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Zwei Waldbrände innerhalb weniger Stunden - fast 300 Feuerwehrleute im Einsatz

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Von: Daniel Großert

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Die Feuerwehr Marsberg musste am frühen Sonntagmorgen einen ersten Waldbrand in Essentho löschen.
Die Feuerwehr Marsberg musste am frühen Sonntagmorgen einen ersten Waldbrand in Essentho löschen. © Feuerwehr Marsberg

Gleich zwei Waldbrände hielten die Feuerwehr Marsberg am Sonntag in Atem - beide rund um Essentho. Während beim ersten Feuer am frühen Morgen etwa 75 Kräfte im Einsatz waren, warem beim zweiten Brand rund 200 Feuerwehrleute gefordert.

Essentho - Die erste Alarmierung ging am Sonntag gegen 5.30 Uhr bei der Feuerwehr Marsberg ein, wie aus dem Einsatzbericht hervorgeht. Demnach wurde die Löschgruppe Essentho zu einer unklaren Rauchentwicklung in der Goldbuschstraße gerufen, die in der Nähe des Missionsheims liegt.

Die Rauchentwicklung entpuppte sich vor Ort als Flächenbrand in einem Waldstück, weshalb kurze Zeit später auch die Feuerwehr-Einheiten aus aus Marsberg, Meerhof, Westheim und Oesdorf zur Einsatzstelle in Essentho beordert wurden. Zudem wurde der Löschzug aus Bad Wünnenberg-Fürstenberg mit seinem TLF2000 alarmiert, das speziell bei Waldbränden zum Einsatz kommt.

Die Feuerwehr ging nach eigenen Angaben mit mehreren C- und D-Strahlrohre gegen die Flammen vor, später auch mit dem Wasserwerfer des Löschzugs Fürstenberg. „Dem Löschwasser wurde Schaumittel als Netzmittel beigemischt. Diese Maßnahme zeigte einen schnellen Einsatzerfolg, da das Löschwasser mit dem Netzmittelzusatz schneller und tiefer in das brennende Unterholz eindringen konnte“, berichtet die Feuerwehr.

Waldbrand in Marsberg: Erstes Feuer nach 30 Minuten unter Kontrolle

Die Wasserversorgung sei aus öffentlichen Hydranten und einer Zisterne sichergestellt worden, um den hohen Bedarf an Löschwasser decken zu können. Das Deutsche Rote Kreuz rückte mit einem Rettungswagen und einer Versorgungseinheit an, um die Einsatzkräfte mit Verpflegung und Getränken zu versorgen und den Eigenschutz der Einsatzkräfte sicherzustellen.

Nach einer knappen Stunde hatte die Feuerwehr den Waldbrand bei Essentho unter Kontrolle. Der Einsatz dauerte bis in den späten Vormittag. „Die Löschgruppe Essentho kontrollierte den ganzen Sonntag über die Einsatzstelle mehrmals auf eventuelle Glutnester“, berichtet die Feuerwehr, die nach eigenen Angaben mit 75 Kräften im Einsatz war.

Am Nachmittag ging dann ein weiterer Alarm bei der Marsberger Feuerwehr ein. Gegen 14 Uhr wurden die Löschgruppen aus Essentho und Meerhof zu einem Waldbrand zwischen Essentho und Marsberg gerufen. „Aufgrund des extrem trockenen Waldbodens bestand die Gefahr einer weitflächigen Ausdehnung der brennenden Fläche“, erklärt die Feuerwehr.

Waldbrand bei Essentho: 2000 Quadratmeter Unterholz in Flammen

In einem Waldstück, das nach Feuerwehrangaben kurz hinter dem Ortsausgang von Essentho in Richtung Marsberg liegt, standen etwa 2000 Quadratmeter Unterholz sowie rund 150 Festmeter Stapelholz in Flammen. Dass das Feuer an einem steilen Hang ausgebrochen war, erschwerrte die Löscharbeiten.

