"Barfuß durch die Nacht": Liebesroman ohne Kitsch

Katrin Klingschat alias Katie Kling aus Medebach veröffentlicht ihr Erstlingswerk

Katrin Klingschat alias Katie Kling mit ihrem Erstlingswerk „Barfuß durch die Nacht“.

Medebach/Berlin. Das Sauerland ist ein Ort, an dem Gedanken und Träume viel Platz zum Fliegen haben – so beschreibt Katie Kling den Ort, an dem sie aufgewachsen ist. In Medebach hat sie in Kindheit und Jugend ihren Kopf nahezu in den Wolken getragen, von fernen Welten geträumt und ihre Liebe zum Schreiben entdeckt. Katie Kling ist Autorin und Bloggerin, wohnt seit einiger Zeit in Berlin und heißt eigentlich Katrin Klingschat. Sie hat jetzt ihr erstes Buch veröffentlicht: „Barfuß durch die Nacht“ macht sie, Familie und Freunde vor allem eins: stolz. Denn die 27-Jährige hat eine Menge Arbeit in ihr Erstlingswerk gesteckt. Und den Ort, an dem das Träumen angefangen hat, nicht vergessen: Am Samstag, 15. April, von 14 bis 16 Uhr veranstaltet sie in Medebach eine Lesung.

Die Idee zu ihrem Roman „Barfuß durch die Nacht“ ist Katrin Klingschat durch eine Fernseh-Doku gekommen: „Es war Herbst 2014 und ich sah diese amerikanische Reportage über männliche Stripper. Ich war überrascht und gleichzeitig fasziniert von dem, was dort hinter den Kulissen ablief: Alkohol, Drogen, Rausch. Ziemlich schnell formten sich Charaktere in meinem Kopf und ich begann, erste Szenen zu schreiben.“ Ziemlich schnell, innerhalb eines Monats, war dann auch der Großteil des Romans fertig. Ohne einen richtigen Plan nahm Katrin Klingschat Stift und Papier zu Hand und schrieb drauflos, bemerkte nach der Fertigstellung jedoch Lücken und Fehler und überarbeitete ihre Geschichte etwa ein Jahr lang. 

Die Medebacherin erzählt: „In meiner Geschichte geht es um die unscheinbare Rachel, die durch Zufall auf den Stripper Connor trifft. Es entwickelt sich zunächst eine Affäre, später eine ernsthaftere Beziehung zwischen den beiden. Doch Connors Leben ist nicht so glänzend, wie es zunächst scheint. Er schleppt einige Probleme mit sich rum und Rachel muss sich fragen, ob sie diese Probleme zu ihren eigenen machen will.“ Es handelt sich um einen Liebesroman, erklärt Katrin Klingschat, aber keinen kitschigen, dramatisch und ernst, mit viel Gefühl. Die 27-Jährige hat lange gezögert, bis sie sich getraut hat, ihren Text einem Verlag anzubieten – „zumindest bis mein Freund drohte, er würde es machen, wenn ich es nicht tat. Dann überwand ich mich“, sagt sie lachend.

Arbeit an der Fortsetzung

Die E-Mail des Amrûn Verlags mit der Zusage zur Veröffentlichung erreichte Katrin Klingschat im Januar 2016 – in ihrem Kinderzimmer in Medebach. „Da wäre ich fast vom Bett gefallen“, beschreibt sie ihre Gefühle. „Meine Eltern und meine Schulfreundinnen erfuhren die tollen Neuigkeiten zuerst. Einige von ihnen hatten die Geschichte schon gelesen (und mich dazu überredet, einen zweiten Teil zu schreiben...) und alle freuten sich mit mir.“ Es folgte die Vertragsunterzeichnung, die Gestaltung des Covers und das Lektorat – und eine wichtige Lektion im Leben der Medebacherin: „Der Verlagsvertrag zeigte mir, dass es sich lohnt, an seine Träume zu glauben und dass man Chancen ergreifen sollte, wenn sie sich bieten.“ Auf diese Chance hat sie, unbewusst, lange hingearbeitet. Schreiben war schon immer die große Leidenschaft von Katrin Klingschat, je nach Lebensphase mal mehr, mal weniger ausgeprägt: seien es die ersten eigenen Geschichten in der Grundschule, die Arbeit bei der Schülerzeitung, (lange) Aufsätze im Gymnasium Medebach und Winterberg, „Fanfiction“ mit Freundinnen oder ihr Blog, auf dem sie über alles Mögliche aus dem Alltag und vor allem über Popkultur berichtet. 

Momentan überarbeitet die 27-Jährige, die Sozialwissenschaften studiert hat und nun bei einer Online-Marketing-Agentur in Berlin arbeitet, Teil 2 der „Affections“-Reihe, zu der auch „Barfuß durch die Nacht“ gehört: „Er ist bereits geschrieben, muss aber noch durch das Lektorat. Wann er erscheint, kann ich noch nicht sagen. Insgesamt wird die Reihe drei Teile haben.“ Inspiration erhält die Autorin durch das Leben in der Großstadt und durch Berlins Vielfalt, auch das Sauerland fließt in ihr Wirken ein. „Medebach wird immer meine Heimat und mein Rückzugsort sein“, sagt sie und verspricht: „Schützenfest werde ich mir nicht entgehen lassen. Es ist immer wieder schön, nach Hause zu kommen.“ Die große Unterstützung aus der Heimat bedeutet Katrin Klingschat viel: „Sie zeigt, was die Sauerländer ausmacht: Zusammenhalt und Loyalität.“ Und offenbar ein gewisses Talent dafür, „Gedanken und Träume zum Fliegen zu bringen.“

Die Lesung findet am 15. April in der Kaffeemacherei in Medebach statt. Alle Interessierten sind eingeladen. Gern beantwortet Katrin Klingschat Fragen und signiert Bücher. Anmeldung unter Tel. 0 29 82/ 9 30 34 19.

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