„Ein soziales Anliegen“

Pastoren Scheune in Düdinghausen ist bald barrierefrei

Ein Blick in die Pastoren Scheune – und auf die steile Treppe hinauf zum Kulturspeicher.

Düdinghausen. „Es ist uns ein soziales Anliegen, jedem die Möglichkeit zu geben, an unseren Veranstaltungen teilzunehmen“, erklärt Horst Frese, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Düdinghausen. Diesem Ziel ist der Verein wieder ein Stückchen näher gekommen: Die Bauarbeiten für einen behindertengerechten Aufzug in Pastoren Scheune mit Drechselmuseum und Kulturspeicher haben jüngst nach 18-monatiger Vorlaufzeit begonnen.

Die Firma Baupol hat jetzt den Bohrer am Zwischendeckenboden angesetzt, der Kauf- und Lieferauftrag ist erteilt. Bis Mitte November rechnen die Düdinghauser mit der Inbetriebnahme des Aufzugs – „dann können bald alle, unabhängig von ihrer körperlichen Beweglichkeit, nicht nur die Angebote in der Dreggestobe, sondern auch im Kulturspeicher mit seinen musealen Attraktivitäten, seinem Museumscafé und seinem besonderen Holz geprägten Ambiente nutzen“, freut sich Horst Frese. Der Heimat- und Verkehrsverein Düdinghausen sorgt mit dem Aufzug und der somit geschaffenen Barrierefreiheit hinsichtlich des demografischen Wandels auch für die Zukunft vor. Frese erklärt: „Es gibt zunehmend aus dem Dorf und der Region, aber auch seitens mobilitätsbehinderter Personen aus Kulturbusreisegruppen, den Wunsch nach Benutzung eines Aufzuges.“ 

Der Inklusionsgedanke kommt an

Ohne ein solches Angebot für einzelne Businsassen müsse zum Beispiel damit gerechnet werden, dass gesamte Reisegruppen aus Solidaritätsgründen vom Besuch Abstand nehmen. Antonie Finnemann, langjährige Ortsheimatpflegerin, ergänzt: „Am Leben teilnehmen, ‘mitten dazwischen sein’ – das ist schließlich ein wichtiger Aspekt auch für Personen mit Behinderung. Nicht zuletzt der Aufzug unterstützt sie dabei.“ 

Der Inklusionsgedanke gefällt auch Christoph Hammerschmidt, Regionalmanager der Leader-Region Hochsauerland: „Jedem Bürger, der Schwierigkeiten beim Erklimmen der steilen Treppe hat, ist mit dem Aufzug geholfen. Auch ihnen wird es ermöglicht, bald alle Angebote der Pastoren Scheune zu nutzen.“ Dazu gehören unter anderem die donnerstäglichen Drechselvorführungen, die musealen Angebote sowie den für Veranstaltungen, standesamtliche Trauungen und Lehrgänge geeigneten Kulturspeicher. Daher wird das Aufzugsprojekt durch Leader mit 27.000 Euro gefördert – und ergänzt die 2015 ebenfalls mit Leader-Mitteln eingerichtete barrierefreie öffentliche Außentoilette.

Verein plant weiter

Das Aufzugsprojekt wurde zudem mit 10.000 Euro von der NRW-Stiftung gefördert. Das Denkmalschutzamt und die Kirchengemeinde als Eigentümerin des Hauses gaben ihre Zustimmung. Im Anschluss an das Leader-Aufzugsprojekt wird eine Fassadenaufwertung stattfinden, um das Museum stärker kenntlich zu machen, weil die Scheune von außen noch zu wenig als Museum wahrgenommen werde. Hierzu gibt es schon Spendenzusagen der Sparkasse Hochauerland und privater Personen. 

Dem tatkräftigen Heimat- und Verkehrsverein Düdinghausen ist es somit gelungen, für die beiden etwa 50.000 Euro kostenden Projekte – sprich: den Aufzug und die Fassadenaufwertung – um die 40.000 Euro Fördermittel und Spenden einzuwerben. Die restlichen Mittel muss er als Eigenleistung zusteuern. Deren Ansparung erfolgt vor allem über mehrjährige Betriebsrücklagen. Horst Frese: „Ohne diese starken finanziellen Hilfen hätten wir es nicht geschafft. Danke an die Zuwendungsgeber und Spender.“

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