Geschichte ein Denkmal setzen

„Medebacher Schuhmacher“ wird der Öffentlichkeit übergeben

Diese Bronzeskulptur steht schon bald auf dem Medebacher Marktplatz.

Medebach. Schon seit Jahren plante der Heimat- und Geschichtsverein zusammen mit der Stadt Medebach, die Handelsgeschichte der Hansestadt wie berichtet durch eine Figur auf dem Marktplatz zu visualisieren. Es sollte jedoch nicht nur dem „Hansekaufmann“ ein Denkmal gesetzt werden, sondern auch denjenigen, die die Handelsgüter produzierten. Der „Medebacher Schuhmacher“ wird nun am Gelobten Fest der Öffentlichkeit übergeben.

„Eines der Haupthandelsgüter aus Medebach waren im Mittelalter und in der frühen Neuzeit Schuhe“, erklärt der Heimat- und Geschichtsverein. „Die ausgedehnten Heideflächen in der Medebacher Bucht wurden damals von zahlreichen Schafen und Kühen beweidet. Die Häute der Tiere wurden von den Gerbern in der Stadt zu Leder verarbeitet. Die hierzu benötigte Gerbsäure wurde in der städtischen Lohmühle aus Eichenrinde gewonnen.“ 

Letztlich fertigten die zahlreichen Vertreter der Medebacher Schusterzunft hieraus die Schuhe, die als begehrte Handelsware von Medebacher Kaufleuten in aller Welt verkauft wurden. Auch bei der frühen Fernhandelstätigkeit der Stadt in den Ostseeraum, ins Baltikum und in Russland dürften Schuhe schon eine große Rolle gespielt haben. „Der Schuhmacher soll als Symbol für den Dreiklang aus Landwirtschaft, Handwerk und Handel stehen, der die Stadt in der Hansezeit so erfolgreich machte und auch heute für den modernen Wirtschaftsstandort Medebach steht“, heißt es weiter. 

Festgottesdienst und Prozession 

Nach der Vorstellung einer Vorauswahl von Entwürfen auf einer Bürgerversammlung im Juli des vergangenen Jahres erfolgte die Realisierung der Bronzeskulptur durch die Kunstgießerei Plein aus Speicher in der Eifel. Am Samstag, 23. Juni, nach dem Festgottesdienst und der Prozession zum Gelobten Fest, laden die Stadt Medebach und der Heimat- und Geschichtsverein die Medebacher Bevölkerung zur offiziellen Einweihung der Schuhmacher-Skulptur ein. 

Nach Grußworten des Vorsitzenden des Heimat- und Geschichtsvereins Ralf Köster und Bürgermeister Thomas Grosche erfolgt die Segnung durch Pastor Dr. Achim Funder von der katholischen Kirchengemeinde und Pastor Uwe Steinmann von der evangelischen Kirchengemeinde. Musikalisch umrahmt wird der Festakt durch den Musikzug und dem Männergesangverein Medebach.

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