„Man ist mit dem Glauben nie allein“

Maximilian Welticke aus Deifeld reist zum Weltjugendtag nach Panama

Maximilian Welticke (3.v.l.) freut sich in Panama vor allem auf die Vigil, das Abendgebet unter freiem Himmel.

Deifeld. „Lasst die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht! Denn solchen gehört das Reich Gottes“ – Diesem Ausspruch, der laut Überlieferung aus dem Markusevangelium auf Jesus zurückgeht, folgen alle drei Jahre hunderttausende vornehmlich junge Katholiken (und auch Kinder) rund um den Globus zum Weltjugendtag. Aus dem Erzbistum Paderborn machen sich in diesen Tagen insgesamt 151 junge Menschen auf den Weg zu diesem riesengroßen Glaubensfest, das vom 22. bis 27. Januar in Panama stattfindet. Unter ihnen ist auch Maximilian Welticke aus Deifeld.

„Ich freue mich schon riesig auf den Weltjugendtag, weil ich zum einen sehr gespannt darauf bin, fremde Kulturen und Länder kennenzulernen, und zum anderen, weil die Gemeinschaft während dieser Zeit eine wundervolle Erfahrung ist“, berichtet der 20-Jährige.

Ganz neu sei diese Erfahrung für ihn allerdings nicht, da er bereits beim letzten Weltjugendtag 2016 in Krakau (Polen) vor Ort dabei war. Dieses Ereignis ordnet Maximilian Welticke rückblickend als „eine der prägendsten und schönsten Erfahrungen“ seines Lebens ein. Vor allem der Kontakt zu den anderen Gläubigen und die Offenheit der Gemeinschaft haben ihm damals nachhaltig imponiert. „Es ist schlichtweg beeindruckend und großartig zu sehen, wie einfach man mit Millionen von fremden Menschen zusammen den Glauben erleben kann, wie einfach man neue Freundschaften schließt und mit welcher Freundlichkeit man in der jungen Weltkirche empfangen wird. Man trifft auf die verschiedensten Menschen mit den verschiedensten Meinungen und Überzeugungen. Der Glaube ist das Einzige, das alle Teilnehmer verbindet“, so der Deifelder.

„Tage der Begegnung“

Der Aspekt des Kennenlernens steht bei der diesjährigen Reise nach Zentralamerika besonders im Mittelpunkt. Denn vor den eigentlichen Weltjugendtagsveranstaltungen von 22. bis 27. November in Panama reisen die Jugendlichen aus dem Erzbistum Paderborn bereits an diesem Wochenende nach Costa Rica, wo die Teilnehmer eine Woche verbringen und an den so genannten „Tagen der Begegnung“ in der Diözese San Isidro de General teilnehmen. In dieser Zeit leben die Pilger aus aller Welt in Gastfamilien (neben Costa Rica auch noch in Nicaragua und Panama) und lernen die lokale Bevölkerung kennen. „Es ist uns wichtig, dass die Jugendlichen auch die soziale Wirklichkeit vor Ort wahrnehmen“, so Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder.

Dieses Privileg schätzt auch Maximilian Welticke. „Ich freue mich besonders auf die Tage der Begegnung, weil man den Menschen dort am nächsten ist. Man lebt mit ihnen zusammen, erlebt ihren Alltag, ihre Kultur, ihre Art, den Glauben zu leben. Man wird gewissermaßen Teil einer Familie.“ Bedenken bezüglich der eigenen Sicherheit habe er nicht, obwohl Costa Rica, Nicaragua und Panama zu der Kategorie „Entwicklungsländer“ zählen. Natürlich gebe es bei so einer Reise immer Risiken, aber: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Die Vorfreude überwiegt auf jeden Fall. Man ist umgeben von Menschen, die immer freundlich und bereit sind, einem zu helfen, wenn man Hilfe braucht.“ Insgesamt nehmen voraussichtlich rund 300.000 Menschen an den „Tagen der Begegnung“ teil.

Der Weltjugendtag selbst steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lukas 1,38). Zu den Hauptveranstaltungen in Panama-City wird ein ganz besonderer Gast erwartet: Papst Franziskus hat sein Kommen angekündigt. Hierzu werden weitere hunderttausende Gläubige erwartet.

„Einzigartig und bereichernd“

Für Maximilian Welticke ist das Erscheinen des Heiligen Vaters „natürlich etwas Besonderes“, jedoch nicht das Wichtigste beim Weltjugendtag. „Ich denke, dass es eine absolut einzigartige und bereichernde Erfahrung ist, solchen Heerscharen von jungen Menschen zu begegnen, die den selben Glauben teilen. Der Weltjugendtag zeigt, wie viele junge Menschen eine christliche Überzeugung teilen und bereit sind, aus allen Ländern der Erde dafür nach Panama zu reisen. Man ist nie allein mit seinem Glauben.“ 

Und wenn er die Möglichkeit hätte, dem Papst ein paar persönliche Worte mit auf den Weg zu geben? „Dann würde ich ihm wünschen, dass er sieht, dass Millionen von jungen Menschen zu ihm und auch zur katholischen Kirche stehen.“ Gerade in Deutschland habe das Ansehen der Kirche nicht zuletzt durch die jüngsten Missbrauchsskandale massiven Schaden genommen. „Auch wenn es wichtig ist, die ganzen negativen Themen zu behandeln und öffentlich zu diskutieren, werden die guten Seiten der Kirche quasi nie erwähnt. Die Kirche hat mir viele wunderbare Momente geschenkt, hat meinen Glauben und meine Beziehung zu Christus oft bereichert und hat mich Teil einer wirklich lebendigen und offenen Gemeinschaft werden lassen“, erklärt der 20-Jährige Deifelder.

Diese Botschaft möchte er in den kommenden 14 Tagen in die Welt hinaustragen.

Infos zum Weltjugendtag

  • Der Weltjugendtag ist ein riesengroßes Glaubensfest, bei dem junge Gläubige aus allen Teilen der Welt zusammen kommen.
  • Der erste Weltjugendtag fand 1984 auf Einladung von Papst Johannes Paul II. in Rom statt.
  • Seitdem treffen sich alle drei Jahre junge Menschen aus aller Welt in wechselnden Ländern und Kontinenten.
  • Der letzte Weltjugendtag fand vom 26. bis 31. Juli 2016 im polnischen Krakau statt.

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