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Geschichtscafé hält Erinnerung an Drechselhandwerk wach

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Von: Jörg Leske

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Zum 6. Geschichtscafé in der Dreggestobe waren (v.l.) Ferdinand Asmuth (Ortsvorsteher), Bernd Eickhoff (Drechsler), Thomas Grosche (Bürgermeister), Franz-Josef Assmuth (Drechsler), Horst Frese, (Vorsitzender Heimat und Verkehrsverein) und Gudrun Schaper (Drechslermeisterin und Obermeisterin der Drechslerinnung Bielefeld) gekommen. Foto: J. Leske
Zum 6. Geschichtscafé in der Dreggestobe waren (v.l.) Ferdinand Asmuth (Ortsvorsteher), Bernd Eickhoff (Drechsler), Thomas Grosche (Bürgermeister), Franz-Josef Assmuth (Drechsler), Horst Frese, (Vorsitzender Heimat und Verkehrsverein) und Gudrun Schaper (Drechslermeisterin und Obermeisterin der Drechslerinnung Bielefeld) gekommen. © Jörg Leske

Düdinghausen. Das Drechselhandwerk stand bei dem inzwischen sechsten Geschichtscafé in der Dreggestobe in Düdinghausen am vergangenen Sonntag im Mittelpunkt. Dazu waren unter anderem die Drechslermeisterin und Obermeisterin der Drechslerinnung Bielefeld, Gudrun Schaper sowie Bürgermeister Thomas Grosche nach Düdinghausen gekommen.

Über mehr als 50 Besucher, die sich von Bernd Eickhoff das Drechselhandwerk zeigen ließen, freute sich der Heimat- und Verkehrsverein. Eickhoffs Vorgänger Franz-Josef Assmuth, der viele Jahre jeden Donnerstag die Vorführung an der Maschine und die Führungen in der historischen Drechslerstube praktiziert hatte, zeigte einen 130 Jahre alten Langloch Löffelbohrer. Dieses Werkzeug wurde vom Düdinghauser Johann Schönhense gemacht, dessen Sohn Josef Schönhense heute 93 Jahre alt ist.

Die zum Teil auf Platt vorgetragenen „Döneken“ des Drechslers kommentierte der Erste Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsverein Horst Frese: „Franz-Jupp, du bist hier das lebende Ausstellungsstück.“ Aus den Händen von Ortsvorsteher Ferdinand Asmuth erhielt Horst Frese das Ortswappen als Zeichen der Zugehörigkeit zur Dorfkultur. Bürgermeister Thomas Grosche sprach seinen Dank für die ehrenamtliche Arbeit aus und freute sich: „Hier gibt es immer was neues zu sehen.“

„Das bringt etwas für das Dorf“

Von der Modernisierung des Handwerks mit computergesteuerten Maschinen berichtete Gudrun Schaper. Die Geschichte ist für Schaper, die aus einer Drechslerfamilie stammt, nicht neu. Die Aufarbeitung in der Dreggestobe bewertete sie positiv: „Der Verein hat gut was auf die Beine gestellt, das bringt etwas für das ganze Dorf.“

Bei Waffeln und Kaffee zeigte Horst Frese einen spannenden Bildervortrag mit kurzweiligen Erzählungen über die Probleme in der damaligen Zeit mit Material- und Ersatzteilbeschaffung und der Entwicklung von ehemals 44 Drechslern auf nur noch 19 im Jahr 1932 und nur noch fünf Betrieben nach dem zweiten Weltkrieg. „Die alten Dokumente und Bilder geben ein gutes Bild ab, wie sich die Drechsler damals abstrampeln mussten“, erklärte Horst Frese.

Heute hält Albert Asmuth noch den einzigen Drechslerbetrieb im Ort aufrecht. Aktuell ist der Verein auf der Suche nach Leuten, die sich für das Handwerk interessieren und die Kunst des Drechselns erlernen und sich im Museum engagieren möchten.

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