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Priester, ein Leben lang

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Propst Norbert Schröer wird die Menschen hier in Marsberg nicht vergessen.
Propst Norbert Schröer wird die Menschen hier in Marsberg nicht vergessen.

Propst Norbert Schröer, Leiter der Propsteigemeinde St. Magnus und Leiter des Pastoralverbundes Marsberg-Mitte, geht in den Ruhestand.

Heute wird er feierlich in der Gemeinde verabschiedet mit einem Pontifikalamt um 15 Uhr in der Propsteikirche.

„Geboren bin ich in Körbecke, aber aufgewachsen bin ich in Soest, wo wir damals wohnten“, beeilt sich der Geistliche, der erst unlängst seinen 70. Geburtstag feierte, hinzuzufügen. Mitten im Krieg, erschien es der Mutter damals sicherer, ihr Kind nicht direkt in der Stadt zur Welt zu bringen. Bis zu seinem Abitur, das er mit 18 Jahren in Driburg ablegte, blieb Schröer seiner Heimatstadt treu. Danach ging er zum Theologiestudium nach Paderborn und Freiburg. Nach seiner Priesterweihe vor 40 Jahren trat er in Fröndenberg seine erste Stelle an. Am 18. Juli 2004 wurde er vom Erzbischof zum Propst in Marsberg ernannt. Besonders am Herzen lag dem Geistlichen die caritative Arbeit. Ein zentrales Anliegen war ihm immer, im Auftrag Gottes zu handeln: „Geh, wohin ich dich sende und rede, was ich dir befehle“ – diese Zeilen (Jeremia 1.7) finden sich als Motto auch auf der Einladung zu seiner heutigen Verabschiedung wieder. Die Menschen mittels der Eucharistie zu Gott zu führen, hat der Geistliche immer als seine wichtigste Aufgabe angesehen.

Viel Wert auf eine schöne Liturgie gelegt

Deshalb habe er immer großen Wert auf eine schöne und ansprechende Liturgie gelegt, mit viel Musik – besonders an Festtagen, bei Gedenkgottesdiensten oder beim Spenden der heiligen Sakramente. „Die Menschen sollen gute Erinnerungen an die wichtigen Momente in ihrem Leben haben, wie Taufe, Kommunion oder Trauung“, betont der Propst. Nicht zuletzt würden solche Feste auch die Chance bergen, Menschen, die der Kirche und Gott nicht mehr so nahe stehen, wieder einen Zugang finden zu lassen.

Diese Feste, aber auch die Konzerte in der Propsteikirche, „besonders mit unserer wundervollen Orgel“, werde er immer in guter Erinnerung behalten, so Schröer. Voller Dankbarkeit und Wärme spricht der Propst von seinem Team, den anderen Geistlichen des Verbundes, den Mitarbeitern im Pfarrbüro sowie den Mitgliedern des Pfarrgemeinderats und Kirchenvorstandes, mit denen er immer „ausgezeichnet in allen Bereichen zusammengearbeitet“ habe. Im Ganzen, werde ich die Menschen hier nicht vergessen“, sagt der Kirchenmann.

An den Marsbergern schätzt er ihr ausgeprägtes Geschichtsbewusstsein. Besonders die Obermarsberger seien stolz auf ihre Geschichte. „Nicht ohne Grund hat Marsberg eine Propstei, die gibt es ja nicht überall“, erklärt er. „Hier wurde Kirchengeschichte geschrieben, die mit den Missionierungen Karl des Großen in Marsberg ihren Anfang nahm – deutlich sichtbar bis heute durch das große ,A’ im Stadtwappen.“

Zum Abschied ermuntert der Geistliche die Bürger Marsbergs, sich weiterhin intensiv für das Ehrenamt einzusetzen. Befreit von seinen Dienstlasten zieht Propst Norbert Schröer in einen kleinen Ort in der Nähe von Werl – unter anderem auch, weil dort nahe Verwandte seiner Hausdame wohnen. Mit dem Propst der dortigen Großpfarrei St. Walburga pflegt er ein gutes, freundschaftliches Verhältnis, sodass er sich vorstellen kann in dessen Gemeinde die eine oder andere ehrenamtliche Aufgabe zu übernehmen. „Auch wenn ich nicht mehr im Amt bin, bleibe ich immer Priester, bereit Menschen zu helfen“, versichert er.

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