Initiativen schließen sich länderübergreifend zusammen

Stellung beziehen

Von einer „unverhältnismäßigen Belastung“ und einer „enormen Einschränkung der Lebensqualität“ durch neue Windenergieanlagen warnt das Bündnis. Foto: Sens

Sechs Bürgerinitiativen zum Thema Windkraft aus den Ortschaften Leitmar, Udorf, Giershagen, Erlinghausen, Vasbeck und Hesperinghausen haben sich Anfang Oktober länderübergreifend zu einem Regionalbündnis zusammengeschlossen, das sich „Vernunftwende Marsberg-Waldeck“ nennt. Bei einem Pressetermin stellten gestern Vertreter des neuen Bündnisses ihre Anliegen und Ziele vor.

Besonders der Teilplanentwurf Energie des Regierungsbezirkes Arnsberg sorgt zurzeit für Beunruhigung in weiten Teilen der Bevölkerung, wie der Kurier mehrfach berichtete. Vor allem im Marsberger Raum sollen eine Vielzahl neuer Windkraftkonzentrationszonen ausgewiesen werden. Der Entwurf geht von einer Ausweisung von 1.800 Hektar Fläche aus – das entspräche ungefähr 2.500 Fußballfeldern beziehungsweise zirka zehn Prozent des Stadtgebietes von Marsberg.

Ähnlich intensiv ist bereits die hessische Seite der Landesgrenze mit Windenergieanlagen besiedelt – auch hier sind weitere in Planung. Viele Bürger befürchten eine Umzingelung einzelner Ortschaften durch neue Windkraftanlagen in Ergänzung zu den bereits bestehenden. „Wir im Grenzland haben zu befürchten, dass wir dann von zwei Seiten Windenergieanlagen kriegen, weil Bürger grenzüberschreitend kaum Möglichkeiten haben sich zu wehren“, erklärte Kurt Bernhardt aus Hesperinghausen. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass die Abstände zur Wohnbebauung – zurzeit sind zirka 900 Meter die Regel – reduziert werden könnten, um die Landesvorgaben einzuhalten.

„Das neue regionale Bündnis möchte darauf aufmerksam machen, welche massiven negativen Auswirkungen ein solch ausgedehntes, industriell geprägtes Stromerzeugungsgebiet haben könnte“, heißt es in der Presseerklärung des Bündnisses, welches ergänzend einen Flyer erstellt hat, der in Kürze verteilt werden soll. Mit ihrem Engagement will die Initiative „möglichst viele Bewohner der betroffenen Gemeinden motivieren, rechtzeitig Stellung zu nehmen“ und ihre Einwendungen und Kommentare der Bezirksregierung in Arnsberg zu übermitteln. Im Rahmen der Offenlegung des Regionalplanes Energie ist noch bis zum 22. Dezember eine direkte Bürgerbeteiligung möglich. In Hessen habe man bereits die Erfahrung gemacht, dass eine Vielzahl von Einwendungen zu einer Überarbeitung des Kasseler Teilregionalplans geführt hat.

„Wir sind keine Gegner der Windkraft, aber wir möchten eine menschen- und naturverträgliche Energiewende“, erklärte Claudia Kriebel aus Erlinghausen.

Das Bündnis hat eine Homepage eingerichtet, die in Kürze freigeschaltet wird: www.vernunftwende-marsberg-waldeck.de. (Von Kristin Sens, marsberg@sauerlandkurier.de)

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