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Sternsinger ziehen in Marsberg seit gestern von Haus zu Haus

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Von: Kristin Sens

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Marsberg. Bereits zum 60. Mal werden an diesem Wochenende bundesweit die Sternsinger unterwegs sein. „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“ heißt in diesem Jahr das Leitwort der Aktion Dreikönigssingen, bei der in allen 27 deutschen Bistümern wieder Kinder und Jugendliche in der Nachfolge der Heiligen Drei Könige von Tür zu Tür ziehen werden. Auch im Raum Marsberg sind wieder viele Jugendliche im Rahmen des Dreikönigssingens unterwegs.

„Die Freude die wir geben, kehrt in unsere Herzen zurück“, erklärte Propst Meinolf Kemper beim Aussendungsgottesdienst in der Propsteikirche, bevor er die Sternsinger segnete. „Ihr werdet diesen Segen in alle Häuser tragen und die Welt erhellen“, fügte er hinzu.

In Niedermarsberg alleine sind es in diesem Jahr insgesamt 22 Gruppen, die, von einem Erwachsenen begleitet, von Haus zu Haus gehen. Hinzu kommen noch Gruppen in den LWL-Kliniken und dem Marienhospital sowie viele weitere Sternsinger aus den umliegenden Gemeinden. Nachwuchssorgen gibt es im pastoralen Raum nicht. „Die Resonanz war gut“, so der Propst.

Mit ihrem Motto machen die Sternsinger in diesem Jahr gemeinsam mit den Trägern der Aktion – dem Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – darauf aufmerksam, wie sehr Kinder weltweit unter gefährlicher, gesundheitsgefährdender und ausbeuterischer Arbeit leiden. Indien, das Beispielland der Aktion, ist das Land mit den meisten arbeitenden Kindern weltweit. „Armut und ein fehlendes gesichertes Einkommen der Eltern sind die Hauptursachen von Kinderarbeit“, so Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger’. „Neben Gesetzen gegen Kinderarbeit sind deshalb staatliche und zivilgesellschaftliche Programme nötig, die einen Weg aus der Armut ermöglichen und Familien in die Lage versetzen, auf den Lohn ihrer Kinder verzichten zu können.“ Partner der Sternsinger entwickeln zum Beispiel alternative Bildungsangebote, damit arbeitende Kinder lernen und in Regelschulen integriert werden können. Sie helfen Familien, ihr Einkommen zu verbessern, um so den Verdienstausfall der Kinder auszugleichen.

Eine Milliarde Euro seit Start der Aktion

Bei der 59. Aktion zum Jahresbeginn 2017 hatten die Sternsinger rund 46,8 Millionen Euro gesammelt. Rund 300.000 Mädchen und Jungen sowie rund 90.000 Begleitende hatten sich in 10.328 Pfarrgemeinden und Schulen beteiligt. Mit diesem Ergebnis erreichten die Sternsinger eine ganz besondere Marke: Seit dem Start der Aktion sammelten sie mehr als eine Milliarde Euro – 1.040.800.000 Euro. Unterstützt wurden damit rund 71.700 Projekte. Alleine in 2016 waren es 1.639 Projekte in weltweit 107 Ländern. Durch ihr Engagement werden die kleinen und großen Könige zu einem Segen für benachteiligte Gleichaltrige in aller Welt.

Neben dieser gelebten Solidarität tragen die Sternsinger Gottes Segen für das neue Jahr in die Wohnungen und Häuser der Menschen. Viele ihrer erwachsenen Begleiter waren einst selbst Sternsinger - aber auch andere Marsberger haben daran gute Erinnerungen: „Wir wurden damals überall freundlich aufgenommen; abgewiesen wurde man nur sehr selten“, erinnert sich Stadtkämmerer Antonius Löhr. Besonders das gemeinschaftliche Erlebnis hat er genossen. „Wir haben uns immer sehr darauf gefreut“, so Löhr.

Auch Essenthos Ortsbürgermeister und Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtrat Eberhard Banneyer ist einst, als Messdiener, bei den Sternsingern mitgegangen. „Allerdings wurde damals nicht so viel Aufwand betrieben“, sagt er. Die Ausrüstung mussten sich die jungen Sternsinger selbst organisieren. „Außerdem bekamen wir nicht so viele Süßigkeiten, das war damals nicht üblich“, vergleicht er mit heute.

„Ich war immer der schwarze Mohr“, erinnert sich Hermann Runte, Obermarsbergs Ortsheimatpfleger. „Alle hatten damals ja einen Feuerofen zu Hause, daraus wurde Ruß genommen und das Gesicht eingeschmiert.“ Für das Gewand musste eine schöne Tischdecke herhalten und die Krone wurde selbst aus Pappe und Goldpapier gebastelt. „Es hat uns allen riesig Spaß gemacht“, so Runte.

In der Propsteigemeinde St. Magnus Niedermarsberg haben sich in diesem Jahr die ersten Sternsinger bereits am Freitag auf dem Weg gemacht, aber auch am heutigen Samstag sind die Sternsinger in Niedermarsberg ebenfalls noch unterwegs. Beim Hochamt am Sonntag um 10.30 Uhr werden die Sternsinger in Niedermarsberg dann zurückerwartet.

Auch beim ökumenischen Neujahrsempfang am Sonntag werden die Sternsinger im Fokus stehen. Dieser beginnt um 17 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Emmauskirche in Niedermarsberg. Dabei werden Sternsinger aus Bredelar mit Pfarrer Markus Pape einziehen und über das diesjährige Spendenprojekt berichten. Im Anschluss wird im Gemeindehaus bei Essen und Getränken ein Kurzfilm über Indien, das diesjährige Partnerland der Sternsinger-Aktion gezeigt.

Aussendungsfeiern im Raum Marsberg

Weitere Aussendungsfeiern der Sternsinger im Raum Marsberg am Samstag, 6. Januar: Bredelar (9.30 Uhr); Oesdorf (17.30 Uhr); Obermarsberg (18.30 Uhr); Meerhof (19 Uhr). Sonntag, 7. Januar: In der Kirche St. Maria Magdalena Padberg findet um 10.30 Uhr das gemeinsame Aussenden der Sternsinger aus Padberg und Helminghausen statt. Erlinghausen (9 Uhr); Beringhausen (9 Uhr); Giershagen (9 Uhr); Westheim (9 Uhr); Essentho (10.30 Uhr).

Zum festlichen Abschluss der diesjährigen Sternsinger-Aktion fahren am Samstag, 13. Januar, 140 Sternsinger aus dem Pastoralen Raum Marsberg mit ihren Begleitern nach Paderborn. Die Abfahrt ist um 9.30 Uhr an der ehemaligen Hauptschule in Marsberg. Nach einem Kinobesuch und gemeinsamen Mittagessen ziehen zirka 600 Sternsinger aus dem gesamten Erzbistum durch Paderborn zum Dom. Dort wird um 14 Uhr die gemeinsame Sternsingermesse gefeiert.

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