"Immer größere Ausmaße"

Sieg für "McKannix" und die "Dudeldüsen" bei den Highland Games in Canstein

Die erfolgreichsten Clans bei den Highland Games Canstein waren die McKannix aus Diemestadt und die Dudeldüsen aus Obermarsberg bei den Frauen.

Canstein - „Mit 14 Clans haben wir vor sieben Jahren angefangen, heute sind es 28 - Anmeldungen hatten wir sogar 31“, freuten sich die Veranstalter bei der Eröffnung der Highland Games Canstein 2019.

„Es nimmt immer größere Ausmaße an“, bestätigte auch Stephan Berendes aus Diemelstadt-Rhoden, Fan der Highland Games von Anfang an. „Inzwischen nimmt von uns die zweite Generation teil“, freut er sich. „Ich habe voriges Jahr erstmals mitgemacht und das hat so viel Spaß gemacht“, erklärt Nico Van Mechelen. Die Youngster nennen sich deshalb „McCrawls of Quastberg Jungstars“, ihr Wappen ziert ein krabbelndes Kleinkind. 

Obwohl hoch motiviert, für das Treppchen hat es leider nicht gereicht. Auch die Titelverteidiger vom Vorjahr, die Thekentrolle aus Helminghausen landeten nur im Mittelfeld. Auf den ersten Platz kamen, mit 147 Punkten, die McKannix aus Diemelstadt, nicht als „Nicht-Könner“ sondern als „Mechaniker“ über die richtige Mischung aus Kraft und Geschicklichkeit verfügten. Ihr Vorjahresranking halten, konnten dagegen die Horhusen Highlanders aus Marsberg, mit 140 Punkten erneut auf dem zweiten Platz und der Köhlerclan aus Kohlgrund mit 135 Punkten auf dem dritten Platz. 

Die McKannix aus Diemestadt paarten Kraft mit Geschicklichkeit und freuen sich nun über den Wanderpokal.

Bei den Frauen gab es erfreulicherweise diesmal vier Teams, die antraten. Auch hier mussten die Titelverteidiger von 2018, Nessies Nieces aus Canstein und Umgebung, ihren Wanderpokal abgeben. Es siegten die Dudeldüsen aus Obermarsberg. Auf den zweiten Platz kam ein Newcomer, die Civic McMeadows aus Niedermarsberg. Für die Büwi-Mädels erwies sich offenbar die harte Arbeit bei ihren zahlreichen Baueinsätzen als gutes Training: „Baumstämme schleppen können wir“, bestätigte Sandra Pohlmeyer lachend. 

Auch wenn auf dem Treppchen diesmal nur heimische Clans standen, so sind die Cansteiner Highland Games längst kein regionales Ereignis mehr: Nicht nur aus dem gesamten Sauerland sowie dem angrenzenden Waldecker Land, sondern auch aus dem Ruhrgebiet (St. Sebastiani Brasselers aus Ratingen) und der Nähe von Hannover waren Teams gemeldet. 

Das international besetzte und spielerfahrene Team der MacLegionnaires aus Bad Nenndorf (Niederländer, Briten und Deutsche) konnte daraus leider kein Kapital schlagen. 

Die 28 Teams maßen sich in sechs traditionell schottischen Highlander Disziplinen, wobei immer zwei Teams gleichzeitig antraten. Beim Tossing the Caber galt es nicht nur möglichst kraftvoll einen vier bis sechs Meter langen Baumstamm mit Überschlag zu werfen, sondern ihn auch möglichst zielgenau im Feld mit den meisten Punkten landen zu lassen. Beim Caber Walk musste gemeinsam ein langer Baumstamm durch einen Slalom-Parcours manövriert werden - hier war vor allem eine gute Abstimmung des Teams wichtig. Beim Wheels over Height mussten sechs Autoreifen (die Frauen bekamen Motorradreifen) über einen rund vier Meter hohen Pfosten geworfen werden. 

Urig-wilde Atmosphäre

Auch hier zeigte sich: Kraft ist nicht alles. Weiter ging es mit dem Tractorpulling, wo das Team einen Traktor über eine bestimmte Distanz ziehen musste. In der zweiten Runde maßen sich die Clans beim Highlander Run, einem Staffellauf mit Hindernisen. Höhepunkt war der Tug-O-War, das Tauziehen. 

Es wurde gekämpft bis zum äußersten und dem Gegner nichts geschenkt. So war der Clan der Zunftmeister aus Mengeringhausen angetreten, um „Revanche“ für die Taten des Raben von Canstein zu fordern, der zu Zeiten der Raubritter einst raubend und zerstörend in Mengeringhausen eingefallen war. Es wurde sich aber auch gegenseitig angespornt undman gab sich Tipps, denn eigentlich stehen bei den Highland Games der Neuzeit Spaß und Geselligkeit im Vordergrund. 

Für die urig-wilde, an die keltischen Vorfahren der Schotten erinnernde Atmosphäre sorgten die Clans nicht nur mit ihren, teils phantasievollen, Trachten, ihren Kilts, Hüten und der „Kriegsbemalung“, sondern auch mit ihren Bannern und Assessoires, vom Tierschädel bis zum Trinkhorn. 

Auch die Musik kam keltisch inspiriert daher: Beim Einmarsch wurden sie von den Dudelsäcken der Green Pipers und The first Guards of St. Kilian eskortiert und der Abend klang aus mit Irish Folk von Begbie’s Pint sowie mit dem College Rock der Red Cups.

Highland Games 2019 in Canstein

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