Schlachtdarstellung zu 600 Jahren Padberger Fehde verlangt „Recken“ alles ab

„Nächstes Mal sterbe ich früher“

Kanonen donnern, ein Pfeilhagel fliegt, wildes Geschrei - und die Kontrahenten stürzen sich aufeinander. Foto: Sens

„Das nächste Mal sterbe ich früher“, sagte ein völlig erschöpfter „Recke“ nach der letzten Kampfprobe.

Um die 50 Korbacher und Padberger tummelten sich am vergangenen Wochenende im Schießhagen in Korbach, um die letzte große Schlacht der Padberger Fehde vor genau 600 Jahren nachzuspielen.

Rund zwei Jahre lang hatten sich die Geschichtsfreunde vom Ring Padberg und die St. Reginenschützen aus Korbach auf dieses Ereignis vorbereitet, nun zogen sie in ihren letzten großen „Kampf“. Zuerst sieht alles ganz friedlich aus: Als Schäfchen verkleidete Kinder tummeln sich auf der Wiese, doch die Bürger ahnen schon Schlimmes. Immer wieder hatten die Ritter des berüchtigten Benglerbundes zugeschlagen. Dann kommt der Bote herangestürzt, mit letzter Kraft wirft er sich vor den Korbacher Stadthalter: „Die Padberger kommen!“ Der jüngste Viehraub –die armen „Schäfchen“ rennen um ihr Leben – bringt das Fass zum Überlaufen: Die Korbacher schreiten zur Tat.

Im Gegensatz zu den gut gerüsteten Padberger Rittern sind viele von ihnen einfache Bauern und ein bunt zusammengewürfelter Haufen, wie „Graf Heinrich“ feststellt, der die „Truppe“ anführen wird. Dann donnern die Kanonen, ein Pfeilhagel fliegt und die Schlacht nimmt ihren Lauf. Als die Korbacher die Schlacht gewonnen haben, stehen sie mit stolzgeschwellter Brust, lassen sich feiern und singen das Waldecker Lied. So mancher „Recke“ steht dem Idealbild, das wir vom Rittertum haben, nichts nach. Mitgewirkt haben an dem mittelalterlichen Spektakel neben den Korbacher Regina- und Barbara-Schützen und dem Padberger Ring viele weitere historische Gruppen, wie die historischen Schützen aus Obermarsberg, die Cohors Burana aus Büren, die Padberger Bänkelsänger „Rückenbücken“, die Korbacher Strack Duer, „Federschrey“ aus Winterberg sowie die Spielschar „Lampenfieber aus Padberg. Auch aus Berlin, Landau und Twiste kamen Gruppen. Eingebettet war die Aufführung der Schlacht in ein Rahmenprogramm mit Ringstechen, Tor- und Bogenschießen, Schminken für die Kinder sowie diversen Verkaufsständen. Die Jubiläumsfeierlichkeiten begannen am Donnerstag, dem Korbacher Reginentag, mit einer Messe und einem Festumzug. Am nächsten Tag gab es geschichtliche Vorträge und eine Ausstellung im Korbacher Museum. Besonders das Gelage mit Gesang und Lagerfeuer am Vorabend der Schlacht fanden Gastgeber und Gäste „so richtig schön“.

Die ehemaligen Erzfeinde sind sich ein Stückchen näher gekommen, haben viele Freundschaften geschmiedet –

Bilder: www.sauerlandkurier.de (Von Kristin Sens, marsberg@sauerlandkurier.de)

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