„Musik hat Ihr Leben bestimmt“

„Verdiente Anerkennung“: Günter Agethen erhält das Bundesverdienstkreuz

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Landrat Dr. Karl Schneider (li.) überreichte Günter Agethen das Bundesverdienstkreuz am Bande, dieser reichte die Blumen verdientermaßen an seine Ehefrau Thekla weiter. Bürgermeister Klaus Hülsenbeck (re.) war der erste Gratulant.

Meerhof – „Musik hat Ihr Leben bestimmt“, begann Landrat Dr. Karl Schneider seine Laudatio bei der Aushändigung des „Bundesverdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“, wie der offizielle Titel lautet, an Günter Agethen. Verliehen wurde der Orden vor allem für sein jahrzehntelanges Engagement im kulturellen Bereich.

Mit knapp 14 Jahren war Agethen 1952 dem Musikverein in Meerhof als Klarinettist beigetreten, viele Jahre engagierte er sich im Vorstand, erst als Kassierer, später als Schriftführer. 22 Jahre lang leitete er die Musikkapelle Meerhof als Erster Vorsitzender. Auf seine Initiative geht Mitte der Siebziger die Gründung einer Nachwuchsgruppe zurück. 1985 setzte sich Agethen dafür ein, gemeinsam mit dem Männergesangverein Liederkranz Meerhof, dem er ebenfalls angehörte, das Dachgeschoss der „Alten Schule“ in Eigenleistung zu einem Probenraum auszubauen. 

Des Weiteren war er maßgeblich an der Gründung des Stadtmusikverbandes Marsberg beteiligt, zehn Jahre war er dessen Vorsitzender. Auch im MGV engagierte er sich – wiederum als Schriftführer – im Vorstand. Nunmehr als Ehrenvorsitzender ist er immer noch aktives Mitglied in der Musikkapelle. 2012 hat ihm der Volksmusikerbund NRW eine Ehrenurkunde für seine 60-jährige aktive Mitgliedschaft überreicht, „ein äußerst seltenes Vorkommnis“, wie der Landrat anmerkte. 

Politische Verantwortung

Neben seinem musikalischen Engagement übernahm der Geehrte auch politische Verantwortung. Seit 1969 ist er Mitglied im SPD-Ortsverein Meerhof-Oesdorf, den er mit weiteren fünf Mitgliedern gegründet hat. Von 1984 bis 1992 übernahm er im Ortsverein das Amt des Ersten Vorsitzenden. Von 1979 bis 1984 war er Mitglied im Rat der Stadt Marsberg, anschließend weitere fünf Jahre Sachkundiger Bürger im Bauausschuss. Auch heute noch gehört er dem Ortsbeirat Meerhof an und nimmt regelmäßig an den Mitgliederversammlungen des Ortsvereins teil. 

Auch im Egge-Gebirgs-Verein Meerhof war Agethen nicht nur „einfaches“ Mitglied, sondern von 1979 bis 1995 zweiter Geschäftsführer und Schriftführer. Nach zehnjähriger Pause wurde er 2005 Erster Vorsitzender des EGV, ein Amt, das er auch heute inne hat. Daneben organisierte er eine Seniorenabteilung, die sich wöchentlich zum geselligen Erfahrungs- und lnteressenaustausch trifft. 

Ferner gehört Agethen seit 1957 dem Schützenverein Meerhof an. Auch hier war er siebzehn Jahre lang als Schriftführer im Vorstand. 2005 wurde er zum Ehrenschriftführer gewählt. Inzwischen ist der nun 82-jährige Ruheständler, verheiratet und Vater von vier Kindern, von den meisten Ämtern offiziell zurückgetreten, aber er verfolge weiter aufmerksam das Geschehen in allen Vereinen, so die Vereinsfreunde. 

"Das ist es, was einen Sauerländer ausmacht"

„Das ist es, was einen Sauerländer ausmacht, sich so in der Vereinsarbeit zu engagieren“, lobte Schneider, bevor er eigenhändig dem Geehrten das Kreuz umhängte. „Es ist die absolut verdiente Anerkennung für dein langjähriges und außergewöhnliches Engagement“, gratulierte Bürgermeister Klaus Hülsenbeck dem Ordensträger und setzte hinzu: „Konrad Adenauer hat einmal gesagt, eine Ordensverleihung bedeute, dass ‚die Geschichte gerecht ist und lächelt‘. Heute ist so ein Tag.“ Der Bürgermeister hob hervor, dass für Agethen immer die Sache – und nicht die Parteizugehörigkeit – im Vordergrund gestanden habe. Auch bei seinem früheren Arbeitgeber, der LWL, würde immer noch „mit höchstem Respekt“ von ihm gesprochen. 

„Ich habe ein paar Mal gedacht, das bin ich gar nicht, dann habe ich mich aber doch darin wiedergefunden“, bedankte sich Agethen bei den Laudatoren. „Wenn man sich in so vielen Vereinen engagiert, sagt das auch etwas über diese Vereine aus“, gab er einen Teil der Anerkennung weiter. Vor allem galt der Dank seinen Angehörigen: „Wenn die Familie, allen voran meine Frau, nicht hinter mir gestanden hätte, hätte ich es nicht gekonnt.“ 

Festlich umrahmt wurde die Feierstunde – wie konnte es anders sein – von Musik. „Unsere Rede machen wir musikalisch“, sagte Tochter Birgit Lülfs, die inzwischen, in die Fußstapfen ihres Vaters tretend, Erste Vorsitzende der Musikkapelle ist.

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