Stadtarchiv geht dem Ursprung auf den Grund

Wofür steht das „A“ im Marsberger Stadtwappen?

Das Stadtarchiv hat den Ursprung des „A“ untersucht.

Marsberg. „17 Gemeinden, alle haben ein Wappen, von aufwendig bis schlicht, von abstrakt bis gegenständlich; die Bedeutung ist den Bewohnern der jeweiligen Ortschaft zumeist bekannt. Doch wie sieht es mit dem uns alle vereinenden Stadtwappen aus?“, fragt die Stadt Marsberg. „Das Stadtarchiv ist der Frage nachgegangen, wieso unser Stadtwappen ein großes ,A‘ ziert. Ja, sogar nur aus diesem, ganz ohne Verzierungen, besteht.“

Normalerweise habe ein Wappen Elemente, die in irgendeiner Weise mit dem Ort in Verbindung gebracht werden können. „Doch was soll dann dieses ,A‘? Marsberg beginnt mit ,M‘das kann es also nicht sein“, so die Stadt in einer Pressemitteilung. Ein älterer, heute noch im Plattdeutschen verwendet Name „Stadtberge“, beginnt mit „S“, auch das passe nicht. Ebenso der ganz alte Name „Horhusen“ gebe keinerlei Anhaltspunkt.

„Vorweg, unsere Obermarsberger Mitbürger sind, davon ausgehend, dass jeder ein bisschen seiner Ortsgeschichte kennt, eindeutig im Vorteil. Denn aufgrund eines Ratsbeschlusses führt die Stadt Marsberg einen Teil des Wappens, das den Obermarsbergern vom König von Preußen 1909 verliehen wurde, fort“, so die Stadt weiter. „In Obermarsberg findet sich einer lokalen Sage nach die mögliche Herkunft des Letters. Dafür muss man weit in der Zeit zurückgehen. Wie jedermann bekannt, wurde die Irminsul auf Veranlassung Karls des Großen 772 zerstört. An Stelle dieses wichtigsten Heiligtums der Sachsen erbauten die Franken die Stiftskirche. Die von König Karl in Sachsen errichteten Kirchen sollten nach der Ordnung des Alphabets bezeichnet werden. Da dieses die erste christliche Kirche auf sächsischem Gebiet zwischen Weser und Rhein gewesen sein soll, bekam sie den ersten Buchstaben des Alphabets und dies ist nun einmal das ,A‘.“ Wo sich allerdings die Kirche mit dem Buchstaben „B“ befindet konnte nicht geklärt werden, denn im Stadtarchiv sei kein Hinweis darauf zu finden und bisher konnte noch niemand Hinweise auf eine „B“-Kirche geben.

Da keine „B“-Kirche zu finden war, begann die Suche nach einer anderen Erklärung, die ebenfalls bekannt ist, so die Stadt. Diese Erklärung besage, dass mit diesem „A“ zugleich eine christliche Botschaft manifestiert werden sollte. „Das griechische Alpha, ist der erste Buchstabe des griechischen Alphabets, das Omega der Letzte. Da die Christianisierung erfolgreich in Obermarsberg begonnen haben soll, kommt ein Zitat aus der Bibel, Offenbarung 22,13 zutragen: ,Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende‘“, so die Stadt.

Bereits im 13. Jahrhundert tragen Münzen aus Marsberg neben dem Heiligen Petrus das „A“ als Prägung. „Aufgrund dieser Konstellation könnte auch der Beginn der Christianisierung als solches verewigt worden sein. Denn bei Matthäus 16,18 heißt es ,Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.‘ Gott als der Anfang und das Ende der Schöpfung, setzt mit oder durch Petrus den Anfang der Kirche.“ Ob nun Obermarsberg als Felsen gelten kann? Hoch oben auf dem Berge ist es nun einmal und der Anfang der Kirche auf sächsischem Gebiet wie es aussieht auch“, so die Stadt. Des Weiteren soll sich an der Obermarsberger Kirche ein Wappenstein mit eben diesem Buchstaben befunden haben.

„Welche der beiden Überlieferungen nun stimmt oder ob nun ein Feh für das Wappen der Padberger Modell stand, ein Quellbrunnen für das der Gemeinde Borntosten oder der Löwe des heiligen Markus für jenes der Beringhäuser. Geschichte und Forschung auch auf ungewöhnlichen Gebieten ist spannend und informativ“, so die Stadt weiter.

Wer Informationen zu diesen Themen sucht, findet Literatur im Stadtarchiv. Egal ob Wappen, Irminsul, Karl der Große oder Ortschroniken, das Stadtarchiv sei immer eine gute Anlaufstelle. Das Stadtarchiv befindet sich in der Bahnhofstraße 11 rechts neben dem Eingang der Bibliothek in Marsberg. Besucher sind freitags von 8 bis 12 Uhr auch ohne Termin willkommen. Unter Tel. 0 29 92/97 91 65 können für montags bis donnerstags zusätzliche Benutzungstermine vereinbart werden.

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