Aus Polen vertriebene Familien treffen sich seit 50 Jahren

Weg führt nach Medelon

50 Jahre Gelängefest feierten jetzt die Mitglieder einiger Familien. Foto: Ulrich Brings

Die Familien Wagner, Beck, Schwarz und Rein wurden im Nachkriegsjahr 1946 aus ihrer Heimat Nova Ziema, Kreis Luzk (früher Polen, heute Ukraine) vertrieben.

Der Weg der Vertreibung führte sie über Umwege nach Medelon, wo sie Arbeit und eine neue Unterkunft in ihrer neuen Heimat fanden. Seit 50 Jahren treffen sie sich jedes Jahr wieder.

Die Kinder gingen zur Schule und erlernten einen Beruf in den Handwerksbetrieben in Medelon und dem naheliegenden Medebach. Wegen der nicht so guten Arbeitslage wanderten einige Mitglieder der Familien Richtung Westen in den Raum Gummersbach. Willi Wagner mit seiner Familie blieb in Medelon. Hier fand er seine zukünftige Frau und heiratete sie. Im Jahre 1963 kam der Gedanke auf, jährlich ein Treffen in Medelon zu veranstalten.

„Wir waren zum Fußballspiel in Stuttgart gegen Dortmund, auf der Rücktour kam die Idee mit der ‘Gelänge’, mit dem jährlichen Treffen“, erinnerte sich Erwin Beck aus Reichshof-Eckenhagen. Das Treffen sollte auf der Wiese von Willi Wagner sein. Nur die männlichen Mitglieder wurden eingeladen. In diesem Jahr ist es bereits die fünfte Generation, die am Treffen teilnahm; sie kamen aus dem Raum Gummersbach, der 71-jährige Horst Schwarz aus Dortmund und aus Lippstadt. Medelons Ortsvorsteher Paul Werth überbrachte die Grüße und gratulierte im Namen des Dorfes und des Bürgermeisters Thomas Grosche: „Möge die Verbundenheit mit der Stadt Medebach, dem Ort Medelon und nicht zuletzt mit der ‘Gelänge’ euch eine ewige jährliche Verpflichtung sein, und sie weitergeben von Generation zu Generation. Jeder Mensch liebt den Flecken Erde, auf dem er geboren und aufgewachsen ist, und macht ihn, ob er es weiß oder nicht, zum Mittelpunkt seiner Gedanken. Je älter man wird, desto mehr.“ Als Geschenk überreichte er einen Sauerländer Wurstkorb.

Bei Suppe vom offenen Feuer, Spießbraten, Kartoffeln, Kaffee und Kuchen wurde viel an alte Zeiten erinnert. (Von Ulrich Brings, schmallenberg@sauerlandkurier.de)

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