Waldbrand in unwegsamem Gelände

3500 Quadratmeter Wald in Flammen - schwieriger Einsatz für die Feuerwehr

Ein Waldbrand bei Marsberg-Essentho beschäftigte am Sonntag die Feuerwehr. Der Einsatz in unwegsamem Gelände gestaltete sich sehr schwierig.
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Ein Waldbrand bei Marsberg-Essentho beschäftigte am Sonntag die Feuerwehr. Der Einsatz in unwegsamem Gelände gestaltete sich sehr schwierig.

Der erste größere Waldbrand in diesem Jahr hat am Sonntagabend die Feuerwehr in Marsberg beschäftigt. Rund 3500 Qudratmeter Wald standen in Flammen. Die Einsatzkäfte mussten viele Herausforderungen meistern.

Essentho - Ein Waldbrand in einem Waldstück bei Marsberg-Essentho hat am Sonntagabend für einen Großeinsatz von Feuerwehr, DRK und THW gesorgt: Etwa 3500 Quadratmeter Waldfläche waren von dem Brand betroffen, wie die Feuerwehr Marsberg mitteilte. Mehr als acht Stunden dauerte der Einsatz, bei dem vor allem schlechte Zufahrtswege und die Wasserversorgung die Feuerwehr vor große Herausforderungen stellten.

Die Löschgruppe Obermarsberg und der Löschzug Marsberg wurden kurz nach 19 Uhr alarmiert, weil ein Feuer oberhalb des Meisenbergs gemeldet worden war. Allerdings musste die Feuerwehr nach eigenen Angaben tief in den Wald einfahren, um die Einsatzstelle zu erreichen. „Wie sich herausstellte, war die Einsatzstelle nahe Essentho gelegen“, heißt es im Einsatzbereicht.

Waldbrand bei Marsberg-Essentho: Fichtenbestand steht in Flammen

Als die ersten Einsatzkräfte am Brandort eintrafen, standen bereits Teile eines Fichtenbestandes an einem Steilhang in Vollbrand. „Die Brandstelle war nur schwer zugänglich“, schilderte die Feuerwehr. Schnell sei klar gewesen, dass große Mengen Löschwasser benötigt wurden, um eine Brandbekämpfung erfolgreich einleiten zu können. Weil die Einsatzstelle tief im Wald und zum Teil an Steilhängen lag, sei dazu ein Großaufgebot an Einsatzkräften und Fahrzeugen erforderlich gewesen.

Entsprechend wurden aus dem Marsberger Stadtgebiet die Löschgruppen aus Essentho, Westheim, Heddinghausen, Oesdorf, Bredelar und Beringhausen nachalarmiert. Im Rahmen der überörtlichen Hilfe wurden zudem Einheiten aus Brilon, Bad Wünnenberg, Warburg, Scherfede, Lichtenau und Bestwig nach Marsberg beordert - hauptsächlich mit Tanklöschfahrzeugen, um den hohen Bedarf an Löschwasser sicherzustellen. Auch das THW aus Warburg rückte mit einem Wasserträger an, das Deutsche Rote Kreuz wurde zur Verpflegung der Feuerwehrleute angefordert.

Aufgrund der Hanglage gestaltete sich die Brandbekämpfung laut Feuerwehr sehr schwierig. „Schließlich wurden dazu zwei Einsatzabschnitte gebildet, einer am oberen Steilhang, der zweite am unteren Steilhang. In jedem Abschnitt wurde ein 10.000 Liter Wasser fassender Faltbehälter aufgebaut, von dem aus die Brandbekämpfung durchgeführt wurde“, berichtete die Feuerwehr.

Waldbrand in Marsberg-Essentho: Aufwendige Beschaffung von Löschwasser

Die Behälter wurden durch Tanklöschfahrzeuge befüllt, die in einem Pendelverkehr das Wasser an die Einsatzstellen transportierten. Als Löschwasserentnahmestelle diente nach Feuerwehrangaben eine Zisterne am Gerätehaus in Essentho. Einige Fahrzeuge mussten von dort aus eine etwa zwölf Kilometer lange Schleife zur Einsatzstelle fahren - und das über zum Teil „sehr schlechte Waldwege“, die die Feuerwehr schilderte.

Damit sich die Einsatzleitung einen genauen Überblick über den Waldbrand bei Essentho verschaffen konnte, kamen ein Polizeihubschrauber und eine mit einer Wärmebildkamera ausgerüstete Drohne der Feuerwehr Warburg zum Einsatz. „So konnte das gesamte Ausmaß des Brandes ermittelt und der Wald auf weitere Glutnester untersucht werden. Insgesamt 3500 Quadratmeter Waldfläche waren von dem Brand betroffen“, heißt es im Einsatzbericht.

Die Löscharbeiten dauerten nach Angaben der Feuerwehr bis 1 Uhr in der Nacht - also etwa sechs Stunden. Der Löschzug Marsberg blieb demnach sogar noch zweieinhalb weitere Stunden an der Einsatzstelle. Eine Brandwache verharrte vor Ort, um aus den aufgebauten Faltbehältern und den verlegten Schlauchleitungen einen möglichen weiteren Löschangriff durchführen zu können.

Waldbrand bei Marsberg-Essentho: Nachlöscharbeiten am Montag

Am Montag gegen 8 Uhr rückte die Löschgruppe Essentho noch einmal zur Kontrolle in das betroffene Waldgebiet aus. Auch der Löschzug Marsberg wurde am Vormittag noch einmal zur Einsatzstelle beordert, um Nachlöscharbeiten durchzuführen. Gegen Mittag konnte die Feuerwehr dann mit Aufräumarbeiten begonnen werden.

Bei dem Waldbrand bei Essentho waren 140 Kräfte der Feuerwehr unter der Leitung des Marsberger Wehrleiters Josef Straub im Einsatz, hinzu kommen weitere Kräfte von DRK und THW. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Ursache aufgenommen.

Die Feuerwehr Marsberg hat Erfahrung mit größeren Waldbränden: Im Herbst 2020 mussten die Brandschützer - ebenfalls bei Essentho - innerhalb weniger Stunden zu zwei Waldbränden ausrücken. Insgesamt waren fast 300 Kräfte im Einsatz. Einen weiteren Waldbrand hätte es am Montag fast in Drolshagen gegeben: Mitten im Wald brannte ein gestohlener Lkw.

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