„Ohne Papa geht’s nicht“

Nach schlimmer Diagnose: Dorfgemeinschaft organisiert Typisierungsaktion für jungen Familienvater

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Ein ganzes Dorf steht hinter ihnen – und viele weitere Menschen ebenso: Florian Hellwig mit seiner Familie.

Deifeld/Wissinghausen – Manchmal sind es Minuten, manchmal nur Sekunden, die das Leben eines Menschen komplett auf den Kopf stellen, alles über den Haufen werfen, was sich dieser Mensch aufgebaut hat. Florian Hellwig aus Deifeld erlebte solche Sekunden kurz vor Weihnachten beim Arzt. Diagnose: Akute Myeloische Leukämie.

Nur sechs Stunden später bekommt der Familienvater die erste Chemotherapie. Für ihn und seine Familie, seine Frau Nicole und die drei kleinen Kinder Julia (9), Jakob (6) und Johann (2), ist seitdem nichts mehr, wie es war. Der 36-jährige Landwirt kämpft plötzlich um sein Leben, darf nicht einmal mehr seine Kinder in die Arme schließen. 

„Auf Heiligabend dürfen die beiden Älteren ihn endlich besuchen, mit Mundschutz und gut desinfiziert. Johann ist krank und darf nicht mit. Er muss sogar von seiner Mutter isoliert werden, damit diese keine Krankheitserreger mit ins Krankenhaus tragen kann. Den heiligen Abend verbringen Nicole, Julia und Jakob daheim, Johann bei den Großeltern und Florian auf der Isolierstation in Marburg“, erklären Matthias Schmidt und Heike Grebe, die gemeinsam mit anderen zur Unterstützung der Familie eine besondere Aktion geplant haben. Sie laden in Zusammenarbeit mit der DKMS zur „Knochenmarkspenden-Typisierungsaktion“ am Sonntag, 26. Januar, unter der Schirmherrschaft von Landrat Dr. Karl Schneider in die Medebacher Schützenhalle ein. Diese Aktion ist dringend nötig, denn nur wenige Tage nach der schlimmen Diagnose kam der nächste Schock.

Der ganze Ort ist tief betroffen

Florian Hellwig hat eine besonders aggressive Form der Krankheit – und braucht eine Stammzellspende. „Mit der großen Typisierungsaktion wollen wir die Chance, einen Spender zu finden, erhöhen“, erklärt Ortsvorsteher Ernst Welticke. „Den ganzen Ort hat die Nachricht schwer getroffen und wirklich jeder hilft, wo er kann.“ Bürgermeister Thomas Grosche, die Deifelder, Schützen, Musikvereine, Ortsvorsteher und viele andere riefen unter anderem in den Sozialen Medien zur Mithilfe auf. Auch diejenigen, die schon typisiert sind oder nicht für eine Typisierung in Frage kommen, können helfen, indem sie in der Schützenhalle ein Stück Kuchen essen oder Geld spenden.

„Der Wunsch zu helfen, ist bei so vielen Personen riesengroß. Wir möchten uns für eure großartige Unterstützung bedanken“, sagen Matthias Schmidt und Heike Grebe berührt. „Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, dass Florian mit seiner Familie ein glückliches Jahr erleben wird!“ 

"Wir müssen ja sowieso denken, warum dann nicht gleich positiv?"

Kämpfen wird auch Florian Hellwig, für seine Familie, für sich, für Sekunden, die sein Leben wieder in geordnete Bahnen lenken. Auch wenn die Situation über alle Maßen schwierig ist, versucht die Familie, mit Optimismus in die Zukunft zu blicken und fest an eine gute Entwicklung zu glauben – denn: „Wir müssen ja sowieso denken, warum dann nicht gleich positiv?“

Möglichkeit zur Spende 

Die Gelder dienen zur Finanzierung der Aktion. Jede Typisierung verursacht Kosten in Höhe von 35 Euro: Diesen Betrag muss nicht derjenige zahlen, der sich typisieren lässt – kann es aber natürlich. Das Geld wird nicht direkt an Florian Hellwig gespendet; es erhöht aber die Chance, für ihn und andere einen Spender zu finden. 

  • Spendenkonto der DKMS: DE70 7004 0060 8987 0001 86 
  • Verwendungszweck: Florian

Um alle Interessierten genau zu informieren, ist auf der Homepage www.deifeld.de seit Montag eine Rubrik, die sich mit der Aktion, der Stammzellspende an sich und der Erkrankung von Florian Hellwig beschäftigt, eingerichtet. Infos gibt es es auch per E-Mail unter info@ohne-papa-gehts-nicht.de.

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