Erster Platz geht an den Sportverein BC 23 Meerhof

„Die Umwelt gewinnt“ - Klimaschutzpreis in Marsberg vergeben

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„Klimaschutz beginnt vor der eigenen Haustür“: Am besten umgesetzt und den Klimaschutzpreis gewonnen hat der Sportverein BC 23 Meerhof mit der Sanierung seines Sportheimes.

Marsberg - „Wir waren überrascht, wie vielfältig die Projekte sind und wenn wir sagen, dass wir die Qual der Wahl hatten, so ist das keine Platitüde. Die Projekte sind alle klasse“, betonte Jurymitglied Johannes Kobeloer von der Firma innogy bezüglich des kürzlich verliehenen Klimaschutzpreises in Marsberg.

Vergeben wird der Klimaschutzpreis in Marsberg – im übrigen seit 20 Jahren – durch eine Auswahlkommission bestehend aus Vertretern der Stadt, Stadtmarketing und innogy. Der Energieversorger stiftet jedes Jahr das Preisgeld in Höhe von insgesamt 2.500 Euro für den Klimaschutzpreis.

Mit dem Aufruf „Die Umwelt gewinnt – gewinnen auch Sie! Ressourcenschonung und Klimaschutz beginnen vor der eigenen Haustür. Machen Sie mit!“, rief die Stadtverwaltung im Mai die Marsberger auf, sich zu bewerben. Mit der Auszeichnung werden gute Ideen und besonderes Engagement in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz honoriert. Bewerben konnte man sich mit Beiträgen, die den Klimaschutz vor Ort voranbringen, die zur Erhaltung oder Schaffung natürlicher Umweltbedingungen beitragen, aber auch Umweltbildung betreiben und Kinder und Jugendliche zu energiesparendem, klimaschonendem Verhalten motivieren.

Angesprochen waren alle: Privatpersonen, Verbände, Vereine, Interessengemeinschaften, Bürgerinitiativen und auch Schülergruppen in Marsberg. In diesem Jahr sind rund ein Dutzend Projekte eingereicht worden, „mit einer interessanten Spannbreite“, wie Jurymitglied Helmut Löhring, stellvertretender Leiter des Bauamts, bestätigte. Insgesamt sind in den letzten 20 Jahren in Marsberg um die 80 Preisträger gekürt worden. „Ich freue mich besonders, dass die Jüngsten auch dabei sind, denn es geht um ihre Zukunft“, so Löhring.

Energiekosten 50 Prozent reduziert

Der erste Platz, verbunden mit einem Preisgeld von 1.250 Euro, ging in diesem Jahr an den Sportverein BC 23 Meerhof. Der Verein leistete bei der energetischen Sanierung seines Sportheimes Vorbildliches. Ihm gelang dabei eine Reduzierung der Heiz- und Stromkosten um fast 50 Prozent durch Wärmedämmung, Erneuerung von Fenstern und Türen, Austausch der Heizungsanlage, der Leitungen und Einsatz von LED. „Klimaschutz könnte nicht besser umschrieben werden als mit diesem Projekt“, lobte Kobeloer. Bei der Preisübergabe wurde der Verein vertreten durch den Ersten Vorsitzende Christof von Rüden, Klaus Thielemann (2. Vorsitzender) und Regina Flocke (Kassiererin) sowie Ortsbürgermeister Hans-Josef Dülme.

Der zweiten Platz, dotiert mit 750 Euro, vergab die Jury ebenfalls an einen Sportverein, nämlich den Sportverein Canstein für sein besonders nachhaltiges Wirtschaften bei den Highland Games. Die Veranstaltung sollte möglichst umweltfreundlich, tierfreundlich, regional und ressourcenschonend sein. So kam zum Beispiel kein Plastikgeschirr zum Einsatz, die Getränke und auch die Fleischprodukte stammten aus der Region und von „bekannten“ Landwirten. Selbst das Flatterband aus Kunststoff zum Absperren wurde durch wieder verwendbare Seile ersetzt. Zudem wurde bewusst auf Bewerbung durch Handzettel verzichtet. „Ein super spannendes Projekt“, sagte Löhring. Den Preis nahmen stellvertretend Josef Bannenberg, Ulrich Bannenberg, Andreas Schröder und Herbert Kümmel entgegen. Damit ist zum ersten Mal eine Veranstaltung ausgezeichnet worden.

„Jetzt wird es kribbelig, im wahrsten Sinne des Wortes“, kündigte Jurymitglied Michaela Schröder den dritten Platz an: Ausgezeichnet mit 500 Euro wurde die Katholische Kindertageseinrichtung „Haus Bethlehem“ aus Westheim mit ihrem Projekt „Bau eines Insektenhotels/Anlegen eines Wildblumen- und Hochbeetes“. Dazu wurden Exkursionen veranstaltet, Schautafeln angefertigt, aktuelle Themen wie das Bienensterben aufgearbeitet, als Gegenmaßnahme die Idee eines Insektenhotels entwickelt und ein großes Insektenhotel als Gemeinschaftsaktion von Kindern, Erziehern und Eltern gebaut. „Ein deluxe Insektenhotel, das seinesgleichen sucht“, so Schröder. Zudem legten die Kinder ein Wildblumenbeet an. Im Hochbeet der Kita wurden obendrein Kartoffeln, Möhren sowie Erdbeeren angebaut. Erzieherin Sabrina Becker wurde von den Kindern Isabella Wessalowski, Ferris König, Phoebe Köster und Mateus Leite begleitet.

Da der Auswahlkommission für den Klimaschutzpreis – dazu gehörten neben Kobeloer, Schröder und Löhring noch Antonius Löhr (Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters) und Sabine Korinth (Sachbearbeiterin Umweltschutz) – nach eigenem Bekunden die Entscheidung wegen der vielen „tollen Bewerbungen“ nicht leicht gefallen war, lobten sie kurzfristig einen zusätzlichen Sachpreis aus.

Diesen – ein Baumbewässerungssack – erhielt der Evangelische Jona-Kindergarten für sein Projekt rund um das Thema Wasser: „Wale und Delfine auf Forscherkurs – Die Wasserdetektive“. In der Projektreihe wurde mittels eines simplen Versuchsaufbaus der natürliche Kreislauf des Wassers veranschaulicht, bevor man Fragen nachging, wie das Wasser zu uns kommt oder wie Abwasser gereinigt wird. Die Kinder bauten sich dazu eigene Filteranlagen. Abschließend wurde ein „Wasserspaziergang“ unternommen, bei dem an verschiedenen Stellen Wasserproben gesammelt und in ihrer Sauberkeit verglichen wurden. Der Jona-Kindergarten wurde vertreten durch die Erzieherinnen Nicole Wagner-Greiner und Tessa Koch.

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