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Westheimer Doppelallee „Schafsweide“ wird wieder aufgewertet

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Von: Kristin Sens

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Die drei Reihen von bis zu 180 Jahre alten Bäumen sind ein imposanter Anblick. Wilhelm Schmidt-Wittler vom Hochsauerlandkreis möchte, dass dieses einmalige Naturdenkmal erhalten bleibt. Foto: Kristin Sens
Die drei Reihen von bis zu 180 Jahre alten Bäumen sind ein imposanter Anblick. Wilhelm Schmidt-Wittler vom Hochsauerlandkreis möchte, dass dieses einmalige Naturdenkmal erhalten bleibt. © Kristin Sens

Westheim. „Alleen sind ein schöner Anblick. Im Sauerland gibt es davon etliche. Eine Doppelallee allerdings, wie hier in Westheim die sogenannte Schafsweide, die ist im ganzen Sauerland ziemlich einmalig“, betont Wilhelm Schmidt-Wittler von der Unteren Naturschutzbehörde. Dieses einzigartige Naturdenkmal wird nun wieder, durch Beschnitt, Rodung von Buschwerk und Neupflanzungen, in einen ansprechenden Zustand versetzt.

Drei Reihen großer und mächtiger Bäume führen, in einem Abstand von rund 15 Metern voneinander, von der Höhe des Sportplatzes am Hoppenberg aus, rund 500 Meter weit Richtung Carolinenhof. „In der Mitte sind es, immer abwechselnd, Sommerlinden und Kastanien. In den äußeren Reihen wurden neben Linden auch Birken, Lärchen und andere Bäume gepflanzt“, weiß der Naturschutzexperte.

Insgesamt sind es rund 125 Bäume. Allerdings haben viele Bäume ihr Endalter erreicht, sind entweder umgestürzt oder gefällt worden, sodass die Allee immer lückenhafter wird. Von den Rändern drängt dichtes Buschwerk in die Allee. Sie droht ihren Charakter zu verlieren.

„Die Allee wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von meinen Vorfahren angelegt, vermutlich um, von unserem Stammhaus aus, über die Ländereien des Gutes im Schatten ausreiten und fahren zu können“, erklärt Moritz Freiherr von Twickel, der mittlerweile die sechste Generation in Westheim vertritt. Wenn man vor Ort ist, kann man sich tatsächlich gut vorstellen, wie die Herren und Damen einst hier flanierten.

Heute wird die Allee gerne von den Westheimer Bürgern als Naherholungsgebiet genutzt, zum spazieren zu gehen oder um den Hund auszuführen. Es ergab sich jedoch ein Interessenskonflikt zwischen der Beweidung mit Schafen – daher der Name der Allee – und den Hundebesitzern, sodass der Schäfer sich vor einiger Zeit zurückzog. Die Beweidung ist jedoch wichtig, damit die Allee nicht zuwächst.

Rund 35.000 Euro veranschlagt

„Jetzt ist eine gute Gelegenheit, etwas zu machen, weil wir gerade durch Ausgleichszahlungen Geld im Topf haben“, erklärt Schmidt-Wittler. Rund 35.000 Euro veranschlagt er für die gesamte Maßnahme. Er setzte sich mit Moritz von Twickel als dem Eigentümer der Allee und Ortsbürgermeister Franz-Josef Weiffen zusammen und im Sommer vorigen Jahres begannen die Planungen. Zunächst muss das Strauchwerk entfernt werden und die alten Wurzeln müssen ausgebaggert werden, denn die 47 Bäume, die neu gepflanzt werden, sollen genau an die gleichen Stellen kommen, damit die Allee ihre Konturen behält. Dazu muss obendrein umfangreich Erde ausgetauscht werden. „Das ist schon ein enormer Aufwand, betont der Naturschützer. „Alleine hätten wir das als Eigentümer nicht stemmen können“, so der Freiherr.

Kurz vor Baubeginn Mitte Februar fand eine Information der Anlieger im Sportheim an der Schafsweide statt, bei der Schmidt-Wittler über die einmalig anstehenden Pflegearbeiten und die Ersatzanpflanzungen informierte. Zudem wurden die Anwohner dafür sensibilisiert, dass die Beweidung mit Schafen zur Pflege der Allee notwendig ist. Nach Abschluss der Arbeiten wird ein Udorfer Schäfer die Beweidung wieder übernehmen. Die Hundebesitzer wurden gebeten, die Schafsweide zu meiden, wenn die Schafe dort sind. Ablagerungen auf der Allee seien nicht zulässig und würden künftig geahndet.

„Wunderschönes Naherholungsgebiet“

Ortsbürgermeister Weiffen machte darauf aufmerksam, dass vor einigen Jahren schon einmal eine Komplettsperrung der Schafsweide zur Diskussion stand. „Die Doppelallee ist eine wunderschöne Naherholung und es sollte alles getan werden, dass dies so bleibt“, betonte er.

Bei den anwesenden Anliegern stieß das Vorhaben auf große Zustimmung, nachdem klar geworden war, welche Funktion die Schafe haben. „Hier profitieren alle, die Familie von Twickel als Eigentümer, die Westheimer Bürger als Nutzer und der Kreis als Verantwortlicher für den Naturschutz, freuen sich gemeinsam der Freiherr, der Ortsbürgermeister sowie Schmidt-Wittler.

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