„Beflügelnder“ Moment

Vogelpflegestation Essenthoer Mühle erhält Spende für dringend notwendige Arbeiten an Volieren

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Auch für die erfahrenen Vogelschützer ist dies immer wieder ein besonderer Augenblick und Lohn für all die Mühen: Der Moment, wenn ein Tier – hier ein Wanderfalke – wieder in die Freiheit entlassen wird.

Essentho - „Das Geld können wir gut für die dringend notwendigen Arbeiten an unseren Volieren gebrauchen“, freut sich Wilfried Limpinsel von der Vogelpflegestation Essenthoer Mühle. In der Hand hält er einen Scheck über 2.500 Euro, den ihm Uwe Neuleben, Repräsentant der Krombacher Brauerei, überbracht hat.

Zur „Belohnung“ kann der Gast der Auswilderung eines gesundgepflegten Wanderfalkens beiwohnen. Der Vogel zittert, als Wilfried Limpinsel ihn aus der Voliere holt und mit Unterstützung von Ehefrau Mathilde beringt – ob es Vorfreude oder Angst ist, lässt sich nicht sagen. Noch einmal blicken sich Mensch und Tier in die Augen, dann öffnet der Vogelschützer seine Hände und der Falke zögert nicht eine Sekunde. Nur einige Flügelschläge später ist er zwischen den Bäumen verschwunden. 

Kurz vor der Auswilderung des gesundgepflegten Wanderfalkens: Noch einmal blicken sich Mensch und Tier in die Augen.

"Die Tiere, welche zu uns gebracht werden, sind Bioindikatoren“, erklärt Limpinsel. Für die Gattung der bedrohten Wanderfalken ist es ein gutes Signal, dass die Station in diesem Jahr sogar drei davon in Obhut hatte. Doch bevor die Vögel nach ihrer Genesung wieder in die Freiheit entlassen werden können, müssen sie die zum Fliegen notwendige Muskelmasse aufbauen. „Das geht nur in ausreichend großen Flugvolieren“, führt der Vogelschützer aus. In Spitzenzeiten kann es da auf der Station schon einmal eng werden und man kann auch nicht alle Arten beliebig zusammen in eine Voliere stecken. So soll bei der Sanierung des Daches dieses auch angehoben werden, um mehr Raum zu schaffen. Zudem ist ein weiterer Volierenanbau geplant. 

170 Greifvögel hat die ehrenamtlich auf privatem Grund geführte Station (seit einigen Jahren unterstützt durch einen Trägerverein) bereits in diesem Jahr wieder auf die Beine gebracht – und das Jahr ist noch nicht zu Ende. Insgesamt sind seit Gründung der Station vor knapp 40 Jahren über 4000 Tiere versorgt worden. „Dazu kommen ja noch all die anderen Vögel die uns gebracht werden“, ergänzt Mathilde Limpinsel. Auch wenn sich die Station eigentlich auf die Pflege von Greifvögeln und Eulen spezialisiert hat – Wilfried Limpinsel ist ausgebildeter Falkner – weist das Ehepaar auch andere Tiere wie Igel, Siebenschläfer und andere Nager selten ab. Sie staunten allerdings nicht schlecht, als sie in diesem Jahr eine ausgewachsene Schlingnatter zu Gesicht bekamen. Daneben engagieren sich die Tierschützer im Bereich der Umweltbildung; wie berichtet, wurde dafür, mit Leader-Mitteln, eine Infostation gebaut. 

„Können wir gut für die Sanierung der Volieren gebrauchen“: Uwe Neuleben (Mi.) von der Krombacher Brauerei überreicht einen Spendenscheck an das Ehepaar Mathilde und Wilfried Limpinsel von der Vogelpflegestation in Essentho.

Seit 2003 schüttet die inhabergeführte Krombacher Brauerei unter dem Motto „Spenden statt Geschenke“ jährlich ein Spendenvolumen von bis zu 250.000 Euro aus, aufgeteilt in Einzelspenden von 2500 Euro, um gemeinnützige Einrichtungen zu unterstützen. Naturschutzanliegen gehören genauso wie soziale Projekte dazu. „Vorschläge für geeignete Spendenempfänger kann im Übrigen jeder machen“, erläutert Uwe Neuleben. Die Gebietsrepräsentanten wählen daraus die Empfänger aus. Alle Informationen dazu findet man auf der Homepage der Brauerei unterwww.krombacher.de/Engagement/Spendenaktion/Aktion.

Info und Kontakt 

Vogelpflegestation für Greifvögel und Eulen, Essenthoer Mühle, Wilfried Limpinsel, Tel: 0 29 92/86 84 www.essenthoer-muehle.de

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