Vox dreht Film über Erste Hilfe in Marsberg – Heute im TV

Wie rette ich Menschen?

Moderatorin Birte Karalus ließ sich von den Rettungskräften erklären, wie man einen Verletzten, gemimt von Dekra-Fachmann Friedhelm Schwicker, aus dem Auto zieht. Regisseur Tom Lafleur und Psychologin Petra Schulz-Ruckriegel schauten zu. Fotos: Kristin Sens

Es kann jedem jederzeit passieren, doch die wenigsten Menschen sind darauf vorbereitet: bei einem Verkehrsunfall Erste Hilfe zu leisten.

Der Fernsehsender Vox hat in Marsberg mit Unterstützung der Dekra und des örtlichen Rettungsdiensts für sein Automagazin einen Film gedreht, der Menschen die Angst davor nehmen will zu helfen.

Für den Erwerb des Führerscheins ist ein Kurs über Sofortmaßnahmen am Unfallort Pflicht. Aber danach? Es gibt keinerlei Auflagen, diese einmal erworbenen Kenntnisse wieder aufzufrischen. Entsprechend unsicher sind daher die meisten Menschen, wenn dann wirklich einmal was passiert. Dabei können die ersten Minuten durchaus über Menschenleben entscheiden.

Für den Pressereferenten von der Dekra Friedhelm Schwicker sind solche Filmaufnahmen „tägliches Geschäft“, wie er sagt. Neben eigenen Aufnahmen für Crashtests zum Beispiel arbeitet er regelmäßig mit den Medien zusammen. „Wir sind ständig im Kontakt. Anregungen für solche Drehs wie diesen kommen meist im Gespräch zustande. Da er aus Obermarsberg stammt, hat er als Drehort einen Feldweg an der Diemel in der Nähe der Vincentiusmühle vorgeschlagen. Gemeinsam mit Vox-Regisseur Tom Lafleur hat er den Film vorbereitet. Das kann durchaus einige Monate in Anspruch nehmen. Für ein authentisches Setting sorgen zerbeulte Autos, denn der Unfall wird natürlich nur nachgestellt. Neben einer Unfallpsychologin sind einige Rettungsassistenten mit ihrem Fahrzeug vor Ort. Sie werden interviewt und sorgen dafür, dass die Moderatorin Birte Karalus alles richtig macht.

Eigentlich kann man nichts falsch machen

„Eigentlich kann man als Ersthelfer gar nichts falsch machen – außer, gar nichts zu tun“, sagt Rettungsassistent Corvin Neuschröer. Jeder Mensch ist verpflichtet Erste Hilfe zu leisten, es stehen sogar bis zu zwei Jahre Gefängnis auf unterlassene Hilfeleistung. Für Fehler hingegen, kann man als Laie nicht haftbar gemacht werden. Die Dekra-Psychologin Petra Schulte-Ruckriegel erklärt die Scheu der Menschen damit, dass es keine alltägliche Situation ist, in die sie geraten. „Sie sitzen im Auto, fühlen sich sicher und frei –und dann passiert plötzlich etwas. Das verunsichert.“

„Grundsätzlich finde ich solche Aufklärung daher eine sinnvolle Sache“, sagt Rettungsassistent Philipp Humpert. Obwohl die Theorie einem nur bedingt hilft. Man muss es üben. Die Rettungsassistenten sind daher sehr dafür, dass man die Erste Hilfe immer wieder auffrischt. „Es sollte eine Auflage geben, spätestens alle fünf Jahre einen Kurs zu machen“, findet Neuschröer.

Zurück zum Dreh: Die Moderatorin hat inzwischen erklärt, dass als Erstes die Unfallstelle abgesichert und der Notruf abgesetzt werden müssen. Nun geht es darum, einen Verletzten aus dem Auto zu bergen. Rettungsassistent Philipp Humpert macht es vor und erklärt den Rautek-Rettungsgriff. Schwicker mimt den Verletzten. Dann ist die Moderatorin dran. Gar nicht so einfach, wie sie schnell merkt. Angst davor, dass ein brennendes Auto explodiert, müsse man nicht haben, beruhigt Schwicker. Mehr Verletzungsrisiken birgt ein Airbag, der nicht ausgelöst wurde. Aber auch das passiere selten, so die Fachleute. Zum Schluss wird die Herz-Lungen-Massage gezeigt – oder heißt es Wiederbelebung? Die Moderatorin verhaspelt sich einige Male mit den Fachbegriffen, doch dann ist die Szene im Kasten.

Gesendet wird der Film heute um 17 Uhr bei Vox in „auto mobil“. (Von Kristin Sens, marsberg@sauerlandkurier.de)

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