Beim zweiten Waldbrand in Essentho standen etwa 2000 Quadratmeter Unterholz und rund 150 Festmeter Stapelholz in Flammen.
Beim zweiten Waldbrand in Essentho standen etwa 2000 Quadratmeter Unterholz und rund 150 Festmeter Stapelholz in Flammen. © Feuerwehr Marsberg

Die Feuerwehrleute setzten unmittelbar mehrere Strahlrohre ein, um den Waldbrand bei Essentho einzudämmen. Wie beim Einsatz am Morgen mischten die Einsatzkräfte dem Löschwasser Netzmittel bei, um den Löscheffekt zu verbessern. „Wegen der großen Hitze im Boden musste der Waldboden zusätzlich gelockert und umgegraben werden“, berichtet die Feuerwehr. Ein Hubschrauber der Polizei erkundete die Einsatzstelle aus der Luft und stellte anhand von Wärmebildern eine große Hitzeentwicklung im Waldboden fest.

Da die Einsatzstelle außerhalb des Ortes lag, stellte die Wasserversorgung eine große Herausforderung für die Feuerwehr dar. Daher forderte die Einsatzleitung um den Marsberger Wehrleiter Josef Straub mehrere Tanklöschfahrzeuge aus dem Wasserförderzug des Kreises Paderborn an, die in einem Pendelverkehr die Wasserversorgung zur Einsatzstelle sicherstellten. „Insgesamt sieben Tanklöschfahrzeuge aus Fürstenberg, Wünnenberg, Lichtenau, Büren, Altenbeken, Delbrück und Paderborn rückten an“, so die Feuerwehr.

Schwierige Wasserversorgung bei Waldbrand in Marsberg

Diese befüllten vor Ort in Essentho zwei Faltbehälter mit 10.000 Litern, aus denen dann die Löschfahrzeuge an der Einsatzstelle versorgt wurden. Insgesamt kamen auf diese Weise nach Angaben der Feuerwehr knapp zwei Kilometer Schlauchleitung zusammen. Die Vorgehensweise der Feuerwehr ging auf: „Dank des Einsatzes von zahlreichen Strahlrohren und dem Wasserwerfer eines Tanklöschfahrzeugs war das Feuer schnell unter Kontrolle“, heißt es im Einsatzbericht.

Beim zweiten Waldbrand innerhalb weniger Stunden waren etwa 200 Feuerwehrleute im Einsatz.
Beim zweiten Waldbrand innerhalb weniger Stunden waren etwa 200 Feuerwehrleute im Einsatz. © Feuerwehr Marsberg

Da die Einsatzkräfte aber mit einer sehr kräftezehrenden Arbeit konfrontiert waren, musste bereits frühzeitig für ausreichend Personal gesorgt werden. Daher entschied sich die Einsatzleitung, zwei Löschzüge aus Brilon und Olsberg zur überörtlichen Hilfe anzufordern. Zur Verpflegung der Einsatzkräfte wurde das Deutsche Rote Kreuz alarmiert.

Nach etwa fünf Stunden begannen die Einsatzkräfte gegen 19 Uhr mit dem Rückbau, die ersten Einheiten verließen die Einsatzstelle. Eine Brandsicherheitswache verblieb jedoch noch bis in den späten Abend an der Einsatzstelle, um bei einem möglichen Aufflammen des Waldbrandes schnell handeln zu können.

Waldbrand bei Essentho: Feuerwehr mit 200 Kräften im Einsatz

Wie die Feuerwehr berichtet, waren über den Nachmittag insgesamt 200 Einsatzkräfte der Feuerwehr aus Marsberg, Brilon, Olsberg und dem Kreis Paderborn im Einsatz. Darüber hinaus waren der Kreisbrandmeister aus Paderborn sowie die Kreisbrandmeisterei des HSK vor Ort.

Für die Feuerwehr aus Essentho gab es bereits am Samstagabend einen weiteren Einsatz: Auf der L549 war ein Auto eine Böschung hinabgestürzt und hatte sich mehrfach überschlagen.

Zuletzt hatte es im Sauerland im April einen großen Waldbrand gegeben: Am Sorpesee hatte sich ein Feuer auf rund 5000 Quadratmetern ausgebreitet. Wenige Tage zuvor gab es einen verheerenden Waldbrand in Wenden: Dort standen etwa 30.00 Quadratmeter Wald in Flammen. Rund 600 Einsatzkräfte waren 15 Stunden lang im Einsatz.

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