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Medebacher Mordprozess: So fanden Polizei und Spurensicherung die Wohnung vor

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Von: Claudia Metten

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Am Landgericht Arnsberg stand jetzt der fünfte Verhandlungstag im Medebacher Mordprozess an. © Claudia Metten

Medebach – Am fünften Verhandlungstag im Medebacher Mordprozess ging es mit zahlreichen weiteren Zeugenvernehmungen vor der Zweiten großen Strafkammer des Landgericht Arnsberg weiter.

Unter anderem bestätigte ein Zeuge aus Medebach den nicht astreinen Leumund des Verstorbenen. Er sagte aus, dass dieser jeden Morgen seine Nachbarin geärgert habe, indem er laut hupend am ihrem Haus vorbeigefahren sei. Des Weiteren erklärte er vor Gericht, dass der Medebacher ihn beim Fegen bedroht und gefilmt habe. 

Der zuständige Beamte der Dortmunder Spurensicherung gab vor der Kammer zu Protokoll, dass am Tatort sowie am Fahrzeug und in der Wohnung des Angeklagten mittels Abrieb und Klebestreifen DNA-Spuren gesichert wurden, die anschließend im Labor genauestens untersucht wurden. „Im Zwei-Stufenverfahren wurde der Geschädigte abgeklebt, um so Haaranhaftungen, Mikrofasern, Einzelschuppen usw. zu sichern“, so der Dortmunder Polizeibeamte. „Daraufhin wurden zwei Gutachten angefertigt.“ Die daktyloskopische Spurensicherung und Auswertung ergab schlussendlich, dass einige der Spuren den Angeklagten, dem Geschädigten als auch dem Polizeibeamten selbst zugeordnet werden konnten. 

Virtueller Rundgang durch Haus des Verstorbenen

Nach seiner Vernehmung ermöglichte der Beamte dem Gericht einen virtuellen Panoramarundgang durch das Haus des verstorbenen Medebachers. An insgesamt elf Standorten waren mit der Kamera in den unteren Räumen zahlreiche Aufnahmen zur Spurensicherung gemacht worden. 

In der darauffolgenden Vernehmung einer Münchener Sachverständigen und Biologin erklärte diese, dass die überreichten Spuren im Institut für Rechtsmedizin in München untersucht worden seien. Dabei wurden Einzelpartikelanalysen, Auskratzungen, Abriebe und Haaranalysen ausgewertet mit dem Ergebnis, dass Identifzierungsmuster erstellt und diese Personen zugeordnet werden konnten. „Es wurden 133 Einzelpartikel untersucht, acht Prozent davon haben ein Ergebnis gebracht“, erklärte die Sachverständige vor Gericht. „Bei den Untersuchungen wurde das von der Klebefolie abgetragene Material auf DNA Spuren untersucht, um Muster abgleichen zu können.“ 

"Das musste ja mal so kommen"

In der weiteren Vernehmung erklärte der zuerst eingetroffene Winterberger Polizeibeamte, dass er am Tatort das Oper vorgefunden habe. „Alles war stockfinster. Ich habe im Wohnzimmer und in der Küche das Licht angemacht. Dort sah ich den Herrn dann in einer Blutlache liegen. Sein Hals war malträtiert worden“, schilderte der Polizeioberkommissar die Anfangssituation. 

Weiterhin erklärte er, dass er von zwei Damen, die schon vor Gericht ausgesagt hatten, über den Lebenswandel des Rentners informiert worden sei. „Eine der beiden fragte, ob er ermordet worden sei. Daraufhin fragte ich sie, wie sie darauf käme“, so der Beamte. „Sie druckste herum und antwortete, dass er sich manchmal junge Männer für Liebesdienste mit nach Hause nehmen würde.“ Weiterhin bestätigte er die Aussage einer der Damen: „Das musste ja mal so kommen.“

Der sechste Prozesstag findet am 5. November um 9 Uhr im Landgericht Arnsberg statt. 

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