Stark – aber mit Versorgungslücken

Umfrage in Westheim gibt Impulse für die Ideenwerkstatt

+
Die erste Ideenwerkstatt in Westheim fand regen Zuspruch.

Westheim – „Im Vergleich zu anderen Ortschaften steppt hier in Westheim der Bär.“ Mit diesem Satz begann Bernhard Eder, Dozent der Katholischen Landesvolkshochschule Hardehausen, die Vorstellung der Ergebnisse der Online-Umfage.

Diese wurde im Januar durchgeführt, um zum Einen den Ist-Zustand mit Westheims Stärken und Schwächen zu sondieren und zum Anderen zu erkennen, in welche Richtung die geplante Ideenwerkstatt führen soll und welche Themen den Westheimern unter den Nägeln brennen. Nun sollen daraus konkrete Projekte entwickelt werden. Die Landesvolkshochschule hatte die Umfrage organisiert und Dozent Bernhard Eder wird den Prozess beratend begleiten und moderieren. „Mir ist es wichtig zu helfen, dass die Ideen, die Sie hier entwickeln, auch Realität werden. Ich sehe mich als eine Art Hebamme“, erklärte er. 

An diesem Vormittag hatte er für die rund 35 Teilnehmer der ersten Ideenwerkstatt mehrere motivierende Erkenntnisse parat: Allein die Beteiligung der Westheimer an der Umfrage sei mit elf Prozent überdurchschnittlich hoch. Eingeladen waren alle Westheimer ab 14 Jahren; 63 Fragebögen wurden ausgefüllt. 

In der Folge ging Eder auf die einzelnen Punkte der Umfrage ein. Neben dem guten Zusammenhalt wurden als weitere Stärken Westheims die gute Verkehrsanbindung, die vielfältige Infrastruktur, die schöne Landschaft, aktive Vereine und gute Sport- und Freizeitangebote genannt. 

Dorfladen und Dorfcafé gewünscht

Als Schwächen wurden das fehlende Lebensmittelgeschäft, ein unzureichendes gastronomisches Angebot, der „Schandfleck“ alte Molkerei, der Durchgangsverkehr und Defizite beim ÖPNV genannt. Auch beim Zusammenhalt und der Integration von Neubürgern sah man noch „Luft nach oben“. 

Wiederholt genannt wurde der Wunsch nach einem offenen, nicht vereinsgebundenen Treffpunkt, die Situation von Gastronomie und Lebensmittelladen, Wohnen für Senioren, die Verschönerung des Ortskerns und mehr für Familien zu tun. Insgesamt, so Eder, gebe es in Westheim vergleichsweise wenig Baustellen. Er kristallisierte vier Punkte heraus, die zu möglichen Projektideen werden könnten: Dorfladen, Dorfcafé/Dorfkneipe, selbst organisierter Jugendtreff und eine gemeinsame, vereinsübergreifende Veranstaltung. 

In der Umfrage war direkt nach einer Dorfkneipe und einem Dorfladen gefragt worden. Hier sprach eine überwältigende Mehrheit von über 90 Prozent sich dafür aus und versicherte auch, beides nutzen zu wollen. In der anschließenden Diskussion wurde allerdings erhebliche Skepsis geäußert: „Viele sagen, sie würden es annehmen, tun es aber nachher nicht“, so der Einwand eines Teilnehmers. Eder räumte ein, dass bei einem solchen Projekt immer ein gewisses Risiko bleibe. „Man kann aber auch Unterstützung konkret einfordern und dies zur Voraussetzung machen“, schlug er vor. 

Im Anschluss bildeten sich Arbeitsgruppen zu folgenden Themen (in Klammern die Ansprechpartner/Koordinatoren): Dorfladen (Markus Kriegel und Dominik Welten), Dorfcafé mit Events (Erwin Werneke und Christina von Twickel), Einführung einer Dorf-App (Leonard Wunder) und gemeinsame Dorfveranstaltungen (Andreas Salmen). Die Ergebnisse der ersten Zukunftswerkstatt werden Thema der nächsten Sitzung des Ortsbeirates sein, erklärte Ortsbürgermeister Franz-Josef Weiffen. Der Förderverein „Unser Westheim“ initiierte die Ideenwerkstatt und trägt zur Finanzierung bei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare