Mammutbaum für Mammutaufgabe

1500 Bäume: Startschuss für Pflanzaktion der Deutsch-Französischen Gesprächsrunde

Deutsch-Französische Gesprächsrunde Marsberg Pflanzaktion Wiederaufforstung Gymnasium
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Die ersten Setzlinge sind in der Erde: Unter der fachkundigen Anleitung von Revierförster Lars Grothe (re.) wurden durch den stellvertretenden Schulleiter Ralf Trachternach, den Ehrenvorsitzenden Karl-Heinz Berger und die Vorsitzende Susanne Fobbe von der Deutsch-Französischen Gesprächsrunde (v.li.) die ersten fünf von insgesamt 1500 Bäumen gepflanzt.

Erster Spatenstich erfolgt: Auf einer circa einen Hektar großen Waldfläche unmittelbar hinter dem St. Marienhospital in Marsberg, die dem Borkenkäfer zum Opfer viel, wird ein neuer Mischwald aus verschiedenen Laub- und Nadelhölzern entstehen. 1500 Bäume, Eichen, Buchen, Linden, Elsbeeren, Lärchen, Kiefern, aber auch Besonderheiten wie Schwarznuss und Mammutbaum, werden hier in den nächsten Tagen gepflanzt.

Marsberg – Bereits in zehn Jahren, ist sich Revierförster Lars Grothe sicher, wird der Wald deutliche Konturen angenommen haben.

Die Pflanzaktion geht auf eine Initiative der Deutsch-Französischen Gesprächsrunde (DFG) und Marsbergs Partnerstadt Lillers zurück und erfolgt in Kooperation mit dem Carolus-Magnus-Gymnasium und der Sekundarschule Marsberg. (Der SauerlandKurier berichtete.)

Bei der Aktion wurde am gleichen Tag auch am Carolus-Magnus-Gymnasium ein Wildapfelbaum gepflanzt. Im Bild: Schüler des Ökologiekurses der Klasse 8, Fachlehrerin Claudia Schluckebier, Schulleiter Markus Bohnensteffen und stellvertretender Schulleiter Ralf Trachternach.

Grothe erzählte, dass die Wiederaufforstungen im Stadtwald von Marsberg im Allgemeinen gut vorankommen, dass man aber für jede Unterstützung dankbar ist. Insgesamt hat Marsberg rund 400 Hektar Wald verloren. Rund 300 Hektar müssen durch Neupflanzungen aufgeforstet werden, bei den übrigen Flächen baut man auf Naturverjüngung. Bis zum Ende der Pflanzsaison will man rund die Hälfte wieder aufgeforstet haben, mit knapp 150.000 Setzlinge allein in diesem Jahr. Eine „irre Leistung“, wie der Förster unterstrich, die nur mit externer Hilfe, zum Teil auch aus dem Ausland, zu bewältigen ist.

Keine „Fichtenwüsten“

„Fichtenwüsten“, wie zuvor, wird es nicht mehr geben, stattdessen eine „bunte Mischung“: Zur Auswahl stehen rund 30 verschiedene Baumarten, aus denen um die fünf -– je nach Standort und wie sie zusammen passen - ausgewählt werden. Darunter sind viele heimische Arten, aber auch „Exoten“ wie der Mammutbaum, der vor Ort bereits gute Wuchseigenschaften zeige und hier bis zu 60 Meter hoch werden könne. Auch Fichten wird es wieder geben – aber nicht mehr als Reinkultur.

Zurückzuführen ist der immense Schaden in den heimischen Wäldern auf den Borkenkäfer. Die Katastrophe nahm mit dem Sturm Friederike im Januar 2018 ihren Anfang. Verbunden mit einem darauf folgenden sehr trockenen Frühjahr, der den Baumbestand weiter schwächte, fand der Borkenkäfer einen guten Nährboden für seine Verbreitung. „Hat ein Käfer erst einmal einen Baum befallen, ist kein Halten mehr“, erklärte Grothe. Mittels Duftstoffen lockt er weitere Käfer an, die sich sehr schnell vermehren.

DFG-Mitglied werden

Auch die DFG würde sich im Übrigen gerne „verjüngen“ und ist offen für alle, denen die deutsch-französische Freundschaft am Herzen liegt – die sich, wie man sieht, auch in Coronazeiten bewährt. Kontakt: Susanne Fobbe (DFG-Vorsitzende), E-Mail: DFG-Marsberg@online.de.

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