Auf sechs Beinen für den guten Zweck

„Zu Fuß zu Werder“: Spendenlauf führt Florian Mohr mit seinem Hund durch das Sauerland

Spendenlauf Marsberg Florian Mohr Hund Diego
+
Die Hälfte ist geschafft: Mit Blick auf die Stiftskirche und den Bilsteinturm erholen sich Spendenläufer Florian Mohr und sein Hund Diego über den Dächern von Marsberg von den Strapazen der Tagesetappe und wappnen sich für den Weg, der noch vor ihnen liegt.

Alle Glieder von sich gestreckt, sitzen sie erschöpft auf dem Boden ihrer Unterkunft in Obermarsberg: Florian Mohr und sein Hund Diego haben eine weitere Etappe ihres Spendenlaufs „Zu Fuß zu Werder“ geschafft – die härteste bisher, wie er gesteht.

Obermarsberg – „Die Distanz Korbach hierher war mit rund 29 Kilometern zwar moderat, dafür hatten es die Steigungen in sich. Außerdem stecken die Tage davor mir noch in den Knochen“, berichtet er. Insgesamt will der Werder-Fan 466 Kilometer in 14 Tagen zu Fuß von seinem Heimatort Dornheim bei Groß Gerau in Südhessen bis zum Weserstadion in Bremen wandern, mit dabei sein Labrador Diego. Als sie Marsberg erreichen, haben sie gut die Hälfte der Strecke geschafft.

„Etwas Besonderes“ zum Geburtstag

Angefangen hat alles an seinem 40. Geburtstag, erzählt Florian Mohr. Andere lassen sich da mit einer großen Party feiern, der Polizeihauptkommissar möchte „etwas Besonderes“. Daraus wird ein Geschenk an sich selbst – und an viele andere. Er denkt daran, den Jakobsweg zu pilgern – entschließt sich aber letztendlich nach Bremen zu wanden. Um dem Ganzen einen höheren Sinn zu geben, setzt er eine Spendenaktion in Gang. Fünf Hilfsorganisationen werden bedacht: die Kinderkrebshilfe Mainz, die Wiesbadener Stiftung Bärenherz für schwerstkranke Kinder, die Opfer- und Zeugenschutzorganisation Darmstädter Hilfe, die Tierhilfe Keller-Ranch und die Stiftung des SC Werder Bremen.

Alles ist im Mai 2020 vorbereitet – dann kommt ihm Corona in die Quere. Er verschiebt die geplante Aktion, die Spenden fließen aber weiter und das erste Spendenziel von 25.000 Euro ist bereits erreicht, bevor er überhaupt losläuft. 23.000 Euro konnten bereits an die Hilfsorganisationen ausgezahlt werden. Er setzt sich ein neues Spendenziel: 40.000 Euro – und bricht am 28. März endlich auf. Corona macht einige Umorganisationen erforderlich, es ist schwierig, Unterkünfte zu finden. So streicht er seine ursprünglich geplanten Ruhetage. Die ersten drei Tage übernachtet er in einem Camper von Freunden, die ihn begleiten. Über die sozialen Medien startet er einen Aufruf – den liest eine Bekannte von André Woge. Der Obermarsberger, der gerade einige Ferienwohnungen ausbaut, bietet eine davon spontan dem Spendenläufer zur Übernachtung an.

Der emotional schwierigste Moment seiner Wanderung, berichtet Florian Mohr, war der Aufbruch von seiner Familie. Vor allem der Abschied von seinen ein, drei und fünf Jahre alten Töchtern fiel ihm schwer. Auch ob er es schafft, ist er sich nicht sicher. Schließlich hat er bisher wenig Erfahrung in Langstreckenwanderungen. Probeweise ist er einmal nach Fulda gewandert und hat an einem 24-Stunden Megamarsch 124 Kilometer rund um Frankfurt teilgenommen.

Die ersten Etappen hat er Wanderfreunde, die ihn begleiten – das macht es mental etwas leichter. Doch je weiter er sich von seiner Heimat entfernt, werden diese rarer. Mit gemischten Gefühlen schaut er auf das, was noch vor ihm liegt: Die nächste Etappe nach Paderborn ist 37 Kilometer lang – und für Ostermontag ist Schnee, Wind und eisige Kälte angesagt.

Eine der schönsten Erfahrungen macht er in Frankenberg. Er wird zum Rathaus gelotst, wo ihm der Bürgermeister und der Frankenberger Werder-Fan-Club einen tollen Empfang bereiten und ihn mit Werder-Fan-Artikeln und Souvenirs ausstatten. Auch anderenorts erfährt er viel motivierende Aufmerksamkeit: Da ist das liebevoll bereitete Frühstück, da ist das eigens für ihn bemalte Osterei, der Brief eines Kindes und die vielen Kommentare in den sozialen Medien.

Spendenziel ist bereits erreicht

Innige Momente erlebt er auch mit seinem vierbeinigen Begleiter, der bisher gut mitgehalten hat. Zwar sei der dreijährige Rüde abends müde, aber unterwegs immer noch bereit für einen vergnügten Sprung in den Bach oder ein Stöckchen zu holen. Das Zusammensein rund um die Uhr hat die Beziehung zwischen Herrchen und Hund noch intensiver werden lassen.

Als Florian Mohr in Marsberg ankommt, ist auch sein Spendenziel von 40.000 Euro bereits erreicht. Aber natürlich kann weiter gespendet werden. Schließlich leisten die fünf Spendenempfänger allesamt unterstützenswerte Arbeit. Mental begleiten und anspornen kann man Florian Mohr in den sozialen Medien: Bei Facebook: /zuFusszuWerder oder bei Instagram: /zu_fuss_zu_werder 2020. Vielleicht finden sich auch weitere Mitwanderer für die letzten Etappen.

Spendenkonto

Volksbank Darmstadt-Südhessen eG, IBAN: DE 31 5089 0000 0007 1883 15

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare