„Über 50 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze“

„Beste Form der Inklusion“: Übergabe des LWL-Psychiatriepreises an die AuB Marsberg

Der bereits im Vorjahr an die AuB verliehene Psychiatriepreis konnte nun endlich persönlich durch LWL-Direktor Matthias Löb an den Vereinsvorsitzenden Ulrich Gerlach übergeben werden.
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Der bereits im Vorjahr an die AuB verliehene Psychiatriepreis konnte nun endlich persönlich durch LWL-Direktor Matthias Löb an den Vereinsvorsitzenden Ulrich Gerlach übergeben werden.

„Über 50 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze – das ist die beste Form von Inklusion, die man sich vorstellen kann“, betonte LWL-Direktor Matthias Löb bei der Übergabe des LWL-Psychiatriepreises an den Verein Arbeit und Beschäftigung für psychisch Behinderte Marsberg (AuB). Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit 2000 Euro dotiert.

Marsberg – Wie berichtet, wurde bereits im Juni 2020 der Psychiatriepreis der LWL an die AuB vergeben, konnte wegen Corona aber bisher nicht persönlich überreicht werden.

Die Anregung kam seinerzeit von den Marsberger LWL-Einrichtungen.

„Die AuB ist für uns bereits ein alter Bekannter“

„Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie dieses Unternehmen in das rechte Licht gerückt haben“, sagte Löb zum ärztlichen Direktor der Marsberger Kliniken Dr. Stefan Bender. „Die AuB ist für uns bereits ein alter Bekannter und als Ihr Vorschlag auf dem Tisch lag, war für uns schnell klar, dass wir nicht weiter suchen müssen“, erinnerte sich Löb.

Die Arbeit des 1988 gegründeten Vereins, dessen geschäftlicher Betrieb aufgrund seines Erfolges und mittlerweile erreichten Umfangs 2001 in eine gemeinnützige GmbH ausgegliedert wurde, zeichnet sich laut Löb nicht nur durch „wahnsinnig viel Herzblut“, sondern auch durch seine professionellen Grundlagen aus. Sonst hätte das Unternehmen sich nicht über 30 Jahre erfolgreich auf einem hart umkämpften Markt behaupten können. Die Mitglieder des Gründungsvorstandes seien engagiert und vom Fach gewesen, bestätigte auch Bender.

Hohe Qualität des Unternehmens und seiner Produkte

Bürgermeister Thomas Schröder verwies auf eigene Erfahrungen, die er an seinem Arbeitsplatz bei einem langjährigen Kunden und Kooperationspartner der AuB gemacht habe und bestätigte die hohe Qualität des Unternehmens und seiner Produkte. Auch in seiner Funktion als Betriebsrat habe er mit der AuB zusammengearbeitet: „Leider wird unser Leben auch am Arbeitsplatz durch Stress, Termindruck, erhöhte technische Anforderungen und auch durch unkollegiales Verhalten (Mobbing) beeinflusst. Damit kann nicht jeder Mensch umgehen.“ Er sei daher froh, dass es Unternehmen gebe, die berufliche Alternativen böten.

In seiner Dankesrede skizzierte der Erste Vorsitzende des Vereins, Ulrich Gerlach, einzelne Stationen der AuB-Geschichte, vom „Café Treffpunkt“ über die „Inselwerkstatt“ bis zum heutigen Industriezulieferer. Als der Verein vor 33 Jahren gegründet wurde, war er einer der ersten weit und breit, der psychisch Kranken und Behinderten Arbeit und Beschäftigungsmöglichkeiten bot. „Es war eine Zeit der Aufbruchsstimmung, in der diesem Personenkreis mehr zugetraut wurde“, erklärte Gerlach. Voraussetzung für mehr Selbständigkeit war, ihnen die Möglichkeit zu geben, aus eigener Kraft ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

„Das Thema Inklusion ist heute so aktuell wie vor 33 Jahren“

Zwischenzeitlich sind viele neue Aufgaben hinzugekommen; die Zahl der Beschäftigen ist auf 70 gestiegen. „Das Thema Inklusion ist heute so aktuell wie vor 33 Jahren“, befand der Vereinsvorsitzende Gerlach. 2017 war er für sein Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

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