„Frisch, locker, zukunftsfähig“

„Digitale Heimatstube“ bei Landes-Heimat-Preis prämiert

Die Jugendlichen aus Referinghausen, die die "Digitale Heimatstube" betreuen (von links): Marlen und Nora Hülsmann, Lisa-Marie und Melina Schmidt sowie Joélle Schlüter.

Referinghausen – Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, vergibt den Landes-Heimat-Preis an sechs Heimat-Projekte in Nordrhein-Westfalen. Einer der Preisträger ist die Dorfgemeinschaft Referinghausen aus Medebach. Mit einer „Digitalen Heimatstube“ macht die Dorfgemeinschaft Geschichte in Form historischer Dokumente und alten Bildmaterials digital erlebbar. Das wurde mit dem dritten Platz belohnt.

Nicht immer ist es für die Heimataktiven vor Ort leicht, netzaffine oder jüngere Menschen für die konkrete Gestaltung von Heimat zu begeistern. Doch gerade sie werden dringend gebraucht. Die Dorfgemeinschaft Referinghausen eröffnet in dieser Frage Perspektiven und Handlungsoptionen. Das Wissen über und die Erlebbarmachung von Heimatgeschichte in Form historischer Dokumente und alten Bildmaterials ist ein Mehrwert, den die „Digitale Heimatstube“ bietet. Ebenso wird dort Wert auf Unterhaltung gelegt (etwa bei der Reise mit der digitalen Zeitmaschine oder beim Geschichts-Memory). Dass dabei Austausch und Kommunikation nicht zu kurz kommen müssen, macht der Verein ebenfalls deutlich, zum Beispiel mit der Chronik „Ein Dorf erinnert sich“, in der die Dorfbewohner ihre liebsten Heimatgeschichten erzählen.

Unter dem Motto #NRWheimatet hatten bereits 14 Kreise, 158 kreisangehörige Städte und Gemeinden sowie sieben kreisfreie Städte einen lokalen Heimat-Preis zur Würdigung des örtlichen Engagements vergeben. Aus den insgesamt 179 kommunalen Gewinner-Projekten, die im Rahmen des Heimatförderprogramms prämiert wurden, wählte eine Fachjury einstimmig die Preisträger des Landes-Heimat-Preises.

Neben Lob und Anerkennung gibt es für den ersten Preis 12.500 Euro, für den zweiten Preis 8.000 Euro und für den dritten Preis 5.000 Euro. 

Auch Ortsvorsteher Reinhard Figgen freut sich über die Auszeichnung: "Ich denke, da können wir gemeinsam stolz drauf sein. Die aufwändige und zeitintensive Projektarbeit hat sich auf jeden Fall gelohnt! Mich persönlich freut insbesondere die Begründung der Jury." 

Gewinnübergabe am 14. August

Die Jury zeichnet ein Engagement aus, das sich in besonderer Weise einer modernen und zeitgemäßen Vermittlung von Heimat verpflichtet fühlt. „Die Dorfgemeinschaft Referinghausen zeigt mit ihrem Engagement, wie Heimat frisch, locker und auf zukunftsfähigen Wegen transportiert werden kann“, heißt es aus der Begründung der Jury. 

Die "Digitale Heimatstube" ist aus Anlass des Dorfjubiläums 750 Jahre Referinghausen entstanden, das im vergangenen Jahr 2019 gefeiert wurde. "Es ist ein digitales Ortsgedächtnis, welches ebenso Wert auf Unterhaltung legt. Der besondere pädagogische Ansatz hierbei: Jugendliche aus unserem Dorf entwickelten das Ortsarchiv mit und betreuen es weiterhin", sagt Reinhard Figgen weiter. 

Eigentlich sollte am 28. März der alle zwei Jahre stattfindende „Heimat-Kongress“ in Wuppertal stattfinden und dort die Landes-Heimat-Preisträger bekannt gegeben werden. Stattdessen vergibt die Ministerin die Preise im Rahmen der „Heimat-Tour“, bei der die Ministerin die Gewinner-Projekte vor Ort besucht. Die Vergabe des Landes-Heimat-Preises an die Dorfgemeinschaft Referinghausen findet am Freitag, 14. August, statt.

Weitere Informationen zum Heimat-Preis und dessen Beantragung findet man auf derHomepage des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen und in den sozialen Medien unter dem Hashtag #nrwheimatet

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