„Othersides: Zwei Welten”

Sauerländerin Jesse Kilior veröffentlicht ihren ersten Fantasy-Roman

Jesse Kilior hat ihren ersten Fantasy-Roman veröffentlicht.
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Jesse Kilior hat ihren ersten Fantasy-Roman veröffentlicht.

Das Thema „Fantasy“ fesselt Jesse Kilior seit ihrer Kindheit. Komplette Welten neu erfinden, fantastische Orte und Wesen – das ist seit jeher die Leidenschaft der gebürtigen Medebacherin. „Warum eigentlich nur für mich selbst schreiben, wenn ich die Geschichte auch mit anderen teilen kann?“, sagte sich 31-Jährige vor einigen Jahren. Schließlich hat sie auch eine Botschaft rüberzubringen – wie in ihrem Romandebüt „Othersides: Zwei Welten”.

Medebach – „Ich schreibe schon seit der Grundschule und fast genauso lang begleitet mich ein Notizbuch überall hin“, blickt Jesse Kilior zurück. Die Idee zu ihrem Fantasydebüt kam ihr bereits mit 13 Jahren. „Seither feile ich an der Othersides-Reihe. Die zahlreichen Geschichten, Wesen, Orte und Figuren waren einfach zu fantastisch, ich musste sie irgendwie festhalten“, so die Wahl-Stuttgarterin, die dort in einer in einer Agentur für Produktdesign arbeitet.

Aber warum gerade Fantasy? „Weil es mir ermöglicht, komplette Welten neu zu erfinden und die Dinge, die wir für selbstverständlich halten, auf den Kopf zu stellen. So fällt es leichter, die gegebenen Zustände zu hinterfragen. Darüber hinaus sind Fantasybücher perfekt, um dem Alltag für eine kleine Weile zu entfliehen“, erklärt die Autorin, die vor allem den Hass – insbesondere Fremdenhass, gepaart mit Angst und Vorurteilen – in ihrem Buch „Othersides“ thematisiert. In dem Roman gehe es um Strukturen, die über Jahre und Generationen hinweg etabliert wurden, die die jeweils anderen zu den Bösen machen. Und das mit System – denn jemand profitiere davon. „Irgendwie ist Othersides unserer Welt gar nicht so unähnlich“, so Jesse Kilior.

So sei die Welt von „Othersides“ zweigeteilt. Im Süden gebe es die hoch technologisierten Nationen, die auf Hilfsmittel wie Hausroboter und AR-Linsen zurückgreifen, in Wolkenkratzern auf dem Meer leben und sich in hyperschnellen Shuttles von A nach B bewegen. Der Norden dagegen erscheine zunächst als „zurückgeblieben“, doch das täusche. Er habe sich in eine ganz andere Richtung entwickelt. Die Menschen wüssten sich zu helfen, und zwar mittels Magie. Nichts sei, wie es scheine, beschreibt Jesse Kilior den Inhalt ihres Buches und ergänzt: „Meine Protagonistin Erin ist eine der wenigen, die die Geschichten über die Menschen auf der anderen Seite nicht so recht glauben will und sich auf den Weg macht, herauszufinden, was wirklich dahinter steckt. Dabei stößt sie auf jede Menge Überraschungen und ihr Weltbild gerät gehörig ins Wanken. Sie findet aber auch Verbündete in ihrem Kampf für einen friedlichen und geeinten Kontinent.“ Die Botschaft sei klar: „Traut euch, aufeinander zuzugehen und mehr über die ‘Anderen’ zu erfahren. Wenn ihr erst deren Wünsche und Ängste kennt, werdet ihr auch ihr Handeln viel besser nachvollziehen können.“

Zweiter Teil für Ende 2021 geplant

Mit zu dieser Botschaft gehören stets auch die Illustrationen des Buches. Auch diese hat Jesse Kilior komplett selbst gestaltet. „Neben dem Schreiben gehören auch Zeichnen und Malen zu meinen frühsten Hobbys“, sagt die 31-Jährige. So seien Werke der Sauerländerin bereits häufiger beim Medebacher Straßenmalerfest zu sehen gewesen, unter anderem stamme das Gewinnerbild aus dem Jahr 2008 von ihr.

„Ich drücke meine Ideen ebenso gern mit Bildern wie mit Worten aus und so war schnell klar, dass diese Illustrationen, zumindest ein Teil davon, ihren Weg in meine Bücher finden müssten. Letztendlich sind meine Buchprojekte für mich kreative Gesamtprojekte, an denen ich alles selbst gestalte“, ergänzt die Autorin, deren Eltern in Medebach wohnen. Für sie selbst habe mit ihrem Studium eine Reise durch das In- und Ausland begonnen. Nach ihrem Bachelorabschluss in Industriedesign sei sie in Stuttgart gelandet. „Nachdem ich den ersten ‘Kulturschock’ überwunden und mich im ‘Ländle’ eingelebt habe, bin ich dann hiergeblieben“, schmunzelt die Sauerländerin.

Der Nachname Kilior sei übrigens frei erfunden. „Na ja, nicht ganz, er kam beim Gläserrücken auf einer Halloweenparty vor vielen, vielen Jahren zustande. Ich benutze ihn schon seit der Schulzeit für meine kreativen Projekte. Meinen echten Nachnamen möchte ich nicht verraten. Er beginnt mit H.“, sagt sie und fügt hinzu: „Der Vorname bezieht sich auf meinen tatsächlichen Namen: Jessica.“

Über die positive Resonanz auf ihr Werk freut sich Jesse Kilior sehr. Und auch das zweite Buch sei schon in Arbeit: „Wenn alles klappt, kommt Ende des Jahres der zweite Teil meiner Fantasyreihe raus.“

Info

„Othersides: Zwei Welten” ist als Taschenbuch (ISBN: 9783753155654) und E-Book (ISBN: 783753132150) bei allen gängigen Buchhändlern bestellbar. Infos: www.jkilior.de; Buchtrailer: https://youtu.be/AQiXtjqVldg

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