der Verein Arbeit und Beschäftigung für psychisch Behinderte Marsberg. Hier zu sehen ist der Vorstand des Vereins (v.l.): Zweiter Vorsitzender Björn Obersdorf, Geschäftsführer Markus Ramspott, Schriftführer Christian Krohn, erster Vorsitzender Ulrich Gerlach und Kassiererin Susann Schirmann. © J. Bienia

Marsberg – Der Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) zeichnet vier Bürgervereine und Gruppen mit den LWL-Preisen 2020 aus. Die Auszeichnungen verleiht der LWL alle zwei Jahre für besonderes bürgerschaftliches Engagement.

Wann LWL-Direktor Matthias Löb und Dieter Gebhard, Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung, die mit jeweils 2000 Euro dotierten Preise überreichen, steht noch nicht fest, da der LWL die Verleihung aufgrund der Corona bedingten Einschränkungen verschieben musste. 

Der Psychiatriepreis wird in diesem Jahr an den Verein Arbeit und Beschäftigung für psychisch Behinderte Marsberg (Hochsauerlandkreis) vergeben. Die Anregung für die Verleihung des LWL-Psychiatriepreises 2020 an den Verein Arbeit und Beschäftigung für psychisch Behinderte Marsberg kam von den Betriebsleitungen der Marsberger LWL-Einrichtungen. 

Idee entstand vor 32 Jahren

In der LWL-Klinik Marsberg entstand vor 32 Jahren die Idee, den Verein zu gründen. Damals gab es in der LWL-Einrichtung nur begrenzte arbeitstherapeutische Angebote und in der Stadt Marsberg und der Umgebung nur wenige Möglichkeiten für psychisch kranke beziehungsweise psychisch behinderte Menschen, sowohl einen Erst- oder Neueinstieg in eine Berufstätigkeit als auch ein längerfristiges Arbeitsverhältnis zu finden. 

Dies veranlasste engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik und weitere engagierte Bürger der Stadt, im Jahr 1988 den Verein Arbeit und Beschäftigung für psychisch Behinderte Marsberg zu gründen, um sich den beschriebenen Herausforderungen ehrenamtlich in ihrer Freizeit zu widmen. Sie erkannten die große Bedeutung des Aspekts Arbeit und Beschäftigung sowohl für die Prophylaxe psychischer Erkrankungen als auch für ihre Behandlung beziehungsweise den weiteren Erhalt der psychischen Gesundheit. 

Am 1. Februar 1989 pachtete der Verein das „Café Treffpunkt“ in der LWL-Klinik und betrieb es fast 20 Jahre. Am 15. März 1989 eröffneten die damaligen Vereinsmitglieder zudem die „Inselwerkstatt“, eine Selbsthilfefirma für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Damit war der Verein ein Vorreiter und Katalysator für die Entwicklung der Institution „Integrationsunternehmen“, die heute hohe sozialpolitische Aufmerksamkeit erfährt, damals jedoch eher als „spinnerte Idee“ galt. Im Laufe der neunziger Jahre wuchs die Firma zu einem großen Unternehmen heran, dass seit 1994 in mehreren Industriehallen am Rande von Marsberg im Gewerbegebiet „Erlenbach“ produziert und sich äußerlich nicht von einem vergleichbaren gewerblichen Unternehmen unterscheidet. 

2001 wurde die bis dahin gemeinnützig vereinsgeführte Integrationsfirma in eine neu geschaffene gemeinnützige Gesellschaft Arbeit und Beschäftigung (AuB gGmbH) ausgegliedert. Der Verein Arbeit und Beschäftigung für psychisch Behinderte Marsberg ist weiterhin alleiniger Gesellschafter der Aub gGmbH. 

Heute ist der Betrieb eines der größten und erfolgreichsten Inklusionsunternehmen in Nordrhein-Westfalen und ein erfolgreicher Industriedienstleister für regionale Industriebetriebe aus NRW und Nordhessen mit 70 sozialversicherungspflichtigen Mitarbeitern, davon 52 Menschen mit Schwerbehinderung. 

„Dank des kontinuierlichen Einsatzes des Vereins ist es vielen Menschen mit Behinderungen möglich, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig zu sein. Somit sendet der Verein Arbeit und Beschäftigung für psychisch Behinderte Marsberg einen wichtigen Impuls in die Region für mehr gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung“, lobt LWL-Direktor Matthias Löb das besondere ehrenamtliche Engagement in Marsberg.

Weitere Informationen zum Verein und der AuB gGmbH gibt es unter www.aub-marsberg.de.

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