Orpe tritt über die Ufer

Unwetter in Marsberg: „Bedrohliche Lage“ in Udorf

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In Marsberg-Udorf trat die Orpe über die Ufer.

Wie im gesamten Kreisgebiet hat das Tief „Bernd“ mit seinen ergiebigen Regenfällen auch im Stadtgebiet Marsberg für viele Einsätze gesorgt. Das teilt die Feuerwehr mit.

Marsberg - Zahlreiche Straßen wurden überflutet, Keller waren vollgelaufen. „Besonders bedrohlich“ war die Lage laut Feuerwehr im Ortsteil Udorf: Dort trat der Bachlauf Orpe über die Ufer und breitete sich in eine Wohnsiedlung aus.

In der Nacht zum Mittwoch gingen ab etwa 0.30 die ersten Notrufe bei der Leitstelle ein. Besonders betroffen war in der Nacht die Marsberger Innenstadt; in Leitmar stand ein Pferdestall unter Wasser. Auch in Udorf wurden bereits voll gelaufene Keller gemeldet.

Im Einsatz waren in der Nacht die Einheiten aus Marsberg, Obermarsberg, Leitmar, Borntosten, Udorf, Westheim, Beringhausen, Essentho und Padberg. Während dieser Stunden lag der Einsatzschwerpunkt im Bereich der Marsberger Innenstadt; in Udorf waren in der Nähe der Orpe die Einheiten aus Udorf, Erlinghausen und ein Einsatzfahrzeug aus Marsberg eingesetzt. Knapp 40 Einsätze wurden bis etwa 7 Uhr morgens abgearbeitet, hauptsächlich das Auspumpen vollgelaufener Keller.

Unwetter in Marsberg: Mehrere Häuser von Wassermassen bedroht

In Udorf stieg der Pegel der Orpe immer weiter an, der kleine Bach wurde aufgrund der Wassermassen zu einem reißenden Fluss und trat über die Ufer. Mehrere Häuser entlang der Straße „Hinter den Höfen“ waren von den Wassermassen unmittelbar bedroht. Mit Sandsäcken versuchten die Einsatzkräfte, die Wassermassen von den Häusern fernzuhalten. Um die Mittagszeit herum stieg der Pegel der Orpe aufgrund weiterer starker Regenfälle immer schneller an, sodass die Einsatzkräfte vor Ort weitere Unterstützung benötigten.

So wurden die Einheiten aus Canstein, Heddinghausen und Borntosten alarmiert und nach Udorf geschickt. Die Löschgruppen aus Westheim, Oesdorf und Obermarsberg rückten aus, um Sandsäcke zu befüllen, die anschließend nach Udorf gebracht wurden: Mehrere hundert Sandsäcke waren nötig, um die Wassermassen der Orpe abzuhalten; parallel mussten immer wieder vollgelaufene Keller ausgepumpt werden, da auch die Kanalisation die Wassermassen nicht mehr fassen konnte.

Unwetter in Marsberg: Wasserförderzug angefordert

Auch in Leitmar und Canstein taten sich weitere Einsatzstellen auf, dorthin wurden die Einheiten aus Leitmar, Canstein und Diemelsee-Vasbeck beordert. Die Löschgruppe Giershagen stellte während dieser Zeit den Grundschutz im Marsberger Südosten sicher.

In Marsberg-Udorf trat die Orpe über die Ufer.

Um die Wassermassen der Orpe in den Griff zu bekommen, entschied sich die Einsatzleitung, den Wasserförderzug des HSK nach Udorf anzufordern. Dieser entnahm Wasser aus der Orpe und führte es auf einer Strecke von mehreren hundert Metern am gefährdeten Bereich vorbeizuführen. Über 7000 Liter Wasser konnten so pro Minute der Orpe entzogen werden. Knapp drei Stunden blieb der Wasserförderzug vor Ort - um 19 Uhr war der Einsatz beendet.

Ein Löschzug aus Brilon löste die Einheiten, die seit der Nacht im Einsatz waren, ab. Das DRK organisierte die Verpflegung für die Wehrleute, die zum Teil seit der Nacht im Dauereinsatz waren.

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