Pfad soll Menschen zu sich selbst bringen

Pilgerweg in Berge ist offiziell eröffnet

Berge. Ausgangspunkt bei der Einweihung des Pilgerweges Berge war die kleine Barockkirche St. Johannes Evangelist in der Mitte des Ortes. Pastor Dr. Achim Funder begrüßte in der gefüllten Kirche mehrere Vertreter der politischen Gemeinde Medebach, der Kirchenvorstände und zahlreiche Gäste aus den Ortschaften des Pastoralverbundes Medebach-Hallenberg.

In seiner Ansprache stellte Pastor Dr. Funder heraus, dass das Pilgern mit der Verehrung der Gottesmutter Maria ein wichtiger Bestandteil des Glaubens ist. Er betonte, dass Maria, als lebendige Mutter Jesu, im Leben des gläubigen Menschen in vielen Anliegen als Vermittlerin bei Gott angerufen werden kann. Die Nähe der beiden Verehrungsstätten mit den Madonnen aus Fatima böte sich als Pilgerweg in Berge an.

Bevor die Gemeinde zum Pilgern auf dem neuen Weg aufgebrochen ist, konnten die meisten Pilger eine Pilgerkerze entzünden. Auf die unerwartet große Beteiligung der Gläubigen war die Kirchengemeinde Berge nicht vorbereitet und deshalb standen nicht genügend Pilgerkerzen zur Verfügung. Der Pilgerweg führte die Gemeinde zum Bildstock am Waldrand des Hombergs, einem Ort der Abgeschiedenheit und Ruhe.

Die Pilger spürten nach dem kleinen Anstieg mit gemeinsamem Gebet, dass man zuerst tief durchatmen muss, danach in Meditation und Gebet verweilen kann, bis die eigene innere Ruhe einkehrt. Beim gemeinsamen Beten und Singen auf dem Wege in die nur wenige hundert Meter entfernt liegende zweite Grotte am Ortsausgang hatte der Pilger Zeit, seine Gedanken ziehen zu lassen. Er hatte Zeit, die Landschaft und Umgebung mit allen Sinnen wahrzunehmen und zu sich selbst zu finden.

Hetze des Alltags ablegen

Auf diesem überschaubaren Pilgerweg gehe es nicht in erster Linie um das Zurücklegen einer langen Wegestrecke, es gehe vor allem um einen inneren Prozess in der Seele des Menschen. Auf dem Weg durch das beschauliche, bodenständige Dorf mit natürlichen Lebensräumen sei auch der Pilger in seiner Privatsphäre geschützt.

Zum Abschluss stellte Bürgermeister Thomas Grosche fest: „Hier kann man erfahren, wie man wieder bewusst geht und dabei die Hetze des Alltags ablegen.“ Thomas Grosche bedankte sich bei allen Teilnehmer für die große Beteiligung und wünschte allen Menschen, die diesen Weg gehen, dass sie selbst den Weg zu ihrem Inneren finden. Pastor und Geistlicher Rat Josef Sauerwald, ein Sohn des Dorfes, berichtete von der Geschichte der Grotte und erklärte die Darstellung der Madonna de Fatima, die er persönlich ausgesucht und bestellt hat. Im Anschluss an die Einweihung fand im Pfarrheim Berge ein gemütliches Pilgerfest statt.

Das Pilgerangebot steht allen Menschen ganzjährig zur Verfügung.

Auf dem Pilgertisch in der Kirche steht als Wegbegleiter ein Pilgerbuch, Liederhefte eine Pilgerkerze und Weihwasser bereit. Auch das Pilgerkreuz kann als Begleitung auf dem Weg mitgenommen werden und wieder in die Kirche zurückgestellt werden.

Da die Kirche von November bis März nur sonntags geöffnet ist, können sich Einzelpersonen oder Gruppen an V. Peter, Tel. 0 29 82/85 21 oder B. Clement-Klütsch, Tel. 0160/92 37 90 87 wenden.

Weitere Infos finden Interessierte in dem ausgelegten Flyer und auf Anfrage per E-Mail pilgerweg.berge@gmx.de.

Für das Jahr 2016 wird es ein Pilgerangebot mit geführten Pilgerwanderungen geben.

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