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Holpriger Weg zum Erfolg

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Freude über den Anschluss Düdinghausens an die weltweite Datenautobahn herrscht bei der Projektgruppe, Thomas Grosche, Landrat Dr. Karl Schneider, Wirtschaftsförderer Frank Linnekugel und Muenet-Geschäftsführer Patrick Nettels. 	Foto: Anna Sartorius
Freude über den Anschluss Düdinghausens an die weltweite Datenautobahn herrscht bei der Projektgruppe, Thomas Grosche, Landrat Dr. Karl Schneider, Wirtschaftsförderer Frank Linnekugel und Muenet-Geschäftsführer Patrick Nettels. Foto: Anna Sartorius

Die Kirchenglocke besiegelte es: Pünktlich, als Bürgermeister Thomas Grosche den gelungenen Abschluss des Breitbandprojektes in Düdinghausen verkündete, läutete sie wohlwollend. „Wie passend“, fand auch Grosche. „Unsere Stoßgebete wurden erhört. Heute ist ein sehr, sehr guter Tag.“

Schließlich wurde das Breitband-Projekt schon seit Jahren verfolgt. 2009, als die Straßen aufgerissen waren für die Bauarbeiten am Gasnetz in Düdinghausen, Medelon und Oberschledorn, wurden gleichzeitig Leerrohre verlegt. Ein kluger Schachzug, wenn man bedenkt, dass Düdinghausen durch diese Grundlage statt der schlechtesten Internetversorgung heute die beste im gesamten Stadtgebiet verzeichnet. Die eigentliche Umsetzung des Projektes aber stellte sich bisweilen schwieriger dar als gedacht – um die Wirtschaftlichkeit und somit den Breitband-Ausbau zu gewährleisten, mussten mindestens 50 Prozent der anschließbaren Haushalte für das Projekt gewonnen werden. Die Sauerländer davon zu überzeugen, ihren bestehenden Vertrag zu kündigen und einen neuen bei der bis dato recht unbekannten Muenet GmbH aus dem Kreis Coesfeld abzuschließen, sei nicht immer leicht gewesen. Da war Klinkenputzen angesagt für die Projektgruppe aus Düdinghausen, die in jedem Haushalt (oft mehrmals) vorsprach und die Vorteile auf den Tisch legte. „Zeitweise ging es schleppend voran, wir hatten Bedenken, nicht genug Mitbürger überzeugen zu können“, erinnert sich Ortsvorsteher Ferdinand Asmuth.

„Elementar wichtig für die Zukunft“

Denn ein kleiner Ort wie Düdinghausen, fügt Thomas Grosche hinzu, brauche keine Angebote von der Stange, sondern pfiffige, individuelle Lösungen, die die Bürger ansprechen. Internet mit Bandbreiten zwischen 16 und 75 Mbit/s standen zur Auswahl, die Anschlussgebühr kostete rund 100 Euro. Auch künftig können weitere Privathaushalte und Unternehmen mit den hochwertigeren Breitbandanschlüssen ausgestattet werden. „Dass dieses Projekt trotz einiger Herausforderungen geglückt ist, zeigt, was Beharrlichkeit und der Glauben an ein Ziel erreichen können“, so Thomas Grosche. „Der Breitbandausbau ist elementar wichtig für die Zukunft eines Dorfes, für die Bürger selbst, die Unternehmen, den Tourismus, die Vermarktung von Immobilien“, so der Bürgermeister weiter. In Oberschledorn war der Versuch vergeblich, bis zum Stichtag im Januar genug Interessierte zusammenzutrommeln, um den Ausbau auch hier zu ermöglichen; mit den Medelonern indes werde demnächst gesprochen. Dann heißt es vielleicht auch dort „Daumen hoch für das Projekt!“ – so zumindest ergeht es Ferdi Asmuth in Düdinghausen wörtlich, immer wenn er zwei jungen Damen im Dorf begegnet, deren Vater er beharrlich davon überzeugt hat, schnelleres Internet anzuschaffen, verrät er lachend.

800.000 Euro insgesamt kostete damals die Verlegung der Leerrohre, der Kreis förderte davon 80 Prozent, der Eigenanteil der Stadt belief sich auf knapp 155.000 Euro. Hinzu kam eine ‘Wirtschaftslücke’ über rund 88.000 Euro (beschlossen Anfang des Jahres vom Rat) für die Umsetzung in Düdinghausen, da sich zu wenige Interessierte in Oberschledorn fanden.

Von Anna Sartorius, a.sartorius@sauerlandkurier.de

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