"Schmuckstück mit Perspektive"

NRW-Stiftung fördert Sanierung der Kapelle in Wissinghausen mit 40.000 Euro

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An der Kapelle und den Außenanlagen hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan – dank des Engagements der Wissinghäuser und Deifelder.

Wissinghausen/Deifeld. Wissinghausen ist ein kleiner (aber reger) Ortsteil der Stadt Medebach, mit rund drei Handvoll Häusern. Ungleich größer ist das Engagement seiner Einwohner. Mit den Deifeldern bilden sie eine Dorfgemeinschaft und gestalten gemeinsam das Vereinsleben. An einem wichtigen Projekt arbeiten Wissinghäuser und Deifelder ebenfalls zusammen: Mit vereinten Kräften sanieren sie die entweihte Kapelle Maria Hilf und gestalten den Platz zu einem Dorfmittelpunkt. Viel hat sich bereits getan, viel haben die Bürger noch vor. Finanzielle Unterstützung, ganze 40.000 Euro, erhält der Heimat- und Gebirgsverein Deifeld/Wissinghausen zu diesem Zweck von der NRW-Stiftung. Das beschloss jetzt der Vorstand unter dem Vorsitz von Staatsminister a. D. Harry Kurt Voigtsberger.

„Der Verein hat sich in den vergangenen Jahren für den Erhalt und die Neunutzung der Maria-Hilf-Kapelle verdient gemacht und sie zu einem ‘Schmuckstück mit Perspektive’ entwickelt“, lautet die Begründung der NRW-Stiftung zu ihrem Förderentscheid. Ziel ist, so der Heimat- und Gebirgsverein, eine denkmalverträgliche Nutzung unter Bewahrung historischer Bausubstanz. Über die Förderung freut sich der Verein sehr, schließlich muss eine hohe Summe in das ambitionierte Projekt investiert werden. 

Das bestätigt Edeltraud Grosche vom Vorstand: „Das Geld können wir super gebrauchen. Ohne diese Unterstützung würden wir wahrscheinlich auf der Stelle treten.“ Mit Gesamtkosten in Höhe von rund 100.000 Euro rechnet der Verein, er ist auf Spenden und eine Menge Eigenleistung angewiesen. „Ganz viele Personen haben schon mitangepackt und gespendet, die Veränderung ist deutlich zu sehen. Wir sind schon weit gekommen“, erklärt Edeltraud Grosche. 

Malereien wurden entdeckt 

Was einmal eine ‘Kuhwiese’ um die Kapelle war, ist nun ein Hingucker, der Zuweg ist ebenerdig, Blumen sind gepflanzt, ein kleines Kräuterbeet angelegt – die Außenanlage ist soweit fertiggestellt. Zudem ist die Kapelle nun gesichert, das Dach ist gemacht, es wurde eine Drainage gelegt, das Mauerwerk ist abgedichtet, die Dachrinne ist neu. „Nun muss noch der Vorbau gesichert werden, wir brauchen neue Fenster, außerdem soll das Ostfenster freigelegt werden und die Elektrik fehlt“, zählt Edeltraud Grosche auf. Des Weiteren wurden alte Malereien, wahrscheinlich von der heimischen Künstlerfamilie Bergenthal, an den Wänden entdeckt. Da die Kapelle denkmalgeschützt ist, gibt es diesbezüglich schon das Gutachten einer Fachfirma. In diesen Belangen unterstützt wurden und werden die Bürger von Dr. Ing. Bettina Heine-Hippler von der LWL-Denkmalpflege – mit ihrer Hilfe hat die Dorfgemeinschaft auch den Förderantrag bei der NRW-Stiftung gestellt. 

Touristische Anlaufstelle

Neben ihrer neuen ‘Aufgabe’ als zentrale Begegnungsstätte für die Einheimischen soll die Kapelle als touristische Anlaufstelle für den Medebacher Geschichtsweg und den Kleinbahn-Wanderweg genutzt werden. „Es gibt noch einige Zukunftsvisionen“, blickt Edeltraud Grosche voraus. Im Eingangsbereich soll eine Multimedia-Präsentation regionale und geschichtliche Themen erläutern, ein Schwarzes Brett soll der Information dienen und ein kleiner Altar Besuchern die Möglichkeit zur Besinnung geben. Der Hauptraum der Kapelle soll für besondere Anlässe und Veranstaltungen, wie kleine Musikkonzerte, Lesungen, Workshops, standesamtliche Trauungen und Angebote für Jugendliche, geöffnet werden – ein Rundumschlag der Bürger war also nötig. 

Jubiläumsfeier am 14. August 

Geldmittel für die weitere Sanierung sollen zudem durch eine besondere Feier fließen: Am 14. August wird zur 750-Jahrfeier und zum 200-jährigen Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft Deifeld/Wissinghausen geladen (nähere Informationen werden folgen). Bis dahin sind die Arbeiten zwar nicht abgeschlossen, doch der neue Dorfmittelpunkt wird natürlich ‘picobello’ aussehen. „Wir sind guter Dinge“, ist Edeltraud Grosche stellvertretend für die Dorfgemeinschaft zufrieden. „Die Förderung kommt vor dem Jubiläumsfest gerade zur rechten Zeit.“

Weitere Spenden sind willkommen. Alle Informationen gibt es unter http://www.das-tor-zur-grafschaft.de/ oder http://www.heimat-und-gebirgsverein.de/

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