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165 junge Forscher bei Kids Climate Conference in Medebach

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Von: Jörg Leske

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„Kinder brauchen Frieden“ ist die eindeutige Forderung der 8- bis 14-jährigen Teilnehmer der Kids Climate Conference, nachdem sie sich mit dem Thema Flucht beschäftigt hatten. © Jörg Leske

Medebach. Mit neuen Experimenten, spannenden Berichten von Experten und mit Spaß im Team sammelten 165 Kinder zwischen acht und 14 Jahren zum Thema „Welt in Bewegung“ bei der Kids Climate Conference in Medebach Ideen für eine bessere Zukunft.

„Knapp 30 Mitarbeiter aus den Center Parcs in Deutschland engagieren sich freiwillig auf der vierten Klimakonferenz der Kinder. Das macht uns stark, ohne sie würde das Ganze nicht funktionieren. Von den Kindern hatten wir rund 350 tolle Bewerbungen“, erklärte Medebachs Center Parcs Direktor Boris Ege. 

Wichtig ist den Organisatoren von Center Parcs und WWF Young Panda, dem Nachwuchs etwas für die Zukunft mitzugeben und die Welt ein Stückchen besser zu machen. Sabine Krüger, Leiterin des WWF Kinder- und Jugendprogramms auf der Kids Climate Conference, vermittelte: „Das Thema Klimaschutz sorgt für mehr Gerechtigkeit in der Welt.“ 

Der Biologe und geistige Vater der Kids Climate Conference, Jean Henkens, gab den Kindern wieder viel von seinem Enthusiasmus mit: „Alles ist in Bewegung, das Wasser, das Wetter und Klima und auch die Menschen.“ So wie die jungen Forscher: Sie hatten im Zelt von Unicef die Chance, sich von einem Vater einer Flüchtlingsfamilie aus erster Hand über deren Flucht berichten zu lassen und Fragen zu stellen. 

"Kinder brauchen Frieden!"

Beeindruckt von den Worten stiegen die Gruppen in ein Schlauchboot und setzten wenige Meter über das Wasser über. Wie muss es sein bei Wellengang mehrere Tage in einem kleinen Boot auszuharren? Das Experiment stimmte die 8- bis 14-Jährigen nachdenklich. Ihre Forderung war eindeutig: „Kinder brauchen Frieden!“ 

Das Spiel mit dem Wasser aus dem Schlauch machte indes Spaß. Die Stadtwerke Medebach mit ihren Fachleuten für die Wasserver- und Entsorgung erklärten den Kreislauf von der Wassergewinnung über die Reinigung bis zur Verteilung und den verbundenen Schwierigkeiten. 

„Die Belastung durch Mikroplastik, Medikamentenrückstände und Nitrate wächst“, erklärten Dipl. Verwaltungswirt André Grebe und Dipl.-Ing. Matthias Koch von den Stadtwerken. Die neuen Klimabotschafter wissen jetzt, wie jeder etwas gegen Verschmutzung tun kann und werden Familien und Freunden erzählen, welche Produkte sie meiden sollen, um das Wasser sauberer zu halten. 

Veröffentlichung im Klimabuch

Jörg Dienst, Wetterbauer und leidenschaftlicher Landwirt, veranschaulichte die Zusammenhänge des Wetters mit Wind, Temperatur und Niederschlagsmengen und der Landesbetrieb Wald und Holz stellte den außergewöhnlichen und schützenwerten Platz „Wald“ und das Spielen in der Natur vor. Hier entstand in Gemeinschaftsarbeit aller ein Storchennest, welches als Ikone 2018 einen Platz in Center Parcs fand, um Zugvögeln einen Pausenort oder einer Storchenfamilie ein Zuhause zu geben. 

Mensch gegen Maschine, wer kann schneller Wasser transportieren und wie viel Energie ist eigentlich so ein „Watt“? Auch wenn sich die Wasserpumpe vom „Engie“-Stand beim Transport von einigen Eimern Wasser gegen so manche Kindergruppe geschlagen geben musste, sah der Nachwuchs ein: „Den ganzen Tag schaffen wir das nicht so schnell.“ Das Team von WWF Young Panda diskutierte über die Eisbären, die durch den Klimawandel und ihre Wanderung mit den Grizzlybär in Konflikt geraten und welchen Einfluss das eigene Verhalten darauf hat. 

Bei dem erlebnisreichen Wochenende sammelten die Nachwuchs-Forscher ihre Verbesserungsvorschläge, welche später in einem Klimabuch veröffentlicht werden. „Bei so vielen tollen Ideen ist es schwer eine Auswahl zu treffen“, so Jurymitglied Bürgermeister Thomas Grosche. Jean Henkens bleibt wie jedes Jahr am Ball und sorgt dafür, dass die Kinder-Ideen an die richtigen Stellen weitergegeben werden.

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