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Suche nach neuem Zuhause

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Nur noch bis Ende Juni wird die GAB hier in der Paulinenstraße zu finden sein.  Fotos: Manuela Decker
Nur noch bis Ende Juni wird die GAB hier in der Paulinenstraße zu finden sein. Fotos: Manuela Decker

Zugegeben, rein äußerlich gibt das Gebäude der GAB in der Paulinenstraße keine einladende Visitenkarte ab. Doch betritt man erst einmal die Räumlichkeiten der Möbelbörse in der unteren Etage und wird von freundlichen Gesichtern begrüßt, beginnt man gleich im großen Angebot zu stöbern und genießt die Shopping-Atmosphäre.

Doch das wird an diesem Standort wohl bald der Vergangenheit angehören, denn bis zum 30. Juni dieses Jahres muss die GAB, die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung, die Räume der ehemaligen Glasfabrik verlassen. Denn dann müssen hier durch den Flächeneigentümerin - NRW.Urban als Nachfolger der Landesentwicklungsgesellschaft - dringende Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Der Bestand an dieser Stelle war daher von Beginn an begrenzt.

"Natürlich haben wir noch Hoffnung, dass wir weiter machen können", erklärt Niederlassungsleiter Peter Gisler. Doch momentan steht die Zukunft der GAB am Marsberger Standort noch völlig in den Sternen.

Es würde das Aus bedeuten für ein Qualifizierungsprojekt, das seit 1995 hunderte von Menschen wieder fit gemacht hat für den Arbeitsmarkt. Dabei war der Marsberger Standort sogar der erste im Hochsauerland. Es folgten Brilon, Meschede, Schmallenberg, Sundern, Arnsberg und 2001 auch Warstein. Langzeitarbeitslose, schwer Vermittelbare und auch immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene erhalten hier in Arbeitsbeschaffungs-Maßnahmen, Strukturanpassungs- und verschiedenen Bildungs-Maßnahmen die wertvolle Chance, wieder ins Arbeitsleben einzusteigen.

Jeweils 24 Plätze sind hier ständig belegt, die Teilnehmer bleiben ein halbes Jahr und so mancher hat hier eine wahre Verwandlung erlebt. Ob alleinerziehende Mutter, Jugendlicher ohne Schulabschluss oder Langzeitarbeitsloser: Für alle steht bei der GAB ein qualifiziertes Team bereit, das Sprach- und Förderunterricht sowie Bewerbungstrainings anbietet, sich aber auch persönlich um die Teilnehmer bemüht.

Auch therapeutische Begleitung

"Wir müssen viele hier auch einfach in ihrer Persönlichkeit aufbauen", erzählt Sozialarbeiter und Job-Coach Werner Prior. Die Arbeit mit den Teilnehmern habe oft therapeutische Züge: "Pünktlichkeit, Ehrlichkeit und Fleiß müssen viele von ihnen erst wieder neu verinnerlichen", weiß Peter Gisler. Denn Arbeitgeber schätzen diese Tugenden nach wie vor. Die Teilnehmer und möglichen zukünftigen Arbeitgeber werden passgenau für einander ausgesucht. Oftmals ist ein Praktikum der Einstieg in das neue Berufsleben.

"Unsere Erfolgsquote in der Vermittlung ist beachtlich", sagt Peter Gisler nicht ohne Stolz. Daher wäre der Verlust des Marsberger Standortes auch besonders tragisch. Das bestätigt auch Hanns Runte vom Marsberger Sozialamt: "Die GAB hat sich in den vergangenen Jahren äußerst positiv aufgestellt. Es wäre ein großer sozialer Verlust für Marsberg." Gesucht werden daher Räumlichkeiten, die Platz für Werkstatt, Büro und die Möbelbörse bieten. Perfekt wäre das neue Zuhause der GAB in der Marsberger Kernstadt oder auch in Bredelar oder Westheim als zentrale Ortschaften, "damit sich", wie Peter Gisler es formulierte, "unsere Teilnehmer nicht an den Rand gedrückt fühlen."

Interessenten melden sich einfach bei der GAB unter Tel.: 0 29 92/6 54 41.

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