Eigenes Risiko

Überflutete Wiesen in Bredelar sorgen für Ärger

„Land unter“: Nicht der oberhalb verlaufende Klosterkanal, sondern der anstehende Hang mit seinen Quellen und verdichteter Boden sind Ursache für die überfluteten Wiesen in Bredelar – das bestätigte nun das Bauamt.

Bredelar. Die Erbengemeinschaft Mühlenbein fühlt sich seinem Erbe in Bredelar verpflichtet und tut alles nur Erdenkliche, um die Klostermühle, die Wasserturbine sowie die gesamte Wasserkunst die damit verbunden ist, zu erhalten. Immer wieder jedoch sieht sie sich mit Anwohnern konfrontiert, die diesen Bemühungen anscheinend wenig Verständnis entgegenbringen.

Im jüngsten Fall ging es um eine Beschwerde über überflutetes Grünland, überwiegend als Weide genutzt, das unterhalb des Kloster-/Hüttengrabens am Oberen Bohm liegt. Die gesamte Anlage, die einst von den Mönchen des Klosters errichtet wurde und auf ein hohes Maß an technischem Verständnis schließen lässt, besteht aus dem Klostergraben, der einst das Wasser von der Hoppecke der Klostermühle zuführte, zwei Stauteichen sowie verschiedenen Wehren und Abläufen. Sie steht unter Denkmalschutz, für ihre Sanierung gab es Fördermittel von der Stiftung Denkmalschutz und vom Land. 

Die Verbindung zwischen Hoppecke und Mühle ist nicht mehr durchgängig – laut der Erbengemeinschaft wurden ihre Bemühungen diese wieder ganz herzustellen, von offizieller Seite gestoppt. Bei Vollstau und starken Regenfällen staut sich aber gelegentlich Wasser von den Teichen in den Klostergraben zurück. Daraus schlossen Anlieger, dass dies die Ursache dafür sei, wenn ihre Flächen unter Wasser stehen.

Auffanggraben ist zugewachsen

„Ganz im Gegenteil“, hält Giesela Höhle als Vertreterin der Erbengemeinschaft dagegen: „Wenn der Graben nicht wäre, würde noch viel mehr Wasser vom darüberliegenden Hang auf die Flächen strömen“. Wird der Wasserstand im Klosterteich zu hoch, wird erst einmal östlich der Wiesen in einem Überlaufgraben überschüssiges Wasser über den Schafbruchgraben der Hoppecke zugeführt. Außerdem gebe es unterhalb des gemauerten Kanals auch noch einen weiteren Auffanggraben, für den die Erbengemeinschaft aber nicht zuständig ist. Dieser, so Höhle, sei jedoch vollkommen zugewachsen und teilweise durch Hütten und Holzstapel blockiert.

Bei einem Ortstermin mit Bauamtsleiter Werner Besche bekam sie nun Rückendeckung: „Frau Höhle trägt keinerlei Verantwortung für die überschwemmten Wiesen. Das Wasser kommt nicht aus dem Klostergraben, sondern drückt vom Hang hinein und für derartig unkontrollierte Wasserzuläufe tragen die Grundeigentümer selbst das Risiko.“ Die Pferde, die darauf weiden, tun offensichtlich ein Übriges, um den Boden zu verdichten. Die betroffenen Flächen sind, laut Verwaltung, nicht als Überschwemmungsgebiet, aber auch nicht als Bauland ausgewiesen.

Die Erbengemeinschaft wünscht sich, dass die Anwohner mehr Verständnis für ihre Bemühungen haben, schließlich sei die gesamte Anlage nicht nur kulturhistorisch erhaltenswert, sondern auch unter Umweltgesichtspunkten sei die mit der Anlage betreibbare Stromturbine ein Gewinn für alle.

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