Monat geht in Sachen Temperatur in Rekordbücher ein

Heißer Mai: Wetterbilanz für Hallenberg, Medebach und Winterberg

Der Kahle Asten am Ende des sommerlichen Mais aus der Vogelperspektive. Die Hochheide trägt nach dem warmen Frühjahr reiche Früchte in Form von Heidelbeeren, die im Juli und August geerntet werden können.

Hallenberg/Medebach/Winterberg. Nach einem kalten Spätwinter brachte schon der April dem Sauerland so etwas wie Frühsommer und der Mai setzte sogar noch einen drauf. Er war so warm wie sonst ein normaler Juli, brachte sehr viel Sonnenschein und Regen nur in Form von Gewitterschauern. Eine detaillierte Wetterbilanz des Wetterportals Sauerland für die Kurier-Leser:

Temperatur

Eine Durchschnittstemperatur von 12,6 °C am Kahlen Asten bedeutete einen Überschuss von 4,4 °C im Vergleich zum Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Damit war es mit Abstand der wärmste Mai seit Beginn der offiziellen Messreihe 1955. Über ganz Deutschland gesehen konnte nur der Mai 1889 noch mit dem diesjährigen mithalten. Wer am 1. Mai zur Maiwanderung vor die Tür trat, der konnte noch nicht ahnen, dass dieser Monat in die Rekordbücher eingehen würde. Bei nur wenig über 0 Grad und einem böigen Wind war trotz viel Sonne nochmal die Winterjacke gefragt. An den Folgetagen ging es zumindest am Tag schon deutlich bergauf, die Nächte waren in den Tälern aber nochmals eisig. Die Nacht zum 2. Mai war in vielen Orten des oberen Sauerlandes die frischeste des Monats. So erreichte Medebach -4,8°C und das obere Ruhrtal nahe der Ruhrquellenhütte -6,1 °C. Nachdem im warmen April bereits viele Pflanzen ausgetrieben waren, bedeutete diese Nacht nochmals Kältestress für die Natur. 

Danach trat Bodenfrost aber nur noch sehr sporadisch auf. Vielmehr rückten die ständig steigenden Tageshöchsttemperaturen in den Mittelpunkt des Geschehens. So erreichte der Kahle Asten bis zum Monatsende achtmal mehr als 20 Grad und damit offiziell einen warmen Tag. In Winterberg wurde dieser Wert elfmal und in Medebach an ganzen 20 Tagen überschritten. Diese Marke hätte selbst einem Juni ganz gut zu Gesicht gestanden. An den sechs letzten Tagen des Monats konnte hier sogar ein Sommertag mit mehr als 25 Grad gemessen werden, der Höchstwert lag bei 29,4 Grad.

Von schlimmsten Unwettern verschont

Niederschlag

Der Mai war wie seine Vorgängermonate zu trocken. Normalerweise kommen auf dem Kahlen Asten rund 100, in Winterberg etwa 80 und in Medebach rund 60 Liter vom Himmel. Hier wurde dieser Durchschnittswert mit einer Menge von 50 Liter noch am ehesten erreicht, rund um den Vater der Sauerländer Berge waren es mit meist 55 bis 60 Liter nur wenig mehr als die Hälfte des Üblichen. Besonders bemerkenswert war, dass hier deutlich mehr als die Hälfte des Monatsniederschlages innerhalb nur einer Stunde zusammen kam. Am 13. Mai traf am Nachmittag ein Gewitterschauer die Hochlagen, sorgte allein für rund 30 Liter Wasser pro Quadratmeter und eine deutliche Abkühlung beim Bike-Festival an der Winterberger Kappe. Obwohl es ansonsten vor allem zum Monatsende fast täglich mal etwas blitzte und donnerte, blieb das obere Sauerland von den schlimmsten Unwettern insgesamt verschont.

Wind

Aufgrund des vollständigen Fehlens von richtigen Tiefdruckgebieten, zeigte sich auch der Wind mal wieder sehr ruhig. Die höchsten Windgeschwindigkeiten lagen in den Orten rund um Winterberg, Medebach und Hallenberg meist nur bei rund 50 km/h. Eine einzige Ausnahme bildete nur der bereits erwähnte Maifeiertag mit einer Windböe von 97 km/h am Kahlen Asten. Im Mittel wehte er zum Beispiel in der Winterberger Stadtmitte mit rund 7,5 km/h und interessanterweise oft aus Ost und Nord. Die sonst eher üblichen Windrichtungen, West und Südwest, waren nur selten vertreten.

Sonne 

Dann noch das Erfreulichste des Monats: Die Sonne machte, wie es sich für so einen warmen Mai auch gehört, viele Überstunden. Sie zeigte sich im östlichen Sauerland zwischen 280 und teils bis 300 Stunden lang. Nur wenige Monate überhaupt hatten in der Vergangenheit noch mehr Sonne zu bieten, im Mai waren dies seit 1955 nur die Vertreter aus den Jahren 1989 und 1990.

